Accounts clever schützen Passwörter ändern aus Prinzip ist die falsche Strategie

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Am 1. Februar ist „Ändere dein Passwort“-Tag. Ein Gadget-Blog rief ihn 2012 ins Leben. Und er hält sich hartnäckig, obwohl periodisches Ändern längst überholt und das Passwort ein Auslaufmodell ist.

Passwörter sind wichtig, um Accounts zu schützen – für moderne Authentifzierungsverfahren braucht man sie aber nicht mehr. (Bild:  THAWEERAT - stock.adobe.com)
Passwörter sind wichtig, um Accounts zu schützen – für moderne Authentifzierungsverfahren braucht man sie aber nicht mehr.
(Bild: THAWEERAT - stock.adobe.com)

Regelmäßig Passwörter ändern, ohne triftigen Grund? Da klingt nach einem Sicherheitsplus, ist es aber nicht. Ein gutes, starkes Passwort, das ausschließlich für eine einzige Anwendung genutzt wird, kann durchaus einige Jahre lang unverändert bleiben. Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gibt in seinem IT-Grundschutz-Kompendium schon länger keine Empfehlung mehr zum regelmäßigen Ändern von Passwörtern.

Passwort ändern am Anfang und bei Gefahr

Natürlich muss aber immer dann eine Änderung her, wenn Unbefugte Kenntnis von einem Passwort erlangt haben – oder der Verdacht besteht. Und: Voreingestellte Passwörter bei Diensten oder Geräten müssen stets erst einmal geändert werden.

Ansonsten führt ein Turnus häufiger Passwortwechsel eher dazu, dass Nutzende entnervt doch wieder einfache, schwache Passwörter wählen - oder schlicht überall auf dasselbe Passwort setzen. Das ist brandgefährlich. Denn im Ernstfall genügt dann ein Leak oder ein erfolgreicher Angriff bei einem Dienst, um ungehindert Zugang zu allen anderen Onlinekonten des Nutzers zu bekommen. Keinesfalls geschehen darf das beim E-Mail-Konto, das meist eine Schlüsselrolle zum Zurücksetzen von Passwörtern bei zahllosen anderen Diensten spielt.

Die Zukunft gehört aber den sogenannten Passkeys. Sie ermöglichen das passwortlose Anmelden, wenn der jeweilige Dienst dies unterstützt. Den Einsatz von Passkeys empfiehlt inzwischen auch das BSI, weil das Verfahren Passwörtern in vielerlei Hinsicht überlegen ist.

So funktioniert das Passkey-Verfahren

Bei den Diensten, die Passkeys anbieten, ist das Verfahren zunächst nur eine Option für den Log-in. Auch normale Passwörter und Zweifaktorauthentifizierung (2FA) lassen sich erst einmal weiter nutzen.

Herzstück der passwortlosen Anmeldung via Passkeys ist ein Krypto-Schlüsselpaar (Public-Key-Kryptographie). Ein privater Schlüssel wird vom Nutzer oder der Nutzerin gespeichert. Der andere, öffentliche Schlüssel liegt beim Dienste-Anbieter. Möchten sich Nutzende bei einem Account einloggen, müssen sie nur das Auslesen ihres privaten Schlüssels durch den Anbieter des jeweiligen Dienstes freigeben – und zwar ganz einfach per Fingerabdruck, Gesichts-Scan oder PIN-Eingabe.

Teils sind Passkeys noch an ein bestimmtes Gerät beziehungsweise Betriebssystem gebunden. Doch inzwischen ist der Weg auch frei dafür, dass sich Passkeys einfach und durchgängig verschlüsselt zwischen verschiedenen Geräten übertragen und synchronisieren lassen.

Vor allem unterstützen inzwischen auch die meisten Passwortmanager Passkeys oder haben dies angekündigt. Für viele Nutzende bedeutet das einen relativ einfachen, fließenden Übergang zwischen den Verfahren.

Wer noch nicht auf das Passkey-Verfahren umsteigen kann, findet in der Bildergalerie noch mehr Methoden, seine Accounts zu schützen:

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