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Studie: Digitalisierung noch lange nicht etabliert Wissen hinkt der digitalen Transformation hinterher

Redakteur: Marisa Metzger

Die Managementberatung Detecon führte gemeinsam mit dem SOA Innovation Lab und unterstützt vom Branchenverband Bitkom, eine Studie zu den Handlungsfeldern der digitalen Transformation durch. Das Ergebnis: Kaum ein Drittel der Befragten attestiert sich selbst hohe Kentnisse zu zentralen Digitalisierungsthemen.

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Bei der digitalen Transformation gibt es noch viele Wissenslücken zu schließen, so Detecon.
Bei der digitalen Transformation gibt es noch viele Wissenslücken zu schließen, so Detecon.
(Bild: putilov_denis_Fotolia.com)

Innovation & Transformation“, „Digital Information Management“ sowie „Digital Process Management“ werden von Unternehmen als wichtigste Handlungsfelder der digitalen Transformation erachtet. Das ergab eine Studie von Detecon und SOA Innovation Lab mit Unterstützung durch den Bitkom. Doch gerade einmal 31 Prozent der Befragten gaben an, dass sie selbst hohe Kenntnisse zu diesen und anderen Digitalisierungsthemen haben. Fast ebenso gering (33 Prozent) ist die Quote der Unternehmen, die entsprechende Fähigkeiten so etabliert haben, dass sie fest in Arbeitsabläufe integriert sind.

Aufbau von Digitalisierungs-Know-how dringend notwendig

Insgesamt nahmen Führungskräfte von 82 Unternehmen aus dem Fertigungs-, Dienstleistungs- sowie Informations- und Kommunikationstechnologie-Sektor an der Studie teil. Am besten informiert sehen sich noch die Dienstleister. Übergreifend ist jedoch ein weiterer Aufbau von Digitalisierungs-Kenntnissen dringend notwendig, um die Chancen der digitalen Transformation für das eigene Unternehmen nicht ungenutzt zu lassen, so die Marktforscher. Insbesondere in kundennahen Bereichen verfügen Unternehmen über ausgeprägte Digital-Fähigkeiten.

Handlungsfelder

Eine große Mehrheit sieht die Handlungsfelder „Innovation & Transformation“ (74 Prozent), „Digital Information Management“ und „Digital Process Management“ (jeweils 72 Prozent) als sehr wichtig an. Dies gilt auch für „Smart Business Network Management“ (67 Prozent), also der Interaktion mit Kunden und Partnern, sowie „Risk & Trust“ (57 Prozent), dem Management von Betriebs- und Informationssicherheit.

„Cyber Physical Systems“, also beispielsweise mit Sensoren ausgestattete Objekte, die Informationstechnik und reale Welt in Echtzeit vernetzen, sprachen dagegen nur 34 Prozent der Befragten eine große Bedeutung zu und nur 13 Prozent besitzen bei diesem Thema hohe eigene Kenntnisse. Rund die Hälfte der befragten Unternehmen hat sich noch nicht einmal in Pilotprojekten mit dem Potenzial dieses Handlungsfeldes auseinandergesetzt.

Außerdem gefährden zwei schwach ausgeprägte Fähigkeiten des Digital Process Managements den Erfolg: Bisher verfügen nur wenige Unternehmen über Prozessmodellierungs-Datenbanken, die es erlauben, Prozesse je nach Bedarf immer wieder neu zu kombinieren. Außerdem gelinge es kaum einem Unternehmen, Prozesse durch Daten, die während der Ausführung gesammelt werden, zu verbessern und dynamisch an verschiedene Situationen anzupassen. Dies schränkt die Agilität ein, in der digitalisierten Welt stets kurzfristig handlungsfähig zu sein.

„Es wird deutlich, dass sich Unternehmen, zumindest derzeit noch, kaum mit den Potenzialen cyberphysischer Systeme auseinandersetzen und ihre Prioritäten eher auf digitale Voraussetzungen wie Sicherheit, agile Prozesse und Innovationskultur setzen“, folgert Patrick Schober, Senior Consultant bei Detecon.

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