Ab Januar 2026 Microsoft Teams ermöglicht Standorterfassung im Büro

Von Melanie Staudacher 2 min Lesedauer

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Microsoft Teams kann ab Januar 2026 automatisch den Büro‑Standort erkennen, sobald sich Nutzer ins Firmen‑WLAN einloggen. Praktisch für Hybridarbeit und Orientierung, aber datenschutzrechtlich sorgt das Feature für Diskussionen.

Microsoft Teams kann ab Januar 2026 automatisch den Bürostandort über das Firmen-WLAN erkennen. Somit können Unternehmen sehen, ob Mitarbeitende im Firmengebäude anwesend sind.(Bild:  Christian Hillebrand – stock.adobe.com)
Microsoft Teams kann ab Januar 2026 automatisch den Bürostandort über das Firmen-WLAN erkennen. Somit können Unternehmen sehen, ob Mitarbeitende im Firmengebäude anwesend sind.
(Bild: Christian Hillebrand – stock.adobe.com)

Im Rahmen einer neuen Roadmap hat Microsoft angekündigt, dass die Kollarborations-Platt­form Teams ab Januar 2026 automatisch den Arbeitsort erkennt, sobald sich ein Nutzer mit seinem Gerät ins WLAN des Unternehmens einloggt. Somit erhalten Mitarbeitende, die ins Firmengebäude kommen, in Teams den Status „im Büro“. Microsoft zufolge soll die Funktion helfen, Hybridarbeit transparenter zu gestalten und die Anwesenheit im Büro besser zu koordinieren.

Nützliche Funktion oder Überwachung?

Die neue Teams-Funktion befindet sich laut der Roadmap von Microsoft derzeit noch in Entwicklung.(Bild:  Vogel IT-Medien)
Die neue Teams-Funktion befindet sich laut der Roadmap von Microsoft derzeit noch in Entwicklung.
(Bild: Vogel IT-Medien)

Bisher gibt es in der Software schon eine Funktion, um den Arbeitsort manuell zu bestimmen. Dies kann hilfreich sein bei großen Bürokomplexen mit mehreren Gebäuden, um sich besser zu orientieren oder schnell herauszufinden, wo sich Mit­arbeitende aufhalten. Das angekündigte Update automatisiert dies. Die Standort­bestimmung erfolgt nicht über GPS, sondern über die Zuordnung zu bekannten Netzwerkkennungen, also WLAN-Informationen wie SSID oder Router-MAC-Adresse. Damit wird nur das Firmengebäude erkannt, nicht der genaue Standort im Raum. Die Funktion ist Microsoft zufolge standardmäßig deaktiviert. Eine heim­liche Aktivierung der neuen Funktion sei ausgeschlossen, da die Administratoren diese erst bewusst einschalten müssen. Mandantenadministratoren entscheiden, ob sie aktiviert werden soll und ob Endnutzer dies ausdrücklich wünschen“, heißt es in der Roadmap. Auch eine Geolokalisierung außerhalb des Gebäudes sei nicht möglich.

Während einige die Funktion schon lange manuell nutzen und der automatischen Standort­erfassung im Büro nicht abgeneigt sind, sorgen sich anderen um den Datenschutz und eine mögliche Überwachung am Arbeitsplatz. Microsoft selbst hat in vielerlei Hinsicht ein Auge darauf, was seine Mitarbeitenden wann machen. So hat der Software-Gigant zum Beispiel angekündigt, dass ab 2026 seine Mitarbeitenden mindestens drei Tage pro Woche ins Büro kommen müssen, sofern sie nicht mehr als 80 Kilometer entfernt wohnen. Außerdem kann der KI-Assistent Copilot anzeigen, welche Mitarbeitenden wie häufig die KI-Funktionen in Micro­soft-Software nutzen. Somit könne die Akzeptanz für KI in Unternehmen gemessen werden.

DSGVO-Vorgaben beachten

Ursprünglich sollte die neue Funktion mit einem Update im Dezember ausgerollt werden. Mittlerweile hat sich der Rollout auf Januar 2026 verschoben. Damit haben Unternehmen noch etwas mehr Zeit abzuwägen, ob sie mit der automatischen Standorterfassung ihre Zusammen­arbeit verbessern oder eher das Gefühl geben, ihre Mitarbeiter zu überwachen. Grundsätzlich sollten Unternehmen, die die Funktion nutzen möchten, eine entsprechende Betriebs­verein­barung formulieren, um nicht in Konflikt mit der DSGVO zu kommen. Diese fordert für das Sammeln solcher Daten nämlich,

  • ein berechtigtes Interesse,
  • dass die Mitarbeitenden informiert werden,
  • die Funktion transparent dokumentiert wird und
  • die Erkennung nur das Gebäude abbildet und keine Bewegungsprofile im Büro entstehen.

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