Großes Potenzial im Softwaremarkt liegt brach Geht Software noch ohne „as-a-Service“?

Von Elke Witmer-Goßner 3 min Lesedauer

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Der deutsche Softwaremarkt wird weiterhin stark von klassischen IT-Dienstleistern und Individualsoftware-Entwicklern geprägt. Obwohl cloudbasierte Softwaremodelle in den vergangenen Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen haben, ist der Anteil reiner Software-as-a-Service-Anbieter (SaaS) im Vergleich zur Gesamtzahl der Softwarefirmen in Deutschland weiterhin relativ gering.

Mit dem „EuroCloud Software Innovators Circle“ startet der eco-Verband eine neue Initiative für Anbieter, die die Zukunft der Softwarewirtschaft in Deutschland mitgestalten wollen.(Bild:  eco-Verband / KI-generiert)
Mit dem „EuroCloud Software Innovators Circle“ startet der eco-Verband eine neue Initiative für Anbieter, die die Zukunft der Softwarewirtschaft in Deutschland mitgestalten wollen.
(Bild: eco-Verband / KI-generiert)

Laut Listflix gibt es in Deutschland aktuell 39.445 Softwareunternehmen. Diese Zahl umfasst Firmen, die Software konzipieren, entwickeln und vertreiben, Web-Anwendungen und Apps erstellen oder Unternehmen bei der Implementierung und Anpassung von Softwarelösungen unterstützen. Auch Wartung, Weiterentwicklung und Beratung zählen typischerweise zum Leistungsspektrum solcher Unternehmen. Die Branche umfasst sowohl Hersteller eigener Softwareprodukte als auch IT-Dienstleister, die maßgeschneiderte Lösungen für Kunden entwickeln.

Demgegenüber steht eine deutlich kleinere Gruppe von Unternehmen, die ihre Software ausschließlich oder überwiegend als cloudbasierte Dienstleistung anbieten. Listflix sieht derzeit 819 SaaS-Unternehmen in Deutschland. Diese Firmen vermarkten ihre Anwendungen über das Internet und stellen sie Kunden meist im Abonnementmodell zur Verfügung.

Setzt man diese Zahlen ins Verhältnis, ergibt sich, dass nur ein kleiner Teil der deutschen Softwarefirmen als reine SaaS-Anbieter agiert. Von den rund 39.445 Unternehmen fallen 819 in diese Kategorie, während gut 38.600 Unternehmen ihre Software nicht primär als SaaS-Dienst anbieten. Der Anteil reiner SaaS-Firmen liegt damit bei ungefähr zwei Prozent des gesamten Softwaremarkts.

Diese Gegenüberstellung spiegelt aber nur bedingt die tatsächliche Digitalisierung des Sektors wider. Viele Softwareunternehmen verfolgen inzwischen hybride Geschäftsmodelle und kombinieren klassische Lizenzsoftware oder projektbasierte Entwicklung mit cloudbasierten Angeboten. Gerade im deutschen Mittelstand dominieren weiterhin Dienstleister, die Individualsoftware entwickeln, bestehende Systeme integrieren oder Softwarelösungen speziell an die Anforderungen ihrer Kunden anpassen.

SaaS-Lösungen bieten große Potenziale für Unternehmen der Softwarebranche in Deutschland.(Bild:  Statista Market Insights)
SaaS-Lösungen bieten große Potenziale für Unternehmen der Softwarebranche in Deutschland.
(Bild: Statista Market Insights)

Die große Mehrheit der Softwareunternehmen arbeitet weiterhin in traditionellen oder projektbasierten Geschäftsmodellen. Besonders verbreitet sind Individualsoftware-Dienstleister, die Softwarelösungen speziell nach Kundenanforderungen entwickeln. Daneben existieren klassische Softwarehersteller, die ihre Programme weiterhin als lokal installierbare Lizenzsoftware vertreiben und Wartungs- oder Updateverträge anbieten. Auch Systemintegratoren spielen eine wichtige Rolle: Sie implementieren bestehende Softwarelösungen, integrieren verschiedene Systeme miteinander oder passen Anwendungen an betriebliche Prozesse an. Ein weiterer bedeutender Bereich sind Unternehmen, die Embedded Software entwickeln – also Programme für Maschinen, Fahrzeuge oder industrielle Anlagen, wie sie vor allem in der deutschen Industrie stark verbreitet sind.

eco-Verband startet Initiative

Geht Software noch ohne a-a-S?


Der eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. will gemeinsam mit EuroCloud Deutschland die zigtausend Softwareanbieter in Deutschland, die noch ohne Cloud-Technologie agieren und mit lückenhaftem Wissen zu Architektur, Skalierbarkeit und Sicherheit kämpfen, fit machen für die SaaS-Ära.

Der EuroCloud Software Innovators Circle (ESIC), das exklusive Netzwerk für Cloud-Anbieter und Transformationswillige, versammelt Hersteller mit Internet-Experten zu Themen wie künstliche Intelligenz, Souveränität, SaaS und Compliance. Der eco-Verband lädt Legacy-Firmen ein, sich mit den Verbandsmitglieder zu vernetzen und ihre Kompetenzen zu stärken.

Entscheidungsträger von Softwarefirmen sind herzlich eingeladen, die Schwerpunkte für 2026 mitzupriorisieren – von Technologie über Security bis Compliance. Geplant sind vier Events pro Jahr.

Das Kick-off-Meeting findet am Donnerstag, 16. April 2026, ab 14:30 Uhr im eco-Hauptquartier (Lichtstraße 43h, Köln-Kubus) statt.

Programm-Highlights:
• Begrüßung durch Vorstände Felix Höger und Silke Kanes mit Vision des ESIC.
• Impulsvortrag von Dr. Oliver Mauss (CEO Nexoware): „Modernisierung und Monetarisierung: Von Legacy zur KI-fähigen SaaS-Plattform“.
• Experten-Panel zur Cloud-Migration mit Silke Kanes, Dr. Oliver Mauss, Florian Beckmann (CEO billbox), Gerrit Schumann (CEO mogenius) – plus „Open Chair“ für spontane Beiträge (Moderation: Michael Hase).
• Gemeinsame Priorisierung für 2026-Themen, gefolgt von Networking.

CloudComputing-Insider unterstützt den EuroCloud Software Innovators Circle als Medienpartner.


Jetzt für das Kick-off-Meeting anmelden!

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