Petition gestartet Ein Recht auf Leben ohne Digitalzwang?

Von Natalie Ziebolz 1 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Vom Arzt bis zur Behörde – die Digitalisierung sämtlicher Lebensbereiche nimmt ständig zu. Dadurch werden jedoch oftmals ältere und arme Menschen ausgeschlossen. Der Verband Digitalcourage fordert daher, das Recht auf Leben ohne Digitalzwang ins Grundgesetz aufzunehmen.

Julia Witte von Digitalcourage kritisiert: „Digitalisierung scheint für viele zu bedeuten: Wir machen jetzt eine App und bieten alle unsere Dienste nur noch darüber an.“ (Bild:  Sir_Oliver – stock.adobe.com)
Julia Witte von Digitalcourage kritisiert: „Digitalisierung scheint für viele zu bedeuten: Wir machen jetzt eine App und bieten alle unsere Dienste nur noch darüber an.“
(Bild: Sir_Oliver – stock.adobe.com)

Die Grundrechtsorganisation Digitalcourage startete deshalb eine Petition, um das Recht auf ein Leben ohne Digitalzwang ins Grundgesetz aufzunehmen. Ziel ist es, die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben und die Nutzung öffentlicher Infrastruktur ohne Zwang zur Nutzung digitaler Technologien zu gewährleisten.

„Ohne Smartphone keine Speisekarte, ohne E-Mail keine Fahrkarte, ohne App kein Paket, ohne Account keinen Arzttermin – dieser Trend zum Digitalzwang nimmt gerade an Tempo auf. An immer mehr Stellen werden wir genötigt, uns einzuloggen, online zu registrieren oder eine App herunterzuladen – und dabei immer mehr persönliche Daten preiszugeben“, erklärt Rena Tangens, Gründerin von Digitalcourage. Die Organisation erhält seit 2021 zahlreiche Beschwerden von Menschen, die sich durch digitale Verpflichtungen benachteiligt fühlen. „Es gibt Leute, die behaupten, das sei ein Problem, das irgendwann ‚wegsterben‘ würde“, so Tangens. Das sei nicht nur zynisch, sondern auch schlicht falsch. „Denn Digitalzwang betrifft nicht nur Seniorinnen, sondern auch Menschen, die ihr Recht auf informationelle Selbstbestimmung ernst nehmen, die nicht wahllos Apps auf ihrem Gerät installieren möchten und nicht bei jeder alltäglichen Handlung eine Datenspur hinterlassen wollen.”

Der Verband hatte daher bereits in der Vergangenheit unter anderem die Deutsche Post DHL und die Deutsche Bahn für ihren Digitalzwang kritisiert. Nun will er das Problem grundlegend angehen: „Wir fordern den Bundestag auf, das Recht auf ein Leben ohne Digitalzwang ins Grundgesetz aufzunehmen!”, so Julia Witte, Redakteurin und Campaignerin bei Digitalcourage.

Die Petition startete am 23. Mai, zum 75. Jubiläum des Grundgesetzes, und kann online sowie offline unterschrieben werden.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf unserem Partnerportal eGovernment.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:50048907)

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zu Cloud Computing

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung