Application Rationalization: Ein Muss für CIOs Auf dem Weg zu einer optimalen IT-Anwendungslandschaft

Ein Gastkommentar von Florian Simetsreiter* 3 min Lesedauer

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Unternehmen und Behörden verfügen über eine Vielzahl von Lizenzen und Software-Paketen. Doch nutzen sie diese auch optimal aus? Oft wissen Verantwortliche gar nicht, was überhaupt lizensiert ist, welche Anwendungen sich in ihrer Funktionalität überschneiden oder sogar völlig obsolet sind. Doch dafür gibt es eine Lösung.

Anwendungsrationalisierung ist für IT-Verantwortliche notwendig, um die Funktionalitäten der bereits im Einsatz befindlichen Anwendungen stets neu zu bewerten.(Bild:  Sebelas Studio - stock.adobe.com / KI-generiert)
Anwendungsrationalisierung ist für IT-Verantwortliche notwendig, um die Funktionalitäten der bereits im Einsatz befindlichen Anwendungen stets neu zu bewerten.
(Bild: Sebelas Studio - stock.adobe.com / KI-generiert)

Unter dem englischen Begriff „Application Rationalization“ hat sich eine Methodik entwickelt, die sich der Optimierung der Software-Anwendungslandschaft verschrieben hat. Das Einsparpotenzial ist erheblich.

Im Laufe der Jahrzehnte haben Unternehmen und Behörden viele Lizenzen, Software-Pakete oder -Module gekauft sowie zahlreiche Dienste und Abonnements gebucht. So besitzen Behörden und Unternehmen eine Vielzahl an Software-Lizenzen, die jeden Monat erhebliche Kosten verursachen. Durch Weiterentwicklung bestehender Software-Pakete, Veränderungen in den Anforderungen und neue Anbieter im Markt, entsteht kontinuierlich eine Diskrepanz zwischen den Bedürfnissen der Nutzenden und der dazu passenden optimalen Software-Ausstattung.

IT-Verantwortliche und Fachbereichsleiter sollten deshalb regelmäßig ihre Softwarelandschaft bewerten und sich fragen:

  • Welche Software setze ich insgesamt oder auch nur in einzelnen Standorten ein?
  • Passt der Funktionsumfang der Software zu den aktuellen Anforderungen an Funktionalität, Vernetzung, Automation und Bedienkomfort?
  • Gibt es konkurrierende Anbieter, die bessere Software anbieten? Ist diese günstiger als die im Einsatz befindliche Software?
  • Kann bestehende Software modular so erweitert werden, dass sie andere komplett ablösen kann? Das könnte Lizenzkosten, Schulungskosten und Betriebskosten senken.
  • Wenn verschiedenen Anwendungen an unterschiedlichen Standorten für die gleichen Aufgaben eingesetzt werden: Kann hier konsolidiert werden, um Kosten und Aufwände zu senken?
  • Wie wirkt sich die Migration von Software in oder aus der Cloud auf Kosten, Performance und Bedienung aus?
  • Passt die Anzahl der gekauften/gemieteten Lizenzen zur Anzahl der aktiven Nutzenden?
  • Wie groß ist die Schatten-IT im eigenen Unternehmen, weil die Angestellten sich selbst Lösungen suchen, die die IT nicht bereitstellt?

Modulare Systeme statt Einzellösungen

Schon diese Fragenliste zeigt, dass Application Rationalization notwendig, aber nicht einfach ist. Das regelmäßige Hinterfragen der eigenen Software-Landschaft hilft aber, unnötige und teure Technologien und deren Folgekosten zu vermeiden.

Beispiel: Eine große Stadtverwaltung benötigte eine Software zur Visualisierung des 3D-Stadtmodells für die Öffentlichkeit und hat diese auch neu angeschafft. Später stellte sich heraus, dass eine einfache Veröffentlichung über Funktionalitäten unserer bereits im Einsatz befindlichen ArcGIS-Plattform keine zusätzlichen Kosten hervorgerufen hätte. Auch der Schulungsaufwand wäre bei der Nutzung der bestehenden Software wesentlich geringer gewesen.

Vorteile der Anwendungsrationalisierung

Selbst wenn keine neue Anforderung im Raum steht, ist es für IT-Verantwortliche notwendig, die Funktionalitäten der bereits im Einsatz befindlichen Anwendungen stets neu zu bewerten, weil sich diese kontinuierlich an aktuelle Marktanforderungen anpassen. Bestehende Software kann eventuell Aufgaben anderer Anwendungen übernehmen (eventuell ohne oder durch die Erweiterung einer bestehenden Lizenz) und damit die andere Software komplett ablösen. Das senkt nicht nur direkt, sondern vor allem auch indirekt Kosten, weil die IT-Abteilung ein System weniger betreuen, updaten, absichern, Mitarbeitende schulen und Ressourcen dafür vorhalten muss.

Zur regelmäßigen Analyse der Softwarelandschaft gehört auch eine Erhebung, wie intensiv die lizensierten Pakete überhaupt genutzt werden und welche Funktionen sich die Mitarbeitenden wünschen.

Bewusstsein schaffen

*Florian Simetsreiter ist Head of Sales Local Government bei Esri, Anbieter von Geoinformationssystemen.(Bild:  Esri)
*Florian Simetsreiter ist Head of Sales Local Government bei Esri, Anbieter von Geoinformationssystemen.
(Bild: Esri)

Entscheidend für eine erfolgreiche Application Rationalization ist das Bewusstsein bei den Verantwortlichen und im Einkauf, dass eine modulare Erweiterung der bestehenden Systeme oft kostengünstiger und mit weniger Aufwand verbunden ist. Bei Anforderungen aus den Fachabteilungen sollte der erste Gedanke sein: „Kann das auch ein bestehendes System leisten und welche Erweiterungen sind dafür notwendig?“

Etabliert die IT zusätzlich ein regelmäßiges Review der eingesetzten Software und deren Erweiterungsmöglichkeiten, wirkt sich das nicht nur positiv aufs IT-Budget aus. Häufig erlaubt eine Entschlackung der eingesetzten Software auch eine bessere Bedienung und mehr Automationsmöglichkeiten, was die Produktivität und Zufriedenheit der Mitarbeitenden erhöht.

Application Rationalization führt im Endeffekt dazu, dass die eigene Software-Landschaft optimal für alle bestehenden und zukünftigen Anforderungen ausgelegt ist und die Produktivität hochhält.

Über Esri

Esri Inc. ist Technologieanbieter für Geoinformationssysteme (GIS), Location Intelligence und Mapping. Das Unternehmen ist 1969 in Redlands, Kalifornien, als Environmental Systems Research Institute und Pionier für die Verarbeitung von Geoinformationen mit Informationstechnologie gestartet. Heute hilft Esri mit seiner End-to-End Enterprise-Geospatial-Plattform ArcGIS rund 10 Millionen Usern in Unternehmen, Behörden, NGOs und Universitäten weltweit, komplexe und auf georelevanten Daten basierende Zusammenhänge in einem digitalen Zwilling zu visualisieren, zu analysieren und zu simulieren – für ein besseres Verständnis und eine nachhaltige Gestaltung der Welt.

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