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Windows 10 - Services und Apps lassen viele offene Fragen

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Universal Apps

Entwickler, so stellen sich das die Redmonder vor, „erstellen für Windows 10 zukünftig nur noch eine Anwendung für die Nutzung auf allen Windows-Geräten“. Die App läuft dann auf mehreren Geräten und ermöglicht damit eine einheitliche Nutzererfahrung auf allen Geräten, beispielsweise mithilfe von Windows 10 Continuum. „Microsofts Ziel ist es, dass es und seine ISV-Partner mit einer einheitlichen App deutlich mehr unterschiedliche Geräte und somit auch Kunden erreichen können“, erläutert Oppermann. „Hierfür sorgen eine einheitliche Programmierschnittstelle (API) und einheitliches Oberflächen-Design (UI).“ Der Vorteil für ISVs: „Entwickler erhalten so eine größere Reichweite im Markt und eine intensivere Verwendung ihrer Apps.“ Auch bei den Entwicklertools gebe es eine entsprechende Vereinheitlichung.

Portierung von iOS- und Android-Apps

Dass Microsoft der Apps-Markt immer wichtiger wird, weil es hier künftig Geld verdienen will, zeigt auch die geplante Portierung von iOS-Apps und Android-Apps auf Windows 10, die in den Projekten „Astoria“ und „Islandwood“ vorangetrieben wird. Wie Oliver Gürtler, der Leiter des Geschäftsbereichs Windows bei Microsoft Deutschland, sagte, erfolgt diese Portierung mithilfe von Werkzeugen in Microsofts Entwicklungsumgebung „Visual Studio“.

Der Entwickler „nimmt beispielsweise ObjectiveC-Code einer iOS-App und kompiliert sie neu, um sie als Universal App bereitstellen zu können“, erläuterte Gürtler. Als erfolgreiches Beispiel nannte er das Spiel „Candy Crush Saga“. „Es ist genau mit diesen Tools migriert worden und ist heute im Windows Store die Nr. 1 in dieser Kategorie.“ Auch Android-Apps sollen mit einem Tool portiert werden können, aber Veröffentlichungsdaten konnte oder wollte Gürtler noch nicht nennen.

Der neue Business Store

Neben dem Windows Store soll es künftig einen Business Store geben, „der sich automatisch an die Bildschirmgröße des verwendeten Geräts anpasst, Vorschläge aufgrund des Nutzerverhaltens macht, umfangreiche Zahlungsmöglichkeiten bietet und ein einheitliches Benutzererlebnis garantiert“, informiert Microsoft. Weitere Informationen hierzu gebe es auf dem „Building Apps for Windows“-Blog.

Anwenderstimme

„Wir als Lösungsentwickler erzielen erhebliche Einsparungen, wenn wir mit einer Codebasis große, kleine bis hin zu mobilen Bildschirmen versorgen können“, erklärt Ludwig Neer, für die Entwicklung zuständiges Vorstandsmitglied bei CAS Software in Karlsruhe, einem Hersteller von CRM-Lösungen. „Denn der Vorteil von Windows 10 besteht im Business-Bereich vor allem darin, dass ein durchgängiges System alle Hardware-Plattformen abdeckt.“

Die Universal Apps böten demnach CAS Software die Möglichkeit, Entwicklungskosten einzusparen. „Das Programmiermodell der Universal Apps besteht aus Bibliotheken, die einheitlich sind. Das gab es schon bei Windows 8.x, aber unter Windows 10 wurde dieses Konzept stark modifiziert.“ Der Entwickler kann jetzt auch ganz kleine und ganz große Bildschirme abdecken. „Das bedeutet schon eine erhebliche Umstellung“, gibt Neer zu.

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Auch seine Entwicklungspartner profitieren von Universal Apps, freut sich der CAS-Vorstand. „Zunächst einmal nutzen sie unser eigenes SmartDesign-Konzept, und die Umsetzung der neuen Windows-10-UI wird in der kommenden Generation von SmartDesign erfolgen. Wir werden ein App-in-App-Konzept einführen, also Apps für Business-Anwendungen.“ Das Ökosystem der CAS-Partner könne solche Apps erstellen und so den App-Gedanken von Windows in die Business-Anwendungen weiterführen.

Ausblick

Für Ludwig Neer könnte das neue Betriebssystem kurzfristig durchaus ein Erfolg werden, wobei allerdings im Business-Bereich unter „kurzfristig“ ein Zeitraum unter drei Jahren zu verstehen ist... „Microsoft sollte zeitnah aufzeigen, wo die Reise hingeht; also auch, welche etwaigen Bezahlmodelle für einzelne Services - etwa auch Premium Apps - zu erwarten sind“, mahnt Oppermann an. „Denn wer garantiert uns, dass Microsoft nicht in einem Jahr, wenn das kostenlose Upgrade nicht mehr bereitsteht, für Premium Services nicht auf einmal die Hand aufhält?“

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