Sitecore holt Meinungen ein

Wie IT-Gurus die Digitaltrends 2016 bewerten

| Autor: Elke Witmer-Goßner

Prof. Dr. Gunter Dueck, viele Jahre IBM-Vordenker und CTO für Cloud Computing bei IBM, makelt ironisch die Trendthemen als Kurzschlussreaktion auf schon längst überfällige Modernisierungsmaßnahmen: „Real: Kein Wort wird derzeit so oft in den Mund genommen wie ‚Digitalisierung‘. Es wird jetzt mit etwas Schrecken in der Stimme konkret wahrgenommen, dass etwas getan werden muss, weil das Internet endgültig nicht mehr weggeht.“ Der Hype ‚Industrie 4.0‘ werde noch durch all jene Dörfer gejagt, die noch nicht abgegrast sind. „Der Begriff an sich bleibt zunächst noch vage, weshalb in Deutschland noch nichts getan werden muss. Es ist beruhigend, das bei den Konferenzen feststellen zu können.“ Und auch der Zukunftshype ‚Cognitive Computing" sei wieder „so ein schön vager Begriff, der die Enttäuschungen über traditionelle Datenauswertungen à la Big Data zauberisch lindert“, da viele jetzt hoffen könnten, „dass der Computer jetzt endlich selbst denkt – das wäre eine große Erleichterung.“

Mehr Fragen als Antworten wirft die digitale Transformation für Karl-Heinz Land, Digital Darwinist & Evangelist bei neuland, auf: „2008 kam das iPhone auf die Welt. Heute haben wir mehr Mobilfunkgeräte auf dem Planeten Erde als Menschen (7,3 Mrd., davon bereits 4 Mrd. Smartphones). Smarte mobile Geräte beschleunigen die Dematerialisierung. Unsere digitalen Begleiter ersetzen immer mehr Dinge, wie Fotoapparat, Musikgerät, Taschenlampe, Wecker, Stadtplan, zukünftig Schlüssel, Fieberthermometer uvm. Und damit fallen Maschinen, Rohstoffe, Zulieferbetriebe, Lagerung, Vertrieb und Logistik in den entsprechenden Industrien weg. Daraus resultieren für die Unternehmen drei zentrale Fragestellungen für 2016 und darüber hinaus: Wie sieht das digitale Businessmodell meiner Firma aus? Wie bleiben wir für unsere Kunden relevant? Wie können wir Umsätze über die neuen, digitalen Kanäle erzielen?“

Gezielte Botschaften senden

In Zeiten unüberschaubarer Daten- und Informationsflut begrüßt Online-Marketing-Spezialist Torsten Schwarz, dass es mit zunehmender Digitalisierung möglich ist, personalisierte Botschaften gezielt an den Kunden zu bringen: „Menschen ersticken in Massenwerbung und filtern intuitiv aus. Beachtung findet nur, was persönlich relevant ist. Wer seine Daten geschickt einsetzt, kreiert damit personalisierte Botschaften statt Spam. Das ist weit mehr als Geburtstagsgrüße, Terminerinnerungen und Bestellabbrechermails.“ Das gleiche gelte auch für Webseiten: Auch hier erwarteten Nutzer personalisierte Inhalte. Voraussetzung sei aber die Verbindung der CMS-, CRM-, E-Mail- und Webanalytics-Systeme. Nur so finde datengetriebenes Customer Engagement eine solide Basis: „Daten gibt es in Unternehmen genug – sie werden nur meist nicht genutzt. Ergänzt wird die Permission-basierte Direktansprache durch anonymisiertes Retargeting über Facebook, Google und weitere Vermarkter“, erklärt Schwarz. Nachteil dieser Systeme aus Werbersicht: Echte Personalisierung sei damit aus Datenschutzgründen nicht möglich.

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