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Zimory Cloud-Management erntet Lorbeeren Zimory-Manager Maximilian Ahrens: „Erst wer mit uns Erfolg hat, zahlt“

| Redakteur: Ulrike Ostler

Zimory entwickelt Cloud Management Software für Provider, die Infrastructure as a Service (IaaS) in privaten, öffentlichen und hybriden Clouds anbieten. Nun erhält das Berliner Unternehmen den „Cloud Leader Award 2012“ des Analystenhauses Experton Group in dieser Disziplin. Maximilian Ahrens, Chief Product Officer bei Zimory erläutert das Produkt im Interview.

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Der Diplom-Wirtschaftsingenieur Maximilian Ahrens ist Mitbegründer von Zimory und als VP Products für die Produktentwicklung sowie die technischen Dienstleistungen Pre-Sales, Consulting und Support verantwortlich. Von 2005 bis 2008 arbeitete der Experte für Virtualisierung und Serviceorientierte Architektur (SOA) als Projektleiter bei den Deutsche Telekom Laboratories.
Der Diplom-Wirtschaftsingenieur Maximilian Ahrens ist Mitbegründer von Zimory und als VP Products für die Produktentwicklung sowie die technischen Dienstleistungen Pre-Sales, Consulting und Support verantwortlich. Von 2005 bis 2008 arbeitete der Experte für Virtualisierung und Serviceorientierte Architektur (SOA) als Projektleiter bei den Deutsche Telekom Laboratories.
(Bild: Zimory GmbH)

Zimory entstand 2007, als Spin-off der Deutschen Telekom. Die GmbH mit mittlerweile mehr als 50 Mitarbeitern sowie Niederlassungen in Erfurt und Minsk bietet im Wesentlichen drei Produkte an: „Manage” für das IaaS Management, „Connect” für das Ressourcen-Management sowie „Scale“, eine Datenbank-Virtualisierungs-Software.

Auf der Management World Konferenz in Dublin, stellte der Zimory-CEO nun zusammen mit Michael Osterloh, Vizepräsident Market Structure Eurex Frankfurt AG, ein Cloud Services Brokerage Modell vor. Konkret geht es dabei um einen „Börsenmarktplatz, dem ein Cloud Brokerage Modell zu Grunde liegt.“ Detailiertere Informationen dazu sollen in Kürze folgen.

Die Gartner-Analysten bezeichneten Zimory im vergangenen Jahr als einen von den den fünf coolsten Anbietern in Sachen Cloud Management (siehe: Cool Vendor in Cloud Management). Auch die Experton Group zeichnete die kleine Firma schon in ihrem “Cloud Vendor Benchmark” aus und in diesem Jahr erneut.

Carlo Velten, Senior Advisor der Experton Group und einer von zwei Autoren der Studie, in der „Zimory zählt zu den Pionieren und Technologieführern im Markt, und hat seine Innovationsstärke bei signifikanten Kunden unter Beweis gestellt.“ Maximilian Ahrens nahm den Preis in Empfang.

Was ist das Besondere an der Zimory-Suite und welchen Kundenkreis adressieren Sie?

Maximilian Ahrens: Wir bauen Software für Provider, die Geschäftskunden Infrastructure als Service (IaaS) anbieten. Außerdem können unsere Kunden die Suite als Plattform für die Einbindung und Entwicklung von Mehrwertdiensten nutzen.

Doch anders als etwa die Kunden von „Eucalyptus“, die ein komplettes Replacement ihrer bestehenden Infrastruktur vornehmen müssen, garantieren wir unseren Kunden, dass sie die Bestandstechnik und damit auch das erarbeitete Know-how weiter nutzen können. Denn unser Cloud-Stack ist neutral. Es arbeitet mit VMware-Tools und Plattformen genauso zusammen wie mit solchen von Microsoft, Oracle und Citrix. Enterprise Kunden und Service-Provider vermeiden damit den so genannten Vendor-Lock-in.

Zu den Kunden zählen T-Systems und seit 2011 auch die Deutsche Telekom selbst sowie die Österreichische Bundesregierung, die Technische Universität Berlin und die Ludwig-Maximilians-Universität München. Ein noch junger, kleiner aber interessanter Kunde ist das Oberstufenzentrum Informationstechnik und Medizintechnik, Berlin. http://www.oszimt.de

Was ist in Ihrem Fall ein Cloud-Stack?

Maximilian Ahrens: Ich habe im Kopfe immer das Bild von einem Dach auf drei Säulen. IaaS a bedeutet, dass jemand, der von der Infrastruktur nichts versteht, sie trotzdem nutzen kann. Er bestellt, und es werden ihm die passenden Komponenten bereit gestellt. Das gilt für Storage jeder Art, bis hin zu lokalen Speichermedien, für das Compute, Power von virtuellen Maschinen, bis zu den Netzen. Mit unserem Werkzeug können sich die Service-Kunden mehrschichtige Architekturen erstellen mitsamt Subnetzen und Verschachtelungen.

Der Kontakt läuft über ein Portal, eine Access-Schicht beziehungsweise eine Web-Applikation sowie Programmierbare Interfaces (APIs). Darunter befindet sich die Automatisierungsschicht, in der etwa Server und Storage-Devices angelegt werden. Heterogenität spielt hierbei keine Rolle.

Dann gibt es den „Chrage-Back-Bereich“. Die Provider bekommen Funktionen an die Hand, mit denen sie ihre Leistungen verrechnen können, etwa nach Stunde und Bandbreite …

Sodann liefern wir ein Workload-Management für die in der Cloud laufenden Systeme. Der Zugriff für die Wartung, den Betrieb und die Modernisierung erfolgt über ein Portal.

Übrigens erlaubt die Software Mandanten-fähige Services und ist selbst Mandanten-fähig.

Gehört Security nicht zu diesen Säulen?

Maximilian Ahrens: Nein, Sicherheit ist keine Säule, sondern ein Element in jdem der genannten Bereiche.

Wo sehen Sie ihre Konkurrenz?

Maximilian Ahrens: Zum einen stehen wir im Wettbewerb zu den Lieferanten von Tools für die Rechenzentrums-Automatisierung wie HP, BMC, CA, IBM, … Allerdings sind alle diese Anbieter weitaus breiter aufgestellt. Das hat sicher Vorteile, wenn man Lösungen anbieten will. Doch für unsren Fokus erweist sich das als eher nachteilig. Um zum Beispiel einen Cloud-Service aufzusetzen, braucht man sieben IBM-Systeme.

Beispiel für eine Infrastruktur über zwei Rechenzentren verteilt unter den Einsatz von Zimory-Software.
Beispiel für eine Infrastruktur über zwei Rechenzentren verteilt unter den Einsatz von Zimory-Software.
(Bild: Zimory GmbH)

Wir bieten aber auch den Herstellern von Virtualisierungs-Stacks wie VMware, Citrix und Microsoft die Stirn. Denen fehlt der Aspekt Offenheit.

Das sehen diese Unternehmen anders. Das Problem an der Stelle scheinen eher die Schwarzen Peter zu sein, wenn im Problemfall der eine Hersteller die Zuständigkeit an die jeweils anderen zuweist. Wie handhaben Sie das?

Maximilian Ahrens: Entweder das Problem tritt bei uns auf oder unterhalb des jeweiligen Programmier-Interfaces.

Das Zimory-Produkt Scale hat großes Potenzial, den Datenbank-Hersteller Oracle zu ärgern; denn dem könnte einiges an Lizenz-Gebühren entgehen. Sie nutzen ein Oracle-Datenbank-System quasi als Gateway, um dann Satelliten-Systeme mit Hilfe der Open-Source-Datenbank „MySQL“ zu bauen, wenn das System skalieren soll.

Maximilian Ahrens: Eigentlich war der Anspruch an Scale aber ein ganz anderer. Cloud Computing bedeutet Skalierung. Doch das funktioniert für Web-Server und Applikations-Server gut, nicht jedoch für Datenbanken.

Denn in der Cloud kann es kein scale-up keine vertikale Skalierung geben, bei der ein Server mit immer mehr Leistung ausgestattet wird. Hier gibt es nur die horizontale Wachstumsachse, auch scale out genannt.

Die Plattform-Architektur von "Zimory Scale"
Die Plattform-Architektur von "Zimory Scale"
(Bild: Zimory GmbH)

Im Oracle-Beispiel wäre das ein Datenbank-Server, zu dem eine weitere Instanz mit Datenbank-Server hinzugefügt wird mit einer Schicht darüber, die so tut als handele es sich bei mehreren um eine einzige oder umgekehrt bei einer um mehrere Datenbanken. Deshalb bezeichne ich das Produkt auch gerne als „Datenbank-Hypervisor“.

Und wie funktioniert die Oracle-Erweiterung per MySQL?

Maximilian Ahrens: Die Anfragen werden konvertiert. Die Mittlerschicht garantiert zugleich die Konsistenz der Daten. Das funktioniert bei stark lesenden Anwendungen, übrigens: für alle relationalen Datenbanken.

Sie betonen, dass es sich bei den Zimory-Tools um Produkte handelt, nicht um Lösungen. Worin sehen Sie den Unterschied?

Maximilian Ahrens: Lösungen sind kundenindividuell. Anpassungen aber können wir nicht leisten. Der Vorteil eines Produkts wiederum besteht für den Kunden darin, dass es kaum Implementierungskosten gibt. Wenn ein Unternehmen die Zimory-Suite kauf und einführt, kann das in zwei Tagen fertig sein. Das erledigen zumeist unsere Partner.

Der Produkt-Charakter erlaubt uns auch ein zweites Lizenzmodell. Man kann zwar die Software kaufen und die gesamte Lizenz auf einmal bezahlen, doch Unternehmen, die upfront eine hohe Belastung vermeiden wollen, zahlen eine Basislizenz, die nach Anzahl der virtuellen Instanzen und CPUs berechnet wird, und danach on-demand. Also: Verkaufen Provider aufgrund unserer Software IaaS, zahlen sie nach Erfolg des Angebots – laut Liste 2 Cent pro virtueller Instanz und Gigabyte RAM.

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