Definition: VDI aus der Microsoft Cloud – Windows 10 virtuell bereitstellen Was ist Windows Virtual Desktop / Azure Virtual Desktop?

Autor / Redakteur: chrissikraus / Elke Witmer-Goßner

Windows Virtual Desktop ist ein cloud-basierter Dienst bzw. Service, über den man Windows Desktops mit verschiedenen Betriebssystemen sowie diverse Windows Apps virtuell bereitstellen kann. Der Service läuft auf der Microsoft Plattform Azure.

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Mit Azure Virtual Desktop, bislang als Windows Virtual Desktop bekannt, lassen sich Windows Desktops und Apps virtualisiert bereitstellen. Der Service läuft cloud-basiert über Microsoft Azure.
Mit Azure Virtual Desktop, bislang als Windows Virtual Desktop bekannt, lassen sich Windows Desktops und Apps virtualisiert bereitstellen. Der Service läuft cloud-basiert über Microsoft Azure.
(Bild: gemeinfrei © Gerd Altmann / Pixabay )

Windows Virtual Desktop (WVD) ist ein Dienst zum Virtualisieren von Windows Desktops und Apps für Unternehmen. Die Idee hinter dem Dienst ist, dass von überall aus und von praktisch jedem Client aus mit aktuellen Versionen von Windows gearbeitet werden kann. Damit das funktioniert, benötigt das Endgerät eine Internetverbindung und muss eventuell noch einen Client für die Remotedesktopverbindung installieren. Die virtuellen Desktops werden vollständig in der Cloud ausgeführt. Die Plattform, auf der die Virtualisierung läuft, ist Microsoft Azure. Der Dienst wurde erstmals im September 2019 verfügbar gemacht.

Große Freiheit bei der Plattformwahl

Windows Virtual Desktop kann auf vielen verschiedenen Plattformen genutzt werden. Unter anderem gibt es Remotedesktopclients für Windows Desktop, macOS, Android, iOS. Außerdem kann WVD auch über verschiedene HTML5-fähige Browser als Webanwendung genutzt werden, z. B. über Microsoft Edge, Google Chrome, Apple Safari oder Mozilla Firefox. Kurz: Windows Virtual Desktop kann nahezu von jedem modernen internetfähigen Gerät aus verwendet werden, um online in einer virtuellen Windows-Umgebung zu arbeiten.

Virtualisierung verschiedener Windows-Betriebssysteme

Windows Virtual Desktop unterstützt die Betriebssysteme Windows 10 Enterprise (inkl. Windows 10 Enterprise mit mehreren Sitzungen) und Windows 7 Enterprise. Außerdem werden Windows Server 2012 R2, Windows Server 2016 und Windows Server 2019 angeboten.

Virtualisierung von Microsoft 365 für Unternehmen: Neben den genannten Betriebssystemen können auch die Anwendungen aus der Reihe Microsoft 365 Apps for Enterprise in der Cloud-Umgebung virtualisiert werden.

Zentrale Verwaltung aller Desktops und Anwendungen: Windows Virtual Desktop bietet eine einheitliche Verwaltungsoberfläche, über die alle Desktops und Apps von einer zentralen Stelle aus verwaltet werden können. Außerdem können Benutzer und Ressourcen gezielt zugewiesen werden.

Vorteile von Windows Virtual Desktop

  • Sicherheit: Die cloud-basierten Desktops in WVD werden immer auf dem aktuellsten Stand gehalten und bekommen somit immer die aktuellen Sicherheitsupdates. Updates werden in Unternehmen häufig aufgeschoben und bieten damit Schwachstellen, die das System angreifbar machen. Wenn Sicherheitslücken automatisch geschlossen werden, entfällt dieses Risiko.
  • Skalierbarkeit: Wenn ein Unternehmen wächst, müssen auch ausreichend Arbeitsplätze für die neuen Mitarbeiter geschaffen werden. Mit cloud-basierter Virtualisierung muss deutlich weniger neue Infrastruktur im Unternehmen geschaffen werden.
  • Kostenersparnis: Der Einsatz cloud-basierter Lösungen kann Kosten sparen, z. B. durch das Wegfallen einer komplexen technischen Infrastruktur im Unternehmen. Die virtuelle Lösung kann auch mit eher leistungsschwachen und damit preiswerten Geräten genutzt werden, da die eigentliche Leistung durch die Cloud gestellt wird. Auch wird im Bereich der Administration Arbeit eingespart, da die virtuellen Desktops in WVD relativ wartungsfrei sind.
  • Ortsunabhängigkeit: Gerade in Zeiten von Home Office und mobilem Arbeiten ist cloud-basierte Virtualisierung praktisch. Mitarbeiter können sich von überall aus - und von praktisch jedem Gerät aus - einwählen und in ihrer gewohnten Desktopumgebung arbeiten.

Nachteile von Windows Virtual Desktop

Windows Virtual Desktop hat im Grunde genommen ähnliche allgemeine Nachteile, die auch andere cloud-basierte Dienste haben. Ein wichtiger Faktor für die Alltagstauglichkeit liegt ganz besonders außerhalb der Kontrolle der Plattform: Wenn die Internetverbindung des Clients nicht stabil oder ausreichend leistungsfähig ist, lässt sich ein online-basierter Dienst wie WVD nicht komfortabel nutzen. Ebenso könnten Störungen der Cloud den Arbeitsablauf stören. Offline arbeiten ist ausgeschlossen.

Außerdem sollte gut überlegt werden, in welcher Region die Server stehen, die für die Bereitstellung von WVD genutzt werden. Erstens kann es zu größerer Latenz kommen, wenn die Server fernab der Region stehen, in der mit den virtuellen Desktops gearbeitet werden soll. Zweitens müssen Server, die in einem anderen Land stehen, auch Daten zwischen diesem Land und dem eigentlichen Einsatzort austauschen sowie Daten in diesem Land speichern. Falls das ein Problem ist, muss ein alternativer Standort gesucht werden, der den erforderlichen Kriterien genügt. Idealerweise befinden sich Einsatzort und Serverstandort in derselben Region.

Aus Windows Virtual Desktop wird Azure Virtual Desktop

In einem Blogbeitrag teilt Microsoft die Umbenennung von Windows Virtual Desktop in Azure Virtual Desktop mit.

Azure Virtual Desktop sei außerdem noch flexibler einzusetzen, außerdem füge man der Kernplattform ständig neue Funktionen hinzu. Mehr zu den Plattformfunktionen und möglichen Einsatzszenarien finden sich bei Microsoft im Web.

Public, Private, Hybrid & Co.: Definitionen rund um Cloud Computing

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