Kommentar von IDC

Was Google die Motorola-Mobility-Übernahme bringen könnte

| Redakteur: Katrin Hofmann

Wafa Moussavi-Amin, Geschäftsführer von IDC Deutschland und Schweiz
Wafa Moussavi-Amin, Geschäftsführer von IDC Deutschland und Schweiz

Zu einem Zeitpunkt, an welchem das Android-Betriebssystem des Suchmaschinen-Riesen Google die Nummer eins im Markt für Smartphone-Betriebssysteme ist, sich das Unternehmen im Bereich Media Tablets aber nach wie vor noch schwer tut, gab Google den Aufkauf von Motorola Mobility für 12,5 Milliarden US-Dollar bekannt.

Bei den Verkaufszahlen hinkt Motorola mit seinen Smartphones den Marktführern (Apple, Samsung und Nokia), aber auch anderen Android-Smartphone-Anbietern (Samsung, HTC, und LG Electronics; Stand Q2/11) hinterher.

Xoom, Motorolas Flaggschiff-Produkt der Android-Media-Tablets, war zwar als erstes mit der tablet-spezifischen Honeycomb-Version des Android-Betriebssystems verfügbar, doch aufgrund nur langsam steigender Nutzerzahlen sah sich der Anbieter schon gezwungen, seine Preise drastisch zu senken.

Laut Google-Angaben soll Motorola Mobility auch nach der Übernahme weiterhin als unabhängiges Unternehmen und unabhängiger Android-Lizenznehmer auftreten und das Android Betriebssystem soll auch in Zukunft allen derzeitigen OEM-Partnern zur Verfügung stehen. Google plant die Transaktion bis Ende 2011/Anfang 2012 abzuschließen, entsprechende Genehmigungen durch die Behörden vorausgesetzt.

Google profitiert von Patenten

Einer der offensichtlichen Vorteile für Google ist das umfangreiche und tiefe Patent-Portfolio von Motorola Mobility. Nachdem es mit dem Kauf der Nortel-Patente nicht geklappt hat, kann Google sich jetzt die zirka 17.000 Motorola-Patente plus weitere 7.500 Patentanträge sichern.Apple und Microsoft, die bei der Versteigerung der Nortel-Patente in vorderster Reihe mitspielten, haben Google mit Patentklagen geradezu überschüttet. Motorola Mobility verfügt bereits seit langem über Mobility-Patente.

Google sichert sich dadurch einerseits gegen weitere Klagen ab und kann andererseits selbst gegen Patentverletzungen durch andere Anbieter vorgehen. Dadurch könnten sich alle Parteien veranlasst sehen, anhängige Verfahren zunächst einmal zu verschieben oder sich außergerichtlich zu einigen, so dass die Geschäfte weiterlaufen können.

Die 12,5 Milliarden US-Dollar, die Google nun für Motorola Mobility hinlegt, liegen weit über den Gesamtkosten, die ein Konsortium, bestehend aus Apple, EMC, Microsoft, RIM und Sony, für die Nortel-Patente (4,5 Milliarden US-Dollar für 6.000 Patente) gezahlt hat. Doch dank des langjährigen Firmenbestehens (seit 1928) und der Patenttiefe von Motorola kann Google nun starke Geschütze auffahren.

Hinzu kommt, dass andere Android-Gerätehersteller, die eine Option gewesen wären, noch kostenintensiver und komplexer gewesen wären (LG und Samsung) beziehungsweise aus Patentsicht nicht über dieselbe Tiefe verfügen (HTC).

Was die Übernahme für Motorola Mobility aus Sicht von IDC bedeutet, welchem Risiko sich Google dennoch möglicherweise aussetzt und was IDC diesbezüglich erwartet, erfahren Sie auf den nächsten Seiten.

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