OEM-Distributor Listec mahnt zur Vorsicht bei kostenloser Variante IBM ändert Lizenzmodell für Informix
Das neue Lizenzmodell von IBM für das Datenbank-Managementsystem Informix unterscheidet zwischen sechs Varianten. Welche Tücken Reseller beachten sollten und wo die Vorteile liegen, erläutert der erfahrene IBM-Insider und Listec-Chef Jens Orhanovic.
Anbieter zum Thema
Listec, größter OEM-Distributor für IBM-Software, hat für Independent Software Vendors (ISVs) die wichtigsten Änderungen analysiert, die sich aus der neuen Positionierung des Datenbank-Managementsystems Informix ergeben. Das neue Lizenzmodell unterscheidet zwischen sechs Varianten, die signifikante Unterschiede hinsichtlich der Preise, Merkmale und Eigenschaften aufweisen.
Die Tücken stecken im Detail
Die Edition „Innovator-C“ ist kostenfrei. „Darüber werden sich insbesondere die Anwender zunächst einmal freuen – und sicher auch darüber, dass diese Variante für die Plattformen Windows, Mac, Linux und Unix bereit stehen wird“, kommentiert Listec-Geschäftsführer Jens Orhanovic. „Dennoch ist Vorsicht geboten.“
Zu beachten sei, dass diese Edition nur für den Endkunden zu haben ist und nicht etwa für den ISV. Das bedeutet: Der Anwender ist selbst für seine Installation verantwortlich, mit allem, was dazu gehört: zum Beispiel für den Versionsabgleich und die Abstimmung der Parameter. „Dazu gesellt sich die aufwändige Fehlersuche – etwa wenn es Performance-Probleme gibt oder die Datenbank still liegt. Wer übernimmt die Verantwortung? An wen wendet sich der Anwender mit eventuellen Schadensersatzforderungen?“, führt Orhanovic aus.
Da der Standard-Support nur über die Community erhältlich ist, müsse der Kunde im Endeffekt dann doch seinen ISV beauftragen. Dessen Arbeitsaufwand ist in diesem Fall wesentlich höher. „Er muss erst einmal mühsam herausfinden, was sein Kunde in welchen Mengen installiert hat. Das, was bei der Anschaffung gespart wurde, kommt im Nachhinein dann als Kostenmehraufwand hinzu“, prognostiziert der Listec-Chef. Außerdem ist die Innovator-C-Edition auf vier Cores und zwei Gigabyte limitiert. Für viele Betriebe reiche das nicht aus. Ebenfalls kostenfrei ist die „Developer-Edition“, allerdings ausschließlich für Entwickler.
Ultimate-C-Edition löst Choice-Edition ab
In diesem Zusammenhang ist es nach Ansicht Orhanovics nur vorteilhaft, dass Big Blue entschieden habe, die ursprünglich ebenfalls kostenfrei geplante „Ultimate-C-Edition“ für Windows und Mac durch die kostenpflichtige „Choice-Edition“ zu ersetzen.
Diese dürfen die Independent Software Vendors auch mit ihrer Lösung veredeln und verbreiten. Support- und Haftungsfragen sind von vornherein geklärt – was letzten Endes aus den genannten Gründen auch den Kunden nützt. Diese Version unterliegt auch weniger Beschränkungen als die „Innovator-C-Edition“.
Growth-Edition profitiert
Laut Angaben der Listec profitiert daneben insbesondere die „Growth-Edition“ von der Neuordnung der Lizenzpolitik bei IBM-Informix. So ist zukünftig beispielsweise neben der erweiterten High Availability Data Replication (HDR) und Enterprise Replication (ER) auch die Nutzung des Informix Warehouse Features möglich. „Entgegen anders lautender Gerüchte ist die Growth-Edition für alle Plattformen erhältlich“, stellt Orhanovic klar.
Erweiterung bei Ultimate-Edition
Die „Ultimate-Edition“ kommt trotz Preissenkung nun inklusive Continuous Availability und Warehouse Feature daher. Keine Veränderungen gibt es bei der schon existenten „Express-Edition“.
Fazit
Der Listec-Geschäftsführer zieht insgesamt ein positives Fazit: „Für die Kunden der ISVs stellen wir nur positive Veränderungen fest. Die Verträge behalten ihre Gültigkeit und sie profitieren von den zusätzlichen Eigenschaften, die ihnen künftig bereitgestellt werden. Für die Independent Software Vendors selbst ergeben sich aufgrund der neuen Lizenzpolitik größere Chancen im Rahmen der Wettbewerbspositionierung. Auch ihre Lösungen profitieren von den neuen Features – und teilweise sind die aktuellen Preismodelle sehr attraktiv für einen kostengünstigen Start.“
(ID:2046506)