Wohlstandsgarantie für den Mittelstand Betriebliche Hyperautomatisierung – „the next big thing“

Von Elke Witmer-Goßner 3 min Lesedauer

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Zeitfressende Routineaufgaben, hoher Verwaltungsaufwand, nichtkorrespondierende Tools: Mit künstlicher Intelligenz lassen sich viele betriebliche Prozesse automatisieren – nicht nur bei der Zubereitung von Pommes Frites.

„Der Mensch wird effizient und unmerklich durch betriebliche Prozessautomatisierung unterstützt,“ sagte Dr. Jörg Haas, CEO der Scopevisio AG, anlässlich des 11. Cloud Unternehmertags.(Bild:  www.julianhuke.com)
„Der Mensch wird effizient und unmerklich durch betriebliche Prozessautomatisierung unterstützt,“ sagte Dr. Jörg Haas, CEO der Scopevisio AG, anlässlich des 11. Cloud Unternehmertags.
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Die Hyperautomatisierung betrieblicher Prozesse war Thema des elften Cloud Unternehmertags der Scopevisio AG in Bonn. Rund 500 Unternehmerinnen und Unternehmer waren gekommen, um sich – getreu dem Motto „simplify your daily business“ über Technologien und Praxisbeispiele für mehr Effizienz im Arbeitsalltag zu informieren.

Wo sind die Automatismen und wenn ja, wie viele?

Die Fähigkeiten neuronaler Netze wie assoziatives „Denken“ und „Nachahmen“, um Muster bzw. Anomalien zu erkennen oder Plausibilität zu prüfen, finden immer mehr auch in betrieblichen Prozessen Anwendung, erklärte Scopevisios CEO Dr. Jörg Haas in seiner Eröffnungsrede. Man müsse die Prozesse in Unternehmen heute mit einem philosophischen Blick betrachten, um das Automatisierungspotenzial zu identifizieren. Möglichst viele Teilprozesse der Haupt-Geschäftsprozesse will Scopevisio automatisieren, damit diese mit geringsten menschlichen Eingriffen schnell, präzise, nachvollziehbar und effizient erledigt werden.

Hyperautomatisierung – die Kombination verschiedener Technologien wie regelbasierte Algorithmen, robotergesteuerte Prozessautomation oder maschinelles Lernen – trage dazu bei, so Haas weiter, dass der Mensch effizient und unmerklich durch betriebliche Prozessautomatisierung unterstützt werde – und sich am Ende 100 Angestellte wie 1.000 anfühlten. Somit werde Hyperautomatisierung in heutiger Zeit angesichts des Fachkräftemangels sogar zum Wohlstandsgaranten.

Prof. Dr. Oliver Thomas, der über das Thema KI sowohl aus Sicht des Wissenschaftlers als auch Unternehmers sprach: „KI darf kein Selbstzweck sein. Wir müssen den Fokus auf die Anwendbarkeit legen.“(Bild:  www.julianhuke.com)
Prof. Dr. Oliver Thomas, der über das Thema KI sowohl aus Sicht des Wissenschaftlers als auch Unternehmers sprach: „KI darf kein Selbstzweck sein. Wir müssen den Fokus auf die Anwendbarkeit legen.“
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Dass in seiner Software intelligente Systeme am Werk sind, muss den Anwender selbst nicht kümmern. Scopevisio hat die Automatisierungstechnologien in seiner holistischen Unternehmenslösung voll integriert. D.h. alle Mechanismen der Hyperautomatisierung sind in der betrieblichen Funktionalität der Unternehmenslösung „eingebettet“ – die Logik- und KI-basierten Technologien zur Automatisierung betrieblicher Prozesse sind integrierter Bestandteil der B2B-Plattform. Es handelt sich also nicht um externe „Tools“, die separat zu erwerben, zu customizen und zu betreiben sind, um B2B-Einzelapplikationen zu überbrücken.

Künstliche Intelligenz dürfe, unterstrich auch Keynotespeaker Prof. Dr. Oliver Thomas vom DFKI Osnabrück/Saarbrücken, „kein Selbstzweck sein. Wir müssen den Fokus auf die Anwendbarkeit legen“. Es sei nicht so wichtig zu wissen, wie die Algorithmik funktioniere, sondern die Auswirkungen des KI-Einsatzes zu erkennen, wie sich damit betriebliche Prozesse verändern und automatisieren ließen. Übergreifendes Prozesswissen sei die Basis, um KI-Funktionen auf standardisierte Abläufe übertragbar zu machen. Mit KI, insbesondere GenAI, so Thomas, transformieren wir „von Dummies und Nerds zu Challengers und Leaders“. Daraus ergebe sich der eigentliche Profit, auch für den Mittelstand, betonte der KI-Experte, und veranschaulichte seinen Standpunkt an zahlreichen Beispielen aus der Praxis: Vorausschauende Wartung im Maschinenbau, intelligentes Fräsen in der Automobilproduktion, vernetzte KI bei der Heizungssteuerung oder KI in der Wirtschaftsprüfung.

Scopevisio bietet mit seiner Software eine „All in one“-Lösung aus zusammen 20 Anwendungen an, die abteilungsübergreifend eingesetzt werden kann und einen 360-Grad-Blick auf alle Geschäftsprozesse ermöglicht. Die Bonner sehen sich damit gut aufgestellt in einer Riege von nicht einmal zehn Anbietern weltweit, die ein vergleichbares holistisches System im Portfolio hätten, wie SAP, Microsoft oder Oracle – „aber für den Mittelstand“, so CEO Haas.

Was Hyperautomatisierung konkret für unterschiedliche Branchen bedeutet, wurde am Nachmittag an den Themenbühnen für Hotellerie, Gesundheitswesen, Handel, Autohandel und Anwaltskanzleien diskutiert.(Bild:  www.julianhuke.com)
Was Hyperautomatisierung konkret für unterschiedliche Branchen bedeutet, wurde am Nachmittag an den Themenbühnen für Hotellerie, Gesundheitswesen, Handel, Autohandel und Anwaltskanzleien diskutiert.
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Neben Lohnabrechnungen und andere Funktionen, fehlte bisher aber die Integration von HR- und Personalfunktionalitäten. Dazu gehören Recruiting, Arbeitszeiterfassung, Skill Management und Mitarbeiteraus- und -weiterbildung. Durch Übernahme der HR-Sparte von MKS IT Software & Solutions GmbH hat Scopevisio auch diese Lücke geschlossen. Die neuen HR-Funktionen reichen vom Bewerbermanagement über die digitale Personalakte bis hin zur Zeiterfassung und soll ab Mitte 2024 als integraler Bestandteil von Scopevisio auf derselben technologischen Basis wie das vorhandene Portfolio verfügbar sein.

Was hat aber KI nun mit Pommes Frites zu tun? CTO Dr. Lukas Pustina hatte die Frage schon zu Beginn der Konferenz in die Runde geworfen, um auf die lange Geschichte intelligenter Systeme hinzuweisen: McDonald’s frittiert seine beliebte Kartoffelspeise bereits seit 30 Jahren mit Unterstützung eines Expertensystems. Auf diese Weise hat das Fast Food unabhängig von Kartoffelsorte, Reifegrad der Knollen oder eingesetztem Fett in jeder Filiale rund um den Globus immer den gleichen Geschmack.

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Welche Automatisierungstechnologien Scopevisio nutzt

• Machine Learning (ML) erkennt Muster durch eine Vielzahl von Ansätzen, um Daten eigenständig verarbeiten zu können.
• Selbstlernende künstliche Neuronale Netze (KNN) extrahieren Informationen aus semi-strukturierten Daten wie Belegen, Formularen und Verträgen.
• Expertensysteme und Entscheidungsbäume treffen regelbasierte Entscheidungen zur automatischen Verarbeitung.
• Agenten stoßen bei dem Eintritt von Ereignissen oder Zustandsänderungen selbstständige weitere Prozesse an.
• Robotic Process Automation (RPA, BOTs) automatisieren Geschäftsprozesse und reduzieren menschliche Aufwände.
• APIs und Webhooks ermöglichen die Einbindung von externen Systemen und Daten in die Analyse sowie die Steuerung von Geschäftsprozessen.
• Business Intelligence erlaubt Analysen, Auswertungen und Berichte in interaktiver Form bereitzustellen.

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