Höhere Sicherheit und bessere Verwaltung

Windows 10 für den Unternehmenseinsatz

| Autor / Redakteur: Klaus Länger / Florian Karlstetter

Besseres Management: EMM statt GPO

Zusätzlich zu den gewohnten Gruppenrichtlinien (GPO) enthält Windows 10 Mechanismen für eine modernes, ­geräteübergreifendes Enterprise Mobile Management (EMM). Während GPOs ein permanent verfügbares, lokales Netzwerk erfordern, in dem die Benutzer regelmäßig ihre Geräte hoch- und herunterfahren, um die Richtlinien für das Gerät zu aktivieren, ist EMM auf die Verwaltung mobiler Geräte eingestellt, die ja in Firmen immer öfter den klassischen PC ablösen.

Windows 10 bietet nun einheitliche Richtlinien für die granulare Geräteverwaltungskontrolle, die den Umgang mit Daten und Applikationen regeln. Microsoft hat dafür in Windows 10 einen einheitlichen Satz von Verwaltungsroutinen (MDM APIs) integriert, der in der PC- und der Mobile-Variante für Smartphones zu finden sein wird. Mit diesen APIs können PCs, Notebooks, Tablets und Smartphones einheitlich verwaltet werden, auch über Third-Party-MDM-Anwendungen wie etwa Mobile Iron.

Windows 10 als Service und „Current branch for Business“

Bei Windows 10 werden Sicherheits- und Funktionsupdates regelmäßig und automatisch ausgerollt. Administratoren haben aber die Möglichkeit, in den „Current branch for Business” zu wechseln, um Funktions-Updates vor der Installation zu testen. Nur die „Long Term Servicing”-Versionen von Windows installieren Updates nicht automatisch.

Falls es nach der Installation von Windows 10 Probleme mit Updates geben sollte, muss man aber nicht unbedingt in den „Current branch for Business” umsteigen oder gar die LTS-Version einsetzen. Sie ist beispielsweise für Rechner gedacht, die für die Maschinensteuerung eingesetzt werden, in medizinische Geräte für die Notfallversorgung von Patienten, oder in der Flugsicherung. Bei den LTS-Versionen müssen sich aber deren Nutzer selbst um Updates auf neue Builds von Windows 10 kümmern.

Troubleshooting

Microsoft bietet für die Nicht-LTS-Versionen ein kleines Troubleshooting-Tool an, das dafür sorgt, dass problematische Updates nach deren Deinstallation nicht gleich wieder automatisch aufgespielt werden. Es kann unter support.microsoft.com/en-us/kb/3073930 heruntergeladen werden.

Praktisch für Unternehmen ist, dass mit Windows 10 ist ein Umstieg von der Pro- auf die Enterprise-Version ohne Neuinstallation möglich ist. Administratoren können dabei sogar ein angepasstes Provisioning Package erstellen, das die nötigen Einstellungen enthält, die das Unternehmen vorgibt. Diese Pakete werden mit dem „Windows Imaging and Configuration Designer" (ICD) erstellt und können per E-Mail, über Wechseldatenträger oder ein Netzwerk-Share einfach verteilt werden. Geht etwa einem Mitarbeiter auf Reisen sein unbedingt benötigtes Notebook kaputt, dann kann er sich ein Ersatzgerät mit Windows 10 Pro kaufen, das auf Windows 10 Enterprise upgraden und dann das per E-Mail erhaltene Provisioning Package installieren, um alle nötigen Einstellungen mit einem Klick zu installieren.

Cortana: Digitale Assistentin auch für den Büro-Einsatz

Windows 10 enthält mit Cortana eine intelligente digitale Assistentin. Sie ist sowohl in der Mobile-Version für Smartphones und kleine Tablets als auch in der PC-Version des Betriebssystems vorhanden. Die Spracherkennung ist dabei nur ein kleiner Teil der Fähigkeiten von Cortana.

Sie ist in gewissen Grenzen lernfähig. So erschließt die Software aus Positionsdaten, wo man arbeitet oder wo man zu Hause ist und wann man üblicherweise Haus oder Arbeitsplatz verlässt. So bekommt man rechtzeitig Hinweise zu Route und Fahrzeit. Bei Terminen mit Ortsangabe erinnert Cortana an den Abfahrtstermin unter Berücksichtigung des Verkehrs. Bei installiertem Office 365 kann Cortana sogar bei der Vorbereitung zu anstehenden Besprechungen helfen und wichtige Dokumente zusammenstellen.

Eine digitale Helferin für Entscheidungsfinder

Cortana Analytics Suite

Eine digitale Helferin für Entscheidungsfinder

29.07.15 - Microsoft hat für den Herbst seine neue Cortana Analytics Suite angekündigt. Die in der Microsoft Azure Cloud betriebene Suite soll Unternehmen und Organisationen in die Lage versetzen, große Datenmengen rasch zu analysieren und daraus Entscheidungshilfen und Handlungsempfehlungen abzuleiten. Durch Spracheingabe, Mimik und Gestik soll die Bedienung der Lösung erleichtert werden. lesen

Eigener Business-Store

Eine der Stärken von Windows 10 sind die Universal Apps, die auf allen Windows-10-Geräten vom PC oder Notebook, über das Tablet und das Smartphone bis hin zu Hololens und den riesigen Surface-Hub-Geräten laufen sollen. Sie passen dabei ihre Erscheinung und Bedienung automatisch an das entsprechende Gerät an. Über MDM kann definiert werden, welche Apps auf Unternehmensdaten zugreifen dürfen und welche nicht.

Mit Windows 10 können sich auch kleinere Unternehmen isolierten Business-Stores innerhalb der Windows-Store-Infrastuktur einrichten, und auf diese via Webbrowser zugreifen. Für größere Unternehmen, die einen App-Katalog auf ihren internen Firmen-Portal hosten wollen, stellt Microsoft auch eine API für MDM-Systeme bereit, die das Management übernehmen. Neu ist auch, dass Apps von Third-Party-Entwicklern nun auch über Volumenlizenzen erworben werden können.

Zudem plant Microsoft wohl auch den Verkauf von Desktop-Programmen über den neuen Store. Bisher findet man bei herkömmlichen Windows-Programmen nur einen Link zum Hersteller. Bei über den Store bezogenen Desktop-Programmen wird dann wohl eine lokale App-Virtualisierung zum Einsatz kommen. Die vereinfacht einerseits die Installation und Deinstallation, zum anderen kann sie auch für zusätzliche Sicherheit sorgen, ähnlich wie bei den Apps, die ja immer in einer Sandbox mit genau definierten Zugriffsrechten laufen.

Der Autor: Klaus Länger ist langjähriger IT-Journalist und aktuell Redakteur bei der IT-BUSINESS.
Der Autor: Klaus Länger ist langjähriger IT-Journalist und aktuell Redakteur bei der IT-BUSINESS. (Bild: VIT)

Fazit: Windows 10 lohnt sich

Angesichts der zusätzlichen Sicherheitsfunktionen und der besseren Verwaltung, speziell in Umgebungen mit mobilen Geräten, lohnt sich der Umstieg auf Windows 10 im Firmenumfeld auf jeden Fall. Zudem ist die Bedienung nun besser an herkömmliche Desktop-Rechner oder Notebooks ohne Touch angepasst, als bei Windows 8 und 8.1. Das erleichtert die Gewöhnung an Windows 10 und erlaubt schneller ein produktiveres Arbeiten mit dem neuen Windows.

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