Toms Wochentipp: Automatische Modellwahl für unterschiedliche Aufgaben GPT-5 jetzt in Microsoft 365 Copilot verfügbar

Von Thomas Joos 2 min Lesedauer

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GPT-5 steht ab sofort in Microsoft 365 Copilot bereit. Das Modell erweitert die Möglichkeiten des Orchestrators, indem es je nach Aufgabe zwischen schnellen und reasoning-fähigen Varianten wechselt. Damit lassen sich einfache Anfragen sofort beantworten und komplexe Projekte strukturierter umsetzen. Problemlos ist das allerdings noch nicht.

GPT-5 in Microsoft 365 Copilot löst komplexe Aufgaben strukturierter und beantwortet einfache Anfragen schneller.(Bild:  Microsoft)
GPT-5 in Microsoft 365 Copilot löst komplexe Aufgaben strukturierter und beantwortet einfache Anfragen schneller.
(Bild: Microsoft)

GPT-5 in Microsoft 365 Copilot arbeitet über den Orchestrator, der Unternehmensdaten aus SharePoint, OneDrive, Teams und Outlook mit Webinhalten verbindet und die Compliance-Vorgaben wahrt. Das neueste OpenAI-Modell bringt dabei einen internen Router mit, der je nach Anfrage zwischen einem schnellen Modell für Routineaufgaben und einem reasoning-fähigen Modell für komplexere Arbeitsschritte wechselt. Dadurch können einfache Übersetzungen oder Statusabfragen direkt beantwortet werden, während längere Analysen oder Bewertungen mit zusätzlicher Kontexttiefe erfolgen.

Für Anwender bedeutet das, dass komplexe Projekte nicht mehr zwingend in Teilschritte zerlegt werden müssen. Ein klar formulierter Prompt mit Ziel, Kontext und Quellen reicht häufig aus, damit GPT-5 den Ablauf erkennt und die Aufgabe in einem Arbeitsgang strukturiert. Das unterscheidet sich deutlich von den bisherigen Modellen, die eher schrittweise geführt werden mussten.

Technische Besonderheiten von GPT-5 mit Microsoft Copilot

GPT-5 ist zunächst nicht als Standardmodell hinterlegt, sondern muss pro Sitzung manuell aktiviert werden. Standard bleibt GPT-4o. Die Tokenkapazität von GPT-5 ist deutlich erweitert, sie liegt bei bis zu 400.000 Tokens, wobei in Microsoft 365 vor allem die Begrenzung durch das Charakterlimit im Web-Modus praktisch relevant ist. Im Work-Modus stehen längere Eingaben zur Verfügung, weshalb sich komplexere Aufgaben dort besser umsetzen lassen.

In Copilot Studio lässt sich GPT-5 ebenfalls als Modell wählen, wodurch sich eigene Agents mit erweiterten reasoning-Funktionen erstellen lassen. Für sehr tiefe Recherchen verweist Microsoft weiterhin auf dedizierte Agents wie Researcher oder Analyst, die auf spezialisierten Modellen basieren und noch detailliertere Ergebnisse liefern können.

Probleme und Einschränkungen

Erste Tests zeigen jedoch, dass neben präziseren Analysen auch neue Probleme auftreten können, von unerwarteten Suchläufen in Codebasen bis hin zu erhöhter Komplexität bei generiertem Code.

Anwender von GitHub Copilot beobachteten, dass GPT-5 unerwartet Suchabfragen in der Codebasis ausführte, ganze Prompts als Suchbegriffe übernahm oder sich in Endlosschleifen verfing. Auch wurde kritisiert, dass generierter Code unnötig komplex oder unübersichtlich ausfiel. Andere Rückmeldungen heben hervor, dass das Modell im Reasoning-Modus zwar präziser, im kreativen oder explorativen Einsatz jedoch zurückhaltender wirkt.

Für den praktischen Einsatz ist es daher ratsam, Prompts klar und strukturiert zu formulieren. Besonders im Unternehmenskontext empfiehlt sich die Nutzung im Work-Modus, um größere Eingaben und komplexere Arbeitsanweisungen zuverlässig verarbeiten zu lassen. Wer auf schnelle Ergebnisse setzt, profitiert von der automatischen Umschaltung auf das High-Throughput-Modell, sollte jedoch prüfen, ob die Resultate fachlich korrekt und vollständig sind.

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