Data Warehousing und Business Analytics

Wer hat´s erfunden? In-Memory-Datenbank von Exasol

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Zuhause entwickelt

Exasolution ist eine komplette Eigenentwicklung, die sowohl die Funktionen eines Betriebssystems, einer relationalen Datenbank und einer analytischen Datenbank übernimmt. Dabei ist es praktisch egal, ob es sich um strukturierte (ERP, Datenbanken, ...) oder unstrukturierte Daten (Hadoop) handelt. "Auf Basis des Red Hat Kernels haben wir unser eigenes OS aufgebaut, das sämtliche operativen und analytischen Datenbank-Prozesse steuert", so Weissbarth. "Es kann auf einem Rechner sowohl solo, als auch zusammen mit einem anderen Betriebssystem laufen. Wir empfehlen jedoch die erste Variante, also einen dedizierten Datenbank-Server." Das Programm kann auch in einer virtuellen Maschine (VM) laufen, in diesem Fall müssen allerdings Performanceeinbußen von 20 bis 25 Prozent einkalkuliert werden.

Exasolution arbeitet mit einem 1:1 Mapping zwischen RAM und Festplatte, und einer Speicher-Daten-Ratio von 1:10. Das bedeutet: 100 Gigabyte Arbeitsspeicher reichen für die Analyse von einem TerabyteRohdaten. Müssen weitere Daten über die RAM-Grenzen hinaus eingelesen werden, kann die Kapazität erhöht werden oder es wird Platz nach dem "least recently used"-Prinzip geschaffen. Sprich, es werden die Daten aus dem Arbeitsspeicher ausgelagert, die am wenigsten gebraucht wurden. Die Komprimierung erfolgt pro Datensatz, die Indizes werden selbstständig angelegt. Der dafür notwendige Platz ist erstaunlich gering, nur drei bis sechs Prozent der Kapazität werden für Indizes benötigt. Exasolution ist zudem tuningfrei, erlaubt also keine manuellen Optimierungsmaßnahmen, weil es sie schlicht nicht braucht.

Zuhause gesichert

Redundanz, Transfer- und Ausfallsicherheit werden nach dem Active-Active-Prinzip geregelt. Dabei replizieren sich die Datenbank-Server automatisch untereinander: Server B spiegelt Server A, Server C spiegelt Server B, usw. Server A spiegelt dann den letzten Server in der Reihe. Bei Ausfall eines Rechners übernimmt ein Standby-Server. Fällt beispielsweise Server B aus, so übernimmt er den Datenbestand von B, plus die dort gespeicherte Replica von Server A.

Diese Features resultieren in, so Weissbarth, konkurrenzloser Performance. Und das ohne großen Aufwand: "Bei Xing haben sich bislang zwei Datenbank-Administratoren in Vollzeit um das Datawarehouse mit 3 Terabyte gekümmert, heute schaut ein Administrator nebenbei einen halben Tag nach 30 Terabyte." Besonderer Schulungsaufwand ist dafür nicht nötig: "Administratoren haben Exasolution in einem Tag gelernt. Eigentlich müssen sie mehr vergessen, als sie dazu lernen müssen."

Zuhause gehostet

Exasolution ist in drei unterschiedlichen Darreichungsformen verfügbar:

  • Software only: Exasolution als Lizenz zur Installation auf eigener Hardware.
  • Appliance: Exasolution wird dabei kundenspezifisch auf x86-Servern von Dell vorkunfiguriert.
  • DB-as-a-Service: Dieser Cloud-Service steht auf fränkischen Servern zur Verfügung, und wird aktuell fast ausschliesslich von KMUs genutzt.

Künftig soll es speziell für diese Zielgruppe auch noch eine Variante als Single Node (möglicher Name Exaone?) geben, bei der die Redundanz über RAID 5 und 6 sichergestellt wird.

Das Lizenzmodell ist denkbar einfach. Die Gebühr berechnet sich schlicht nach dem benötigten Arbeitsspeicher. Pro Gigabyte sind netto 1.500 Euro fällig, plus 20 Prozent für die Wartung, also 300 Euro.

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