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Datenmigration im Sauseschritt Wechsel auf SkySQL reduziert bei Mobilcom-Debitel die Support-Kosten

Autor / Redakteur: Petra Adamik / Ulrike Ostler

Um für die Zukunft besser aufgestellt und nicht nur von einem Produkt abhängig zu sein, hat Mobilcom-Debitel nach Alternativen zu „MySQL Enterprise Edition“ gesucht. Mehr Agilität und eine hohe Verfügbarkeit müssen sein, insbesondere das starre Korsett eines unflexiblen Support-Vertrages gehört weg. Mit der Migration auf „MariaDB“ und andere SkySQL-Produkte sind nun alle Ziele erreicht.

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Die Shops von Mobilcom-Debitel schließen nachts; die IT-Services sind auch dann verfügbar.
Die Shops von Mobilcom-Debitel schließen nachts; die IT-Services sind auch dann verfügbar.
(Foto: mobilcom-debitel)

Der schnelle und zuverlässige Zugang zu konsistenten und aktuellen Informationen ist im wettbewerbsintensiven Telekom-Markt ein wesentliches Erfolgskriterium für einen erfolgreichen Anbieter. Auch für die Mobilcom-Debitel GmbH. Das Unternehmen gehört zur Freenet Group, dem derzeit größten netzunabhängigen Telekommunikationsanbieter in Deutschland.

Bei den Mobilfunkaktivitäten konzentriert sich der Konzern auf die Marke „Mobilcom-Debitel“, bei deren langfristiger Marken- und Produktstrategie die Bedürfnisse der Kunden im Vordergrund stehen. Die Herausforderungen des Tagesgeschäftes sind groß. So können sich Tarife im Extremfall nahezu täglich ändern. Hier ist eine rasche Reaktion auf Marktgegebenheiten gefragt.

Hinzu kommt ein intensiver Kundenkontakt und individueller -service, der für viele Anwender bei der Wahl eines Provider inzwischen zum wesentlichen Entscheidungsmerkmal geworden ist. Umso wichtiger ist die einfache Bedienbarkeit der Elemente und Dienste, auf die ein Kunde bei seinem Provider zugreifen kann.

Der Geschäftserfolg und die IT

Genauso wichtig ist es für Mobilecom-Debitel aber auch, dass die rund 5.000 Mitarbeiter schnell und ohne Medienbruch auf alle kundenrelevanten Daten und Informationen zugreifen können, um Produkte und Dienstleistungen individuell an die jeweiligen Anforderungen anpassen zu können.

In den Shops von Mobilcom-Debitel haben Kunden die Auswahl zwischen allen Netzbetreibern.
In den Shops von Mobilcom-Debitel haben Kunden die Auswahl zwischen allen Netzbetreibern.
(Bild: mobilcom-debitel)

Um seinen Kundendienst weiter zu optimieren, hat das Unternehmen in rund 180 MySQL Instanzen eine Fülle verschiedener Informationen gespeichert, die für unterschiedliche Geschäftsabläufe und die Kommunikation mit den Kunden notwendig sind. Das reicht von den Login-Informationen der Kunden, bis hin zu Dateninformationen rund um die Anwendungen.

„Ein wesentlicher Aspekt unseres Geschäftserfolges ist der starke Fokus auf die Anforderungen unserer Kunden, verbunden mit viel Flexibilität und schnellen Reaktionszeiten“, erläutert Alexander Eckert, bei Mobilcom-Debitel als Teamleiter verantwortlich für den Bereich Datenbanken und Middleware. „Jede Daten-Management-Software, die wir verwenden, muss sich nahtlos in unsere IT-Umgebung einfügen und mit sämtlichen Applikationen harmonieren.“

Wachstum erfordert mehr Flexibilität

Der Mobilfunk-Anbieter bietet seinen rund 14 Millionen Kunden eine Vielzahl von Service-Elementen, beispielsweise Selbstbedienungs-Portale und einen Onlineshop, aber auch Geschäftsanwendungen wie Netzwerk-Management, Enterprise Resource Planning (ERP) sowie Data Warehousing, um nur einige Beispiele zu nennen. Eine weitere Herausforderung für die Datenbanken des Telekommunikationsanbieters sind die heterogenen Daten, die aus Apache, Tomcat und JBoss sowie anderen Anwendungen geliefert werden.

Alle Vertragspartner von Mobilcom-Debitel ermöglichen es, auf dem Tablets zu surfen. Dabei spielt die Echtzeit-Nutzung eine zunehmend starke Rolle.
Alle Vertragspartner von Mobilcom-Debitel ermöglichen es, auf dem Tablets zu surfen. Dabei spielt die Echtzeit-Nutzung eine zunehmend starke Rolle.
(Bild: mobilcom-debitel)

Durch das kontinuierliche Wachstum des Mobilfunk-Sektors stieß die bei Mobilcom-Debitel installierte MySQL Enterprise Edition an ihre Grenzen, die Support-Kosten waren wirtschaftlich nicht mehr vertretbar. Die vorgegebenen Kapazitäten und der starre Rahmen des Lösungspaketes schränkten das Unternehmen zusätzlich ein und boten längst nicht die Flexibilität, über die multiple Datenbanken inzwischen üblicherweise verfügen.

Alternativen und neue Optionen

Um für die Zukunft besser aufgestellt zu sein und nicht zuletzt um die vorhandenen Kapazitäten der komplexen IT-Landschaft besser zu nutzen, fiel bei Mobilcom-Debitel Anfang 2013 die Entscheidung, nach Alternativen für die MySQL Enterprise Version zu suchen. Die neue Lösung sollte neben der eigenen Datenbank auch die Option bieten, den Support anderer Datenbank Engines zu übernehmen, die bei dem Unternehmen im Einsatz sind.

Von einem einheitlichen Service-Vertrag für alle eingesetzten Plattformen versprachen sich die Verantwortlichen zudem eine deutlich bessere Kostenkontrolle. Darüber hinaus wollte man nicht zuletzt aus der Abhängigkeit von einem einzigen Produkt herauskommen.

Nach einer kurzen Marktevaluation, bei der auch Lösungen von Oracle und Percona geprüft wurden, ging der Zuschlag für die Migration an SkySQL. „Die zugrunde liegende Technologie und das Know how von SkySQL haben uns schnell überzeugt“, erinnert sich Alexander Eckert.

Tausche MySQL gegen MariaDB und Co.

Deshalb entschied sich das Unternehmen dafür, seine bestehende Lösung MySQL Enterprise auf MySQL Community zu migrieren und MySQL Schritt für Schritt durch MariaDB zu ersetzen. Der Startschuss für das Migrationsprojekt fiel im Mai 2013.

Geschäftskunden wird von Mobilcom-Debitel netzunabhängig ein bedarfsgerechtes Mobilfunk-Paket geschnürt.
Geschäftskunden wird von Mobilcom-Debitel netzunabhängig ein bedarfsgerechtes Mobilfunk-Paket geschnürt.
(Bild: mobilcom-debitel)

Innerhalb weniger Wochen ist es den technischen Teams von Mobilcom-Debitel und SkySQL gemeinsam gelungen, sämtliche der rund 180 im Konzern vorhandenen MySQL-Instanzen von der MySQL Enterprise Edition auf die Community Edition von SkySQL umzustellen. Bereits im Juli war die Migration abgeschlossen und die Lösung ging in den Produktivbetrieb. Im Zuge dessen konnte sich der Mobilfunkanbieter auch aus dem Support-Vertrag lösen und profitiert seitdem von den Vorteilen einer heterogenen MySQL-Landschaft und ihren diversen Optionen.

Mittlerweile läuft MariaDB auf 22 Unternehmens-Servern von Mobilcom-Debitel. Der Support für die heute gemischte Umgebung aus MariaDB, MySQL Community Servern und Percona Servern wird über einen einheitlichen Vertrag abgedeckt.

Kostensenkung und Transparenz

Die Planung des Unternehmens sieht zudem vor, zukünftig alle neuen Instanzen mit MariaDB auszurollen und auch aus dem bestehenden Portfolio weitere Instanzen auf MariaDB zu verschieben. Da die installierte Lösung auf Wachstum ausgelegt ist, sind ausreichende Kapazitäten vorhanden, um diese Geschäftsentscheidung ohne zusätzliche Investitionen umsetzen zu können.

„Inzwischen greifen etwa 5.000 Mitarbeiter und bis zu 14 Millionen Kunden auf die Systeme zu“, berichtet Alexander Eckert. „Da alle Systeme hochvernetzt sind, können wir allerdings keine verbindlichen Zahlen darüber nennen, wie viele Zugriffe tatsächlich über alle 180 Instanzen erzeugt werden. Auf jeden Fall ist das Volumen beachtlich.“

Bislang habe man mit der Lösung die besten Erfahrungen gemacht, so Eckert weiter. Die Antwortzeiten haben sich verbessert, die Flexibilität des Unternehmens ist gestiegen und der Support ist heute deutlich besser als vor der Umstellung. Auch vom finanziellen Standpunkt her hat sich die Migration für mobilcom-debitel gelohnt, denn die Betriebskosten für das Daten-Management und die Infrastruktur sind erheblich gesunken.

Die Autorin:

Petra Adamik ist freie Journalistin in München.

(ID:42909245)

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 Petra Adamik

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