Cloud Computing für Finanzdienstleister Wie Banken die Hürden nehmen und Chancen nutzen

Autor / Redakteur: Jürgen Lübeck* / Elke Witmer-Goßner

Für die Gestaltung ihrer digitalen Zukunft nutzen Banken und Finanzdienstleister verstärkt die Vorteile der Cloud. Etablierte Angebote sind mittlerweile so ausgereift, dass sie dabei deutlich mehr Chancen als Risiken bieten.

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Cloud Computing eröffnet Banken neue Möglichkeiten zur Erschließung innovativer Geschäftsmodelle und effizienteren Gestaltung von Arbeitsprozessen.
Cloud Computing eröffnet Banken neue Möglichkeiten zur Erschließung innovativer Geschäftsmodelle und effizienteren Gestaltung von Arbeitsprozessen.
(Bild: gemeinfrei© Willfried Wende / Pixabay )

Entsprechende Lösungen ermöglichen, Prozesse effizienter zu gestalten, eine leistungsfähigere Infrastruktur für neue Geschäftsfelder zu nutzen und zugleich die hohen regulatorischen Anforderungen effizienter und sicherer zu erfüllen als in rein lokalen Systemen.

Der Innovationsdruck treibt in die Cloud

Gerade Banken und Finanzdienstleister verspüren einen zunehmenden Innovationsdruck in Bezug auf die Verarbeitung und Nutzung ihrer Daten, denn sie besitzen enorme Mengen davon. Und die bergen Wissen und Erkenntnisse, mit denen in Echtzeit auf wechselnde Marktgegebenheiten reagiert werden kann. Größtmöglicher Mehrwert kann dabei jedoch nur erzielt werden, wenn diese Daten jederzeit konsistent und zuverlässig in verteilten Umgebungen bereitstehen. Datenkonsistenz und -verfügbarkeit sind entscheidende Faktoren für mehr Flexibilität und Agilität – sie verkürzen die Time-to-Market und beschleunigen den Idea-to-Cash-Zyklus von Apps und IT-getriebenen Bankingprodukten.

Nicht minder entscheidend ist das Thema Kosteneinsparungen: Cloud-Lösungen ermöglichen eine effizientere Nutzung von Ressourcen und reduzieren deutlich die Kapitalbindung für Infrastruktur, Rechenleistung und Speicherkapazität. Der Gewinn an Flexibilität und Elastizität führt ebenfalls zu erheblichen Kosteneinsparungen. Zugleich können Datenspeicher und Rechenkapazitäten in der Cloud günstiger bereitgestellt werden als in lokalen Storage-Systemen. Hardware und Software sind ständig auf dem aktuellsten Stand. Eine Win-win-Situation also.

Konkrete Herausforderungen und gefühlte Hürden

Cloud Computing ist für Banken und Finanzdienstleister mittlerweile wichtige technologische Grundlage ihrer digitalen Zukunft. Dennoch verlagern sie bisher meist nur kleinere Projekte in die Cloud, um Erfahrungen zu sammeln und erste Schritte in der Entwicklung digitaler Anwendungen zu gehen. Mit dem entscheidenden Schritt, auch geschäftskritische Daten und Anwendungen in die Cloud zu überführen, um das gesamte Innovations- und Produktivitätspotenzial auszuschöpfen, tun sie sich weiterhin schwer und lassen Wettbewerbsvorteile ungenutzt.

Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass spezifische Herausforderungen hoch erscheinen, während es an technologischem Know-how und Erfahrungswerten in der Implementierung und im Betrieb neuer Technologien fehlt. Nicht selten mangelt es an einem umfassenden Verständnis für das Cloud-Potenzial und die Relevanz bedarfsgemäßer Datenbereitstellung bei der Umsetzung künftiger digitaler Geschäftsmodelle. Helfen kann an dieser Stelle, einen objektiven und unaufgeregten Blick auf etablierte Cloud-Lösungen zu richten und deren Chancen gegen die (gefühlten) Risiken abzuwägen.

Hinzu kommt das Thema Sicherheit und Resilienz. Neben allgemeinen Bedenken gegenüber möglichen Cloud-Providern, vermeiden Banken und Finanzdienstleister die Migration geschäftskritischer Daten in die Cloud vor allem aus Angst vor Ausfallzeiten, Kontroll- oder Datenverlust. Hier sind die Anbieter von Cloud-Lösungen gefordert, Vertrauen zu schaffen, indem das Risiko von Sicherheitslücken, Ausfallzeiten oder Datenverlust nachhaltig ausgeschlossen wird: Wenn Daten in die Cloud migriert werden sollen, dann garantiert sicher, verfügbar und konsistent.

Compliance steht nicht im Weg

Regulierung und Compliance schließlich sind die vielleicht größte, gefühlte Hürde. Die Sorge um mögliche Probleme mit den Anforderungen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und der Trugschluss, dass deren Vorgaben verhindern, Daten und Services in die Cloud und an Cloud-Provider auszulagern.

An dieser Stelle lohnt der Blick in die Details: BAIT, MaRisk und MaComp – die drei wesentlichen BaFin-Richtlinien zur Sicherstellung der Compliance – sind deutlich mehr Hilfe denn Hindernis oder Hürde. Sie dienen sowohl als Guidelines für ein Höchstmaß an Sicherheit als auch für die Auswahl seriöser und zuverlässiger Partner. Banken und Finanzdienstleister müssen einem Partner für die Migration und Replikation ihrer Daten hundertprozentig vertrauen können, dass er alle Compliance-Anforderungen erfüllt.

Mit der Wahl der richtigen externen Partner, deren Managed-Cloud- und Daten-Services neben den hohen Anforderungen an Sicherheit, Performance und Verfügbarkeit auch die aufsichtsrechtlichen Anforderungen erfüllen, steht der erfolgreichen Cloud-Nutzung nichts mehr im Weg.

Es braucht mehr nachhaltige Lösungen

Cloud Computing eröffnet Banken neue Möglichkeiten zur Erschließung innovativer Geschäftsmodelle und effizienteren Gestaltung von Arbeitsprozessen. Eine flexible und leistungsfähige IT-Infrastruktur ist dafür essenziell. Sie bildet die technische Grundlage für Innovationen und sollte bedarfsabhängig genutzt werden können. Im Idealfall als hybrider Mix aus traditionellen IT-Systemen und Cloud-Anwendungen.

Die gezielte Migration der Daten von lokalen Systemen in die Cloud ist dabei ein wichtiger Baustein, die Wettbewerbsfähigkeit der Bank der Zukunft zu sichern. Diese elementare Anforderung erstreckt sich allerdings weiter und umfasst auch den längerfristigen Betrieb komplexer und integrierter Datensysteme. Wettbewerbsvorteile entstehen erst, wenn nicht nur einzelne Anwender oder Applikationen, sondern verbundene Systeme auf einen Datenbestand zugreifen können. Wenn Daten also jederzeit und überall – in Hybrid- oder Multi-Cloud- bzw. Multi-Region-Szenarien – konsistent zur Verfügung stehen.

Schlüssel dazu ist eine umfassende Datenmanagement- oder LiveData-Strategie, die Datenkonsistenz und -verfügbarkeit über alle Schnittstellen und Standorte hinweg gewährleistet – unabhängig von der Datenmenge. Eine LiveData-Strategie ermöglicht die Migration, Synchronisation und Echtzeit-Replikation großer Datenmengen zwischen On-Premises- und Cloud-Umgebungen. WANdiscos patentiertes Verfahren sorgt dafür, dass Daten jederzeit konsistent und in Echtzeit auf allen Systemen verfügbar sind.

Eine solch grundlegende Strategie eröffnet innovative individuelle Anwendungsszenarien für die erfolgreiche Nutzung des unternehmenseigenen Datenschatzes. Der automatisierte Prozess garantiert die vollständige Konsistenz der Daten – zu jeder Zeit und auf allen beteiligten Systemen, in den unterschiedlichsten Kontexten und gerade auch in Produktivumgebungen.

Jürgen Lübeck, WANdisco.
Jürgen Lübeck, WANdisco.
(Bild: WANdisco)

* Der Autor Jürgen Lübeck, Regional Director DACH bei WANdisco, hat mehr als zwanzig Jahre Erfahrung im Applikations- und Datenmanagement in der Cloud. Er kennt die Belange und Entwicklungen der IT-Branche und die technischen und ökonomischen Anforderungen im Umgang mit großen geschäftskritischen Datenmengen.

Ergänzendes zum Thema
Drei Anwendungsbeispiele für die LiveData-Strategie von WANdisco
  • Sowohl die geschäftlichen als auch die regulatorischen Anforderungen an Verfügbarkeit und Leistung optimal zu erfüllen, verdeutlicht der Case einer US-amerikanischen Geschäfts- und Privatkunden-Bank und ihrer Implementierung von Big-Data-Anwendungen zur Erkennung von Kreditkartenbetrug und Analyse von Kreditrisiken.
  • Optimale Datenverfügbarkeit und Ausfallsicherheit in einem komplexen System multi-regionaler Cloud-Standorte veranschaulicht ein großes Finanzinstitut, das die LiveData-Strategie für den unterbrechungsfreien cloud-basierten Geschäftsbetrieb nutzt und alle regulatorischen Anforderungen tadellos erfüllt.

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