Geschäftsentscheidungen gestern, heute und morgen

Der Wandel von Business Intelligence zu Business Analytics

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Treiber Big Data

Ein weiterer großer Treiber der BA-Technologien ist die enorme Datenflut, die über Unternehmen heute hereinbricht. Allein bis zum Ende dieses Jahrzehnts soll das Gesamtdatenvolumen des weltweiten Datenaufkommens bereits 35 Zettabyte umfassen. Für das Jahr 2010 prognostizierte IDC noch einen Anstieg des gesamten Datenvolumens auf 1,2 Zettabyte. Durch die reine Datenaggregation lässt sich aus diesem Volumen kaum noch Nutzen ziehen. Nur durch ausgereifte Analytics-Technologie können Entscheider hier relevante Informationen herausfiltern und für schnell für Geschäftsentscheidungen nutzen.

Immer mehr Unternehmen erkennen die Zeichen der Zeit. Laut einer aktuellen Studie , die IBM unter 3000 weltweiten CIOs durchgeführt hat, haben 83 Prozent der CIOs in mittelständischen Unternehmen das Thema Analytics ganz oben auf ihrer Agenda. Sie gaben an, in entsprechende Technologien investieren zu wollen, um die Datenmasse in handlungsleitende Erkenntnisse verwandeln zu können.

Dass das ein probater Weg zu mehr Erfolg sein dürfte, zeigt eine Studie , die das IBM Institute for Business Value im letzten Jahr gemeinsam mit der MIT Sloan Management durchgeführt hat. Sie zeigt, dass Unternehmen, die ein höheres Analytics-Reifeniveau erreicht haben, im Wettbewerb die besseren Karten haben. Genau genommen ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie ihre Wettbewerber übertreffen drei Mal höher, als bei denjenigen, die analytisch noch weniger ausgereift wirtschaften. Die von IBM 2010 durchgeführte Global CFO Study untermauert: Investitionen in BA ermöglichen doppeltes EBITDA-Wachstum, 36 Prozent mehr Wachstum beim Umsatz und über 15 Prozent Return-on-Investment.

IQ und AQ

Um zu der eingangs erwähnten Analogie zurückzukehren: Bei der Entwicklung der Business Analytics-Technologie geht es darum, das abzubilden, was der menschliche Verstand in seinen Entscheidungen ganz intuitiv leitet: Durch ein In-Bezug-Setzen seiner Erfahrungen, seines Wissens über die Gegenwart und seine Antizipation wahrscheinlicher Ereignisse die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Ein Gradmesser für die Fähigkeit dies zu leisten, ist die Ermittlung des IQs. Analog dazu beginnt der Weg einer Organisation zu besseren Entscheidungen über eine Standortbestimmung: Wie steht es um den eigenen „Analytics Quotient“ ? Dabei handelt es sich um eine Methode, zu messen, wie gut eine Organisation darin ist, Analytics-Verfahren auf die strategische Planung, operationale Prozesse und die Entscheidungen insgesamt anzuwenden. Der AQ misst die Bereitschaft und Fähigkeit, auf Basis der historischen Daten und der gegenwärtigen Situation mögliche Ereignisse zu antizipieren und das Geschäft daraufhin zu optimieren.

Auf dieser Standortbestimmung baut die weitere Entwicklung der eigenen Business Analytics und Optimierung auf, also die Entfaltung des Analytics Quotient. Denn nur mit einem hohen AQ werden Unternehmen „the new oil“ zum Sprudeln bringen.

Der Autor

Karsten Wilhelmus ist Market Segment Manager Business Analytics, IBM Deutschland.

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