Steigende Kundenansprüche erfordern umfassenderes Fertigungsmanagement

Kapazitätsmanagement für Produktion und Fertigung

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Leitstand für das Ressourcenmanagement

Aus dem Abgleich beider Datenbestände ergibt sich ein Kapazitätsprofil, das Konflikte sofort anzeigt, etwa wenn zwar Maschinen für verschiedene Aufträge frei wären, aber alle dasselbe Werkzeug erfordern.

Derartige Überschneidungen werden im Managementtool an drei Stellen gekennzeichnet: Zum einen lassen sich die Belegungsverläufe der einzelnen Ressourcen betrachten und zum anderen wird in jedem Fertigungsauftrag die Auslastung der beteiligten Ressourcen dargestellt. Vor allem aber erstellt das System eine Visualisierung der Gesamtheit aller Produktionskapazitäten des Betriebs in einem umfassenden Balkendiagramm. Über eine Farbkennzeichnung werden hier kritische Zeiten deutlich hervorgehoben. Standardweise reicht diese Übersicht über 90 Tage, wenn nötig, können aber auch größere Zeiträume betrachtet werden.

Das Gesamtbild fungiert gewissermaßen als Leitstand: Hier lassen sich alle Kapazitäten anzeigen und zu Gruppen verdichten. Künftig können in dieser Oberfläche auch Ressourcen grafisch verschoben werden, um Überlastungen auszugleichen. Gleichzeitig werden die Auswirkungen jeder Umschichtung sofort angeglichen und angezeigt.

So soll vermieden werden, dass ein Umdisponieren an anderer Stelle neue Engpässe schafft. Zusätzlich soll auch die Funktionalität „Terminieren gegen endliche Kapazität“ in das Programm integriert werden, mit der man bei der Auftragsplanung Überbeanspruchungen erkennen und die Prozesse auf freie Zeitfenster legen kann.

Klaus Gebauer, einer der Geschäftsführer der Wühler & Gebauer EDV Consulting GmbH.
Klaus Gebauer, einer der Geschäftsführer der Wühler & Gebauer EDV Consulting GmbH.
„Natürlich ist diese Funktion optional“, erklärt Klaus Gebauer, einer der Geschäftsführer von Wühler & Gebauer und Entwickler des Tools. „Sehen die Kundenbedingungen eine Lieferung zu einem festgelegten Zeitpunkt vor, lässt sich der Auftrag auch in eine Überlastphase legen, die dann anderweitig ausgeglichen werden kann.“ Auch Verzögerungen in der Fertigung zeigt das Diagramm an. Diese Überhänge aus der Vergangenheit werden auf den aktuellen Tag als Bedarf kumuliert und den vorhandenen Ressourcen gegenübergestellt, so dass ersichtlich wird, wann die ausstehenden Leistungen erbracht sind. „Würde man diese Prozesse dagegen konventionell einplanen, ließen sich die überfälligen Arbeiten nicht mehr von den normalen unterscheiden“, so Gebauer.

Materialübersicht mit Zukunftsausblick

Bei der Kapazitätsverrechnung wird allen eingepflegten Daten Rechnung getragen, auch solchen aus der laufenden Produktion. So fließen etwa Teilrückmeldungen mit ein, wodurch sich abschätzen lässt, wie lange oder wie stark gewisse Ressourcen noch belegt sind. Die Meldungen können über Schnittstellen direkt von den Maschinen übernommen werden, solang dort die Aufgaben mit Auftragsnummer hinterlegt wurden. Die Bewertung der Kapazitätsauslastung lässt sich dabei frei definieren, um zum Beispiel den Fall zu berücksichtigen, dass nur ein Teil mit hohem Zeitaufwand produziert wird. Hier sind möglicherweise schon wieder Ressourcen frei, obwohl die Endstückzahl noch bei 0 liegt.

Ergänzend dazu arbeitet Wühler & Gebauer derzeit an einer ähnlichen Visualisierung der verfügbaren Materialien, die den Lagerbestand auf einer Zeitschiene wiedergibt. Dazu verrechnet das System die vorhandene Rohware mit künftigen Bedarfen und angekündigten Deckungen, um einen fiktiven Bestand zu errechnen. Dadurch werden zu erwartende Engpässe sofort sichtbar und es können entsprechende Maßnahmen zur Lösung ergriffen werden. Im Zusammenspiel mit dem Kapazitätsmanagement soll sich so die kontinuierliche Auslastung aller Produktionsressourcen optimieren und so die Fertigungseffizienz erhöhen lassen.

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