Cloud Native erhöht die Komplexität Warum Cloud-Monitoring kein Kann, sondern ein Muss ist

Autor / Redakteur: Fabian Gampfer* / Elke Witmer-Goßner

Cloud Native ist in aller Munde und immer mehr Unternehmen wollen von den Vorteilen profitieren, indem sie Cloud Native in ihrem Betrieb umsetzen. Doch je mehr Cloud-Anwendungen in einem Unternehmen zum Einsatz kommen, desto unübersichtlicher und damit ineffektiver wird die Cloud-Landschaft.

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In komplexen Cloud-Landschaften kann Monitoring nicht nur zu besserer Performance beitragen, sondern auch zu einem gesteigerten Geschäftswert.
In komplexen Cloud-Landschaften kann Monitoring nicht nur zu besserer Performance beitragen, sondern auch zu einem gesteigerten Geschäftswert.
(Bild: © natali_mis - stock.adobe.com)

Technologische Verbesserungen und die Ausweitung der IT- bzw. Cloud-Strategien haben in diesem Jahr mehr als je zuvor eine besonders wichtige Rolle gespielt. Bereits vor der Corona-Krise, die die Digitalisierungsbestrebungen von Unternehmen nur noch beschleunigte, haben es sich viele Unternehmen zum Ziel gemacht, ihre digitalen Services für Mitarbeiter und Kunden gleichermaßen zu verbessern. Als einer der wichtigsten Enabler hierfür gilt die Cloud – nicht zuletzt, weil Unternehmen durch sie in der Lage sind, Services zugunsten der Customer bzw. User Experience innerhalb von Tagen statt Monaten zu implementieren oder bestehende zu verbessern.

So einfach und vorteilhaft die Cloud auch klingt: Es handelt sich nicht um eine One-size-fits-all-Lösung, sondern erfordert sorgfältige Planung und eine ganzheitliche Strategie, aus der der Return on Investment (ROI) hervorgeht. Teil einer solchen Strategie muss ebenfalls die effektive Echtzeit-Überwachung von Anwendungen – und da ganz besonders von cloud-nativen – sein. Erst durch ein umfassendes Monitoring können Anwendungen nachhaltig optimiert werden, was sich wiederum positiv auf Kundenzufriedenheit und folglich auch die Geschäftszahlen auswirkt. Darüber hinaus verleiht es dem Unternehmen die notwendige Agilität, um Probleme schnell zu identifizieren und angemessen auf sie zu reagieren. Trotz der Vorteile von Cloud Computing machen laut Gartner weniger als 15 Prozent der Unternehmen Gebrauch von einem ganzheitlichen Monitoring-Konzept.

Unübersichtliche Architektur durch größere Komplexität

Die Cloud als solche hat sich längst etabliert und immer mehr Unternehmen bauen komplexe Cloud-Architekturen auf, um ihre Transformationsziele zu erreichen: Über 90 Prozent verfolgen mittlerweile eine Multi-Cloud-Strategie, um ihre Transformations- und Geschäftsziele zu erreichen. Das bedeutet: Sie setzen auf eine Umgebung, die sich aus dem lokalen Netzwerk (On-Premises), Private und Public Cloud sowie Containern und cloud-nativen Anwendungen zusammensetzt. Drittanbieter kümmern sich um das Management und die Absicherung der Infrastruktur, in der sich die auf den Servern gespeicherten Daten befinden. Durch eine solche Multi-Cloud-Strategie lassen sich – im Gegensatz zu rein lokalen Umgebungen, die Unternehmen selbst konfigurieren, verwalten und absichern müssen – erhebliche Kosten einsparen.

Der steigende Grad an Komplexität verschafft Unternehmen jedoch nicht nur Vielfältigkeit, Kosteneinsparungen und Flexibilität: Die gesamte Architektur droht unübersichtlich zu werden, was es schwierig macht, sowohl Probleme und ihre Ursachen zu identifizieren als auch die notwendigen Informationen herauszufiltern, die Entwickler zur Verbesserung ihrer Anwendungen benötigen. Laut einer Untersuchung von IDC umfasst das Repertoire von Unternehmen durchschnittlich 127 verschiedene Anwendungen. Diese Ansammlung soll nach eigenen Aussagen der Unternehmen in den nächsten fünf Jahren sogar um weitere 40 Prozent erweitert werden. Jene Anwendungen und ihre Optimierung sind entscheidend, da sie nicht nur die betriebliche Effizienz steigern, sondern ebenfalls für eine zufriedenstellende Customer Experience sorgen und Innovationen vorantreiben sollen. Gleichzeitig steigt der Druck, die Kosten so gering wie möglich zu halten. Eine Möglichkeit, dies zu erreichen, und dabei schnell und flexibel zu agieren, bietet die Umsetzung einer Cloud-Native-Strategie.

Die Zukunft ist Cloud Native

Durch die Entwicklung cloud-nativer Anwendungen können Unternehmen auf das volle Leistungspotenzial der Cloud zugreifen: Sie sind in der Lage, Anwendungen wesentlich schneller zu entwickeln und bereitzustellen, wodurch sich insgesamt Markteinführungszeiten verkürzen, Skalierbarkeit und Flexibilität erhöhen und die Customer Experience verbessern lassen – und das alles bei geringeren Ausgaben. Anfangs waren Kosteneinsparungen und eine höhere Effizienz der Hauptantreiber für die Implementierung eines Cloud-Native-Ansatzes, doch in jüngster Zeit wandelte sich dies zu einem Bedarf an höherer Geschwindigkeit und Agilität.

Angesichts dieser Vorteile erfreute sich die Entwicklung cloud-nativer Anwendungen immer größerer Beliebtheit. Doch dies führte dazu, dass Unternehmen übereilt handelten und die Entwicklung einer effektiven Cloud-Strategie vernachlässigten. Infolgedessen ist es den betroffenen Organisationen nicht gelungen, jene Vorteile zu erzielen, auf die sie ursprünglich gehofft hatten. Die Risiken, die mit der Komplexität – besonders in Multi-Cloud-Umgebungen – einhergehen, sind weiterhin vorhanden, was es nur noch schwieriger macht, den eigentlichen Mehrwert für das Unternehmen zu erkennen. An dieser Stelle kommt das Monitoring ins Spiel.

Den Durchblick in hoch komplexen Umgebungen behalten

Cloud-Monitoring sorgt in vielerlei Hinsicht für Mehrwert: Mit den richtigen Monitoring-Systemen erhalten Unternehmen bzw. die verantwortlichen Teams ein umfassendes Verständnis über ihre cloud-nativen sowie traditionellen Anwendungen und Technologien und sind in der Lage, die Anwendungsperformance mit Geschäftsergebnissen zu korrelieren. Sie erhalten alle notwendigen Informationen darüber, inwiefern sich Probleme – innerhalb oder hervorgerufen von Anwendungen – auf den gesamten Betrieb und die Zielsetzungen auswirken. Darüber hinaus können sie mithilfe von Künstlicher Intelligenz Anwendungs- und Performance-Defizite identifizieren und proaktiv beheben, bevor sie den Endnutzer erreichen und im schlimmsten Fall einen ernsthaften Schaden anrichten können.

Dies gehört zu einer umfassenden Strategie, die noch einen weiteren Nebeneffekt mit sich bringt: IT-Teams werden zum zentralen Teil des Geschäftswachstums und sind nicht nur jene Mitarbeiter, die sich um IT-Support-Tickets kümmern oder die Laptops der neuen Mitarbeiter einrichten. Ein einheitliches Cloud-Monitoring fördert die Zusammenarbeit durch die Beseitigung von Silos und bietet dadurch den Nährboden für Innovation.

Von der Employee Experience über die Customer Experience und das Erreichen von Geschäftszielen bis hin zur Unternehmensperformance und Geschäftszahlen: Die Entwicklung cloud-nativer Anwendungen übt einen direkten Einfluss auf das gesamte Unternehmen aus. Doch ohne ein umfängliches Verständnis dafür, wie und in welcher Form die Anwendungen dies erreichen und wie sie gegebenenfalls optimiert werden können, wird immer ein Teil des Puzzles fehlen.

Fabian Gampfer, AppDynamics.
Fabian Gampfer, AppDynamics.
(Bild: AppDynamics)

Angetrieben vom Mehrwert tiefgehender Echtzeit-Einblicke gilt es nun, einen ganzheitlichen Monitoring-Ansatz für Anwendungen einzuführen, um diese effektiv zu nutzen und zu optimieren. Erst dann können Unternehmen vollumfänglich effizient arbeiten und rentabler werden.

* Der Autor Fabian Gampfer ist Sales Engineering Manager für AppDynamics.

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