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Konfigurationsaufgaben nach der Installation des Microsoft-DB-Servers Zehn Tipps zur optimalen Einstellung von SQL Server 2012/2014

Autor / Redakteur: Thomas Joos / Ulrike Ostler

Nach der Installation von „SQL Server 2012/2014“ kommt das Tuning. Welche Bereiche vom Admin zu überprüfen sind und wo geschraubt werden kann, erläutert die nachfolgende Anleitung.

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Am 17. März 2014 ging das Microsoft Datenbank-Management-System SQL Server 2014 in die Produktion. Die Software ermöglicht etwa In-Memory-Computing und unterstützt Hadoop 2.2, inklusive YARN.
Am 17. März 2014 ging das Microsoft Datenbank-Management-System SQL Server 2014 in die Produktion. Die Software ermöglicht etwa In-Memory-Computing und unterstützt Hadoop 2.2, inklusive YARN.
(Bild: Microsoft)

Tipp 1: Berichte und Protokolldateien überprüfen

Nach der Installation sollten Administratoren die verschiedenen Server-Dienste testen. Zunächst wird dazu das SQL Server 2014-Installationscenter gestartet:

  • Dieses wird am schnellsten gefunden, wenn Administratoren auf der Startseite nach SQL Server-Installationscenter suchen.
  • Klicken auf Extras.
  • Über den Link Bericht zur Ermittlung installierter SQL Server-Funktionen startet ein Assistent, der einen ausführlichen Bericht über die installierten Funktionen erstellt. Der SQL Server-Ermittlungsbericht wird gespeichert unter:
%ProgramFiles%\Microsoft SQL Server\<110 (SQL 2012) oder 120 (SQL 2014) >\Setup Bootstrap\Log\<Letztes Setup>
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Tipp 2: Konfiguration überprüfen

Nach der Installation sollten Admins den Konfigurations-Manager von SQL Server 2014 starten. Dafür klicken sie anschließend auf „SQL Server-Dienste“. Hier sehen sie alle Dienste, die SQL Server 2012/2014 installiert hat (siehe: Abbildung 1).

In der Regel sind viele Dienste sind inaktiv , da der Server diese aktuell nicht benötigt. Doch ohne den Dienst „SQL Server“ (<Instanzname>) geht nichts. Nur in diesem Fall ist die Datenbank aktiv.

Im nächsten Schritt starten Admins das „SQL Server-Management Studio“ und melden sich an der Instanz an. Auch hier darf kein Fehler erscheinen. Der Status des Servers erscheint am grünen Symbol oben links. Durch Start dieser beiden Programme ist echt schnell zu sehen, ob der Datenbank-Server grundsätzlich funktioniert und die Berechtigungen stimmen.

Tipp 3: Installierte Dateien und Tools kontrollieren

Eine Installation von SQL Server 2012/2014 besteht aus einer oder mehreren eigenständigen Instanzen. Eine Instanz umfasst eigene Programm- und Datendateien sowie mehrere Dateien, die für alle Instanzen von SQL Server 2012/2014 auf dem Server frei gegeben werden.

Für eine Instanz von SQL Server, die das Datenbankmodul, Analysis Services und Reporting Services umfasst, verfügt jede Komponente über eigene Datendateien und ausführbare Dateien. Zum Trennen der Speicherorte für jede Komponente verwendet SQL Server 2012/2014 Instanz-IDs für jede Komponente.

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Während der Installation von SQL Server 2012/2014 erstellt der Installations-Assistent für jede Server-Komponente eine Instanz-ID. Die ID des Datenbankmoduls ist zunächst auf MSSQL gefolgt von der Hauptversionsnummer und einem Punkt aufgebaut. Anschließend erscheint der Instanzname.

Bei den Analysis Services verwendet SQL Server 2012 das Kürzel MSAS, bei den Reporting Services MSRS. Beispiele sehen Sie in der Abbildung. Die Dateien stehen normalerweise im Verzeichnis

C:\Program Files\Microsoft SQL Server

Tipp 4: Benutzer anlegen

Im nächsten Schritt rufen die Administratoren auf dem SQL-Server das „Microsoft SQL Server Management Studio“ auf. Sie verbinden sich mit der entsprechenden Instanz und navigieren dann zu Sicherheit/Anmeldungen.

Hier sehen sie, welche Benutzer das Recht dazu haben, den Server zu verwalten. Über das Kontextmenü lässt sich nun Neue Anmeldung auswählen. Die Funktion wird benötigt, um einen zusätzlichen Benutzer zur Verwaltung anlegen zu können.

Im neuen Fenster unter Pfade lässt sich die Domäne auswählen, in der das Benutzerkonto angelegt ist. Das Konto wird ausgewählt aus und Admins können nun auf OK drücken. Nach einem Klick auf Server-Rollen, können sie dem neuen Konto die Rechte zuweisen, die sie ihm zuteilen wollen.

Wird die Eingabe bestätigt, erhält das Konto den gewünschten Zugriff, und Anwender können sich am Server und der entsprechenden Datenbank anmelden und diese verwalten.

Tipp 5: Eigene Server-Rollen anlegen

Neben den bereits vorhandenen Server-Rollen, die Administratoren ihren Benutzern zuweisen können, haben sie auch die Möglichkeit, eigene Rollen mit benutzerdefinierten Rechten zu erstellen und diesen Benutzern zuzuordnen (siehe: Abbildung 6):

  • 1. Dafür klicken sie mit der rechten Maustaste auf den Knoten Sicherheit und wählen Neu/Server-Rolle.
  • 2. Im neuen Fenster geben sie einen Namen für die Server-Rolle ein und legen einen Besitzer fest, der die Rolle später verwalten kann.
  • 3. Im mittleren Bereich wir sodann festgelegt, welche Rechte der neuen Rolle zugewiesen werden soll, im unteren Bereich ist dann eine genauere Spezifikation der Rechte möglich.
  • 4. Zudem lassen sich auf der Seite Mitglieder die Benutzer aussuchen, die Mitglied der neuen Server-Rollen sein sollen, und auf der Seite Mitgliedschaften, in welchen anderen Serverrollen diese Rolle Mitglied sein soll.
  • 5. Das Anlegen der neuen Server-Rolle muss noch bestätigt werden. Diese ist zukünftig im Bereich Sicherheit/Server-Rollen zu finden.

Tipp 6: Netzwerkzugriff auf SQL-Server verstehen und einrichten

Wenn das TCP/IP-Protokoll aktiviert ist und eine Instanz von SQL Server 2012/2014 startet, wird dem Server ein TCP/IP-Port zugewiesen. Wenn das Named-Pipes-Protokoll aktiviert ist, lauscht SQL Server an einer speziell benannten Pipe.

Dieser Port wird von der betreffenden Instanz zum Zugriff mit Client-Anwendungen verwendet. Bei der Installation von SQL Server 2012/2014 wird der TCP-Port 1433 und die Pipe \sql\query der Standardinstanz zugewiesen. Die Einstellungen lassen sich aber ändern.

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Auf dem SQL-Server muss ein Dienst dafür sorgen, dass sich Anwender mit den Instanzen verbinden können, ohne den entsprechenden Port zu kennen. Diese Funktion übernimmt der Systemdienst SQL Server-Browser. Der Dienst ist nur dann notwendig, wenn auf einem SQL-Server mehr als eine Instanz installiert ist. Beim Starten verwendet SQL Server-Browser den UDP-Port 1434.

Damit Anwendungen wie Sharepoint auf einen Server zugreifen dürfen, um zum Beispiel selbst Datenbanken zu erstellen, müssen Administratoren auch Firewall-Regeln erstellen und im Konfigurations-Manager Protokolle freischalten. Dazu muss auf dem SQL-Server eine neue Firewall-Regel eingerichtet werden, da die Firewall die beiden TCP Ports 1433 und 1434 blockiert. Mit diesen Ports bauen Clients eine Verbindung zum Server auf:

  • 1. Auf dem SQL-Server ist im Suchfeld des Startmenüs wf.msc einzugeben.
  • 2. Es folgt der Klick auf Eingehende Regeln.
  • 3. dann rechts auf Neue Regel.
  • 4. Auf der ersten Seite des Assistenten zum Erstellen von neuen Firewall-Regeln ist die die Option Port zu aktivieren.
  • 5. Auf der Folgeseite muss die Optionen TCP und Bestimmte lokale Ports aktiviert werden.
  • 6. Im Feld neben der Option Bestimmte lokale Ports müssen Admins den Wert 1433-1434 eingeben. Dann schließen sie den Assistenten ab.

Funktioniert die Verbindung zum SQL-Server nicht, öffnen lässt sich auf dem SQL-Server der SQL Server Konfigurations-Manager öffnen. Mit einem Klick auf SQL Server-Netzwerkkonfiguration/Protokolle für <Instanz> lässt sich sicherstellen, dass TCP/IP und Named Pipes aktiviert sind.

Tipp 7: Administratorberichte im Management Studio anzeigen

Über das Management Studio können auch einige Standardberichte über den Server initiiert werden, indem mit der rechten Maustaste auf den obersten Eintrag im Objekt-Explorer geklickt und dann im Kontextmenü Berichte/Standardberichte ausgewählt wird. Im daraufhin geöffneten Untermenü stehen jetzt verschiedene Berichte zur Auswahl. Das Server-Dashboard zeigt wichtige Informationen wie zum Beispiel die Lastausnutzung oder nicht standardmäßige Änderungen.

Tipp 8: Echtzeitüberwachung des Servers – Aktivitätsmonitor

Haben sich Admins mit einer Instanz verbunden, können sie über das Kontextmenü der Instanz im oberen Bereich des Objekt-Explorers den Aktivitätsmonitor starten.

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Im Fenster lassen sich einzelne Bereiche erweitern und auch nach den verschiedenen Datenbanken und dem Ressourcenverbrauch filtern. Im oberen Bereich sehen Sie recht schnell die aktuelle Last auf dem Server und die E/A-Vorgänge der Datenbanken.

Tipp 9: SQL Server 2012 für das Senden von E-Mails konfigurieren, auch mit Office 365

Administratoren können SQL Server 2012/2014 so konfigurieren, dass der Server E-Mails versenden kann. Das ist zum Beispiel sinnvoll, wenn sie Wartungspläne erstellen und Berichte per E-Mail versenden lassen wollen.

Sie können jeden beliebigen SMTP-Server zum Versenden verwenden, auch Server im Internet. Auch das Versenden von E-Mails über Office 365 ist möglich.

Dazu verwenden Admins den Eintrag Datenbank-E-Mail im KnotenVerwaltung des SQL Server Management Studio. Mit einem Doppelklick starten sie den Assistenten zur Einrichtung der E-Mails.

Sind alle Einstellungen vorgenommen, schließen sie den Assistenten ab. Sie können über das Kontextmenü jederzeit die Einstellungen ändern. Über das Kontextmenü von Datenbank-E-Mail können sie zudem eine Test-E-Mail senden. Hierzu tragen sie einen beliebigen Empfänger ein und wählen das E-Mail-Profil aus, über das der Server die E-Mail senden soll.

Tipp 10: Operatoren anlegen

Damit Wartungspläne E-Mails an Operatoren senden können, müssen noch Operatoren angelegt und auch diese konfiguriert werden. In den verschiedenen Einstellungen im SQL Server Management Studio, zum Beispiel bei Wartungsplänen, muss dann nur noch der entsprechende Operator ausgewählt werden, und dieser erhält auf Basis der vorgenommenen Einstellungen die E-Mails zugeschickt:

Dazu wird im SQL Server Management Studio SQL der Server-Agent erweitert . Mit der rechten Maustaste ist auf Operatoren zu klicken. Dann kann im Kontextmenü der Befehl Neuer Operator ausgewählt werden.

Dann geben Admins den Namen und die E-Mail-Adresse des Operators ein und bestätigen die Eingabe mit OK. Bei Benachrichtigungen können sie angelegte Aufträge auswählen, die an den Operator E-Mails senden dürfen.

Sie erstellen jetzt einen Wartungsplan und können nach Abschluss der Aufgaben E-Mails über die konfigurierten Einstellungen an den festgelegten Operator senden lassen. Sie können an dieser Stelle auch mit öffentlichen Ordnern von Exchange arbeiten und die E-Mail-Adresse eines öffentlichen Ordners eintragen.

Der Autor:

Thomas Joos ist Autor zahlreicher Fachbücher und Blogger: "Toms Admin-Blog" auf DataCenter-Insider.

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Über den Autor

 Thomas Joos

Thomas Joos

Freiberuflicher Autor und Journalist