Merz überrascht mit Personalie für CDU-Kabinettsliste Erster Digitalminister des Bundes kommt aus der Wirtschaft

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Gut eine Woche vor der geplanten Wahl zum Kanzler stellt CDU-Chef Friedrich Merz den Spitzen seiner Partei in Berlin das Tableau der CDU-Ministerinnen und -Minister eines künftigen schwarz-roten Kabinetts vor und sorgt für eine Überraschung.

Dr. Karsten Wildberger soll das neu geschaffene Ressort für Digitalisierung und Staatsmodernisierung in der Regierung von Friedrich Merz übernehmen.(Bild:  MediaMarktSaturn Retail Group GmbH)
Dr. Karsten Wildberger soll das neu geschaffene Ressort für Digitalisierung und Staatsmodernisierung in der Regierung von Friedrich Merz übernehmen.
(Bild: MediaMarktSaturn Retail Group GmbH)

Schon vorher hatten sich Union und SPD auf die Einrichtung eines neuen Ministeriums für Digitalisierung und Staatsmodernisierung verständigt. Damit wird es künftig ein Ministerium mehr geben als bisher.

MediaMarktSaturn-Chef als erster Digitalminister

Für viele überraschend soll mit Karsten Wildberger ein Top-Manager das neue Digitalministerium übernehmen. Als Vorstandschef des Ceconomy-Konzerns (Düsseldorf) und Vorsitzender der Geschäftsführung der Media-Saturn-Holding mit rund 1.000 Märkten in vielen Ländern bringt der 56-Jährige einschlägige Praxiserfahrung mit. In den vergangenen Jahren gehörte die digitale Transformation in Wirtschaft und Unternehmenswelt zum Kern seiner Tätigkeiten.

Direkt nach Bekanntgabe seiner Berufung bat Wildberger den Aufsichtsrat der Ceconomy darum, ihn zum 5. Mai von seinen Aufgaben zu entbinden. Am 6. Mai soll Merz zum Bundeskanzler gewählt werden. „Ich fühle mich geehrt über das Vertrauen, das Friedrich Merz in mich setzt, und die Möglichkeit, der neue Minister für Digitales zu werden“, erklärte er.

Von der Ceconomy-Spitze ins Bundeskabinett

Internationale Führungspositionen bekleidete Wildberger auch bei T-Mobile, Vodafone oder dem australischen Telekommunikationsunternehmen Telstar. Von 2016 bis Sommer 2021 war Wildberger dann beim Energiekonzern E.ON als Vorstandsmitglied für den digitalen Wandel zuständig. Unter seiner Führung hat Ceconomy als Elektronikmärkte-Betreiber das Online-Geschäft ausgebaut – und im Werbeslogan verspricht der Konzern Konsumenten, das Leben in der digitalen Welt zu „vereinfachen“. In seinem neuen Minister-Job dürfte es – grob umschrieben – um eine ähnliche Zielsetzung gehen.

Wildberger stammt aus Gießen, hatte Physik in München und Aachen studiert und auch promoviert. Als Unternehmensberater der Boston Consulting Group hatte er zunächst Unternehmen in verschiedenen Branchen zu Fragen der Strategie und Digitalisierung beraten.

Große Erwartungen an den designierten Bundesminister

Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst gratulierte dem designierten neuen Minister, nicht ohne auf die Herausforderungen und Erwartungen hinzuweisen: „Seine Kernaufgabe ist, Deutschland zu einem digital souveränen Land zu machen – in Wirtschaft, Staat und Gesellschaft. Die Einrichtung des neuen Ressorts ist ein Meilenstein für Deutschland und seine Ausgestaltung wird maßgeblich dafür sein, ob es zu einem echten Treiber für die Digitalisierung in Deutschland wird. Mehr denn je müssen wir jetzt wettbewerbsfähig, innovativ und digital handlungsfähig werden: um die Wirtschaft in Schwung zu bringen, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken, die Sicherheit auch im Cyberraum zu verbessern und den Staat auf die Höhe der Zeit zu bringen.“

Wintergerst erwartet die zügige und verbindliche Klärung der konkreten Zuständigkeiten, Befugnisse und Ressourcen des neuen Ressorts, auch im nachgeordneten Bereich. Das Digitalministerium könne nur schlagkräftig handeln, wenn es die Federführung für die digitalen Kernthemen erhält und mit den notwendigen Koordinierungsrechten, einem Digitalvorbehalt sowie einem ausreichenden Einzelplan ausgestattet sei.

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