Expertenmeinung über Requirement Management-Software Klassisches und professionelles Anforderungsmanagement

Autor / Redakteur: Jürgen Gladigau / Florian Karlstetter

Jedes Projekt hat verschiedene Anforderungen. Das können gesetzliche Bestimmungen, Kundenanforderungen, interne Corporate Identity Anforderungen, Schnittstellen-Spezifikationen, zeitliche Anforderungen und so weiter sein. Im Prinzip kann alles als „Anforderung“ definiert werden, was in irgendeiner Form vom zu entwickelnden Produkt, dem angewandten Prozess oder der zu leistenden Dienstleistung berücksichtigt werden muss.

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Dabei gilt die Grundregel: Je komplexer das Produkt bzw. die Prozesse sind, desto eher stößt man mit den „klassischen“ Herangehensweisen (wie beispielsweise Word, etc.) an die Grenzen.

Von Word zum professionellen Requirement Management Tool

Fast alle Projekte werden am Anfang mit einem normalen Textverarbeitungsprogramm (Word etc.) umgesetzt, das heißt man schreibt einfach nieder, was das Produkt oder die Dienstleistung können muss und worauf zu achten ist. Das Ganze wird dann noch thematisch strukturiert, mit Überschriften versehen und fertig ist die „Spezifikation.doc“. Oftmals sind die eigentlichen Anforderungen noch mit Prosa verbunden, wodurch sich das Ganze etwas flüssiger liest.

Mit der Zeit wird die „Spezifikation.doc“ immer länger, das Dokument immer größer und es gibt mittlerweile eine beachtliche Anzahl von verschiedenen Versionen von „Spezifikation_vers###.doc“. Es entsteht der Wunsch, die Anforderungen besser verwalten zu können und eventuell gezieltere Filterabfragen über die Anforderungssammlung laufen zu lassen. Ein Textverarbeitungsprogramm bietet dazu nicht mehr die richtige Unterstützung an und deswegen wird irgendwann der Schritt unternommen, die gesammelten Werke in ein Tabellenkalkulationsprogramm (Excel etc.) zu übertragen.

Damit erreicht man eine Vielzahl an Verbesserungen. Die Requirements werden überarbeitet, unnötige Prosa wird gestrichen oder zumindest reduziert und es findet eine gewisse Zuordnung dergestalt statt, dass jedes Requirement für sich in einer Zeile (Zelle) im Tabellenkalkulationsprogramm steht.

Danach ergibt sich die Möglichkeit die Requirements zu attribuieren und den Anforderungen lassen sich nun z. B. eine „Priorität“ zuordnen oder eine „Version“ oder ein „Testfall“ und so weiter. Durch die entsprechenden Filtermechanismen von Tabellenkalkulationsprogrammen kann man nun leicht verschiedene Analysen ausführen und z. B. einfache Fragen wie „Wie viele high-priority Requirements sind in dem neuen System?“ oder „Zeige mir alle zu diesem Testfall gehörige Requirements“ schnell beantworten.

Das bereits ist ein großer Fortschritt, doch auch diese Vorgehensweise stößt an Ihre Grenzen: Zum einen alleine schon aufgrund der Größe des Dokuments, die durch die Zuordnung von Attributen entsteht, und damit verbunden eine Unübersichtlichkeit. Zudem kann bei diesem (file-basierten) Ansatz immer nur eine Person Änderungen vornehmen, ohne dass Informationen verloren gehen.

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