Betriebstankstelle 2.0: Daten-Hosting entlastet Kundenunternehmen Zapfsäulenhersteller Tokheim betankt die Cloud

Autor / Redakteur: Kathrin Beck* / Ulrike Ostler

Der Zapfsäulenhersteller Tokheim hat für seine „Dialog“-Tankautomaten eine Cloud-Vernetzung geschaffen. Die Daten von Betriebstankstellen werden somit in einer Cloud gespeichert. Das erleichtert ihre Verwaltung, spart Hardwarekosten und erhöht die Sicherheit.

Die Tankautomaten der Tokheim GmbH haben nun eine Verbindung in die Cloud.
Die Tankautomaten der Tokheim GmbH haben nun eine Verbindung in die Cloud.
(Bild: Tokheim GmbH)

Betriebstankstellen sind das Herzstück, aber auch ein wichtiger Kostenfaktor vieler Fuhrparks. Umso entscheidender ist eine umfassende Dokumentation und Verfügbarkeit aller Verbrauchs- und Abrechnungsdaten, nicht nur um Rechnungen zu stellen, sondern auch um die Effizienz der Touren zu analysieren oder Vorratsprognosen zu treffen.

Das Betanken der Cloud erfolgt verschlüsselt per HTTPS-Protokoll gemäß der ISO-Standards 27001:2005, 27002 und 27005.
Das Betanken der Cloud erfolgt verschlüsselt per HTTPS-Protokoll gemäß der ISO-Standards 27001:2005, 27002 und 27005.
(Bild: Tokheim GmbH)

Vor allem bei mehreren Standorten entwickelt sich hier schnell ein hoher administrativer Aufwand. Um das zu vermeiden, hat einer die Tokheim GmbH seine Zapfsäulen mit einer Cloud vernetzt. Alle relevanten Informationen können nun zentral online gespeichert, abgerufen und bearbeitet werden.

Eigene Server oder Spezialprogramme sind nicht nötig. Das professionelle Hosting in einem externen Rechenzentrum erhöht zudem die Datensicherheit, vereinfacht den Support, erleichtert die Datenübernahme von bestehenden Systemen und verkürzt die Einrichtungszeit.

Schon immer und bisher

Nach Herstellerangaben ist eine einfache Datenerfassung und -abfrage charakteristisch für das Dialog-System aus der „Profleet“-Reihe: Schon zur Identifikation der Fahrer am Tankautomaten stehen verschiedene Mittel wie PIN, Flottenkarten oder kontaktlose RFID-Schlüssel zur Auswahl.

Auch Zusatzeingaben sind möglich. Die Informationen werden einschließlich der getankten Menge in der integrierten Datenbank des Systems auf dem internen 4-Gigabit-Speicher sowie auf einem USB-Backup-Speicher abgelegt.

Für größere vernetzte Anwendungen wurden bislang meist Server oder VMware-Strukturen genutzt. Der Abruf der Daten erfolgte per Web-Browser über Ethernet, VDSL-Moden, WiFi oder UTMS, wodurch keine spezielle Software auf den Rechnern des Kunden installiert werden musste.

Datenzugriff und -syncronisierung per Cloud

Die neue „Dia-Cloud“-Applikation geht jedoch einen Schritt weiter und ermöglicht die gesamte Abwicklung der Tankstellenverwaltung via Internet. Über einen gesicherten Login kann so von überall aus auf die Administrationsoberfläche zugegriffen werden. Das erhöht die Flexibilität in der Verwaltung deutlich und erleichtert zugleich die Zusammenarbeit verschiedener Stellen.

Das Hostinng der Daten und die Datenverwaltung geschieht zentral, der Zugriff auf Auswertungen aber kann auch per Tablet erfolgen.
Das Hostinng der Daten und die Datenverwaltung geschieht zentral, der Zugriff auf Auswertungen aber kann auch per Tablet erfolgen.
(Bild: Tokheim GmbH)

Selbst bei mehreren Nutzern gleichzeitig werden die Daten kontinuierlich synchronisiert, so dass jederzeit mit den aktuellen Werten gearbeitet werden kann. Da bereits in der zugrunde liegenden Software ein Master-Slave-Konzept angelegt war, musste das Programm für die Cloud-Lösung zudem nur wenig verändert werden. Oberfläche und Handhabung bleiben daher wie gewohnt.

Auch der Service und die Anwendungsunterstützung verbessern sich, da keine speziellen Fernwartungs-Tools mehr benötigt werden, um etwa bei der Individualisierung eines Berichts zu helfen oder bei Problemen Lösungsanleitung zu geben. Zusätzlich erlaubt die Cloud einen Datenaustausch mit anderen Programmen wie SAP, ERP- oder Fuhrpark-Management-Systemen, welche die erhobenen Informationen in anderen Bereichen nutzen.

Professionelles Hosting für die Sicherheit

Die Investitions- beziehungsweise Betriebskosten eigener Server für das Tankstellen-Management entfallen bei dieser Lösung vollständig. Alle Informationen werden in einem gesicherten Rechenzentrum gehostet, das direkt an den Internet-Knotenpunkt Frankfurt angebunden ist und daher einen hohen Datendurchsatz gewährleistet.

Die Übertragung zwischen Automat, Cloud und Browser erfolgt im Sinne des Datenschutzes verschlüsselt per HTTPS-Protokoll gemäß der ISO-Standards 27001:2005, 27002 und 27005. Somit ist soweit wie möglich sichergestellt, dass nur autorisierte Personen Zugriff auf die Daten erhalten.

Die Speicherung in der Cloud erlaubt auch einen Datenaustausch mit SAP-, ERP- oder Fuhrpark-Management-Systemen.
Die Speicherung in der Cloud erlaubt auch einen Datenaustausch mit SAP-, ERP- oder Fuhrpark-Management-Systemen.
(Bild: Tokheim GmbH)

Im Rechenzentrum wird für jeden Kunden eine eigene, virtuelle Server-Umgebung angelegt, um einen unabhängigen Betrieb zu ermöglichen. Die Informationen der Tankautomaten werden in frei definierten Taktraten in dieses System überspielt und dort permanent auf eine zweite Festplatte im RAID-Verbund gespiegelt.

Auf diese Weise kann eine hohe Datensicherheit und -verfügbarkeit erreicht werden, die jene herkömmlicher Inhouse-Backups weit übertrifft. Sollte es dennoch zu einem Kommunikationsabriss zwischen Cloud und Dialog-Anlage kommen, werden die anfallenden Daten weiterhin im Automaten selbst festgehalten und lassen sich später problemlos hochladen, so dass auch in diesem Fall keine Transaktionen verloren gehen.

Beschleunigte Einbindung neuer Zapfstellen

Die Cloud-Umgebung vereinfacht aber nicht nur die Verwaltung im laufenden Betrieb, sondern hilft auch bei der Einrichtung neuer Tankanlagen oder Tankautomaten. Schon vor der Installation kann der Nutzer damit die Plattform entsprechend vorbereiten und Fahrzeug- sowie Fahrerdaten einpflegen.

Arbeitsbühnen-Verleiher Mateco lässt die Software im eigenen Rechenzentrum laufen.
Arbeitsbühnen-Verleiher Mateco lässt die Software im eigenen Rechenzentrum laufen.
(Bild: Tokheim GmbH)

Bei der Inbetriebnahme muss die Anlage so nur noch beim Host angemeldet werden und ist danach sofort betriebsbereit. Übergangszeiten werden dadurch massiv verkürzt, und die Effizienz der Investition steigert sich.

Darüber hinaus lässt sich das System auf Wunsch auch weiterhin mit Beschränkung auf das Intranet und ohne Cloud-Anbindung verwenden – ein Modell, das beispielsweise der Arbeitsbühnen-Verleiher Mateco nutzt. Dieser lässt die Software im eigenen Rechenzentrum laufen, profitiert aber dennoch von der zentralisierten Verwaltung, indem Erweiterungen oder Umbauten der Tankstellen frühzeitig im System vorbereitet werden können.

Kostenloser Test

Interessenten können Dia-Cloud auch online testen: Dazu muss lediglich ein kostenloser Test-Account erstellt werden, um die verschiedenen Funktionen der Verwaltungs- und Dokumentationssoftware beliebig auszuprobieren.

* Kathrin Beck schreibt für das Pressebüro Gebhardt-Seele / ABOPR Pressedienst B.V.

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