Hybride Cloud-Modelle erfordern eine effiziente Cloud-Management-Strategie Wachsender Bedarf verändert den Cloud-Markt

Autor / Redakteur: Josef Glöckl-Frohnholzer * / Florian Karlstetter

Die Nachfrage nach Cloud-Ressourcen steigt seit Jahren kontinuierlich an. Der Gewinner dieser Entwicklung: die Hybrid Cloud. Der Mischling aus Privat und Public Cloud eignet sich für Unternehmen optimal, um Cloud-Services schnell und zuverlässig einzusetzen. Allerdings ändern sich damit auch die Anforderungen.

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Management hybrider Cloud-Modelle: Der Nutzen einer Orchestrierungs-Software liegt nicht darin, jedes noch so kleine Detail abzubilden, sondern heterogene Systeme und Landschaften zu harmonisieren und steuerbar zu machen.
Management hybrider Cloud-Modelle: Der Nutzen einer Orchestrierungs-Software liegt nicht darin, jedes noch so kleine Detail abzubilden, sondern heterogene Systeme und Landschaften zu harmonisieren und steuerbar zu machen.
(Bild: Zimory)

Die große Nachfrage nach der Hybrid Cloud hat das Potenzial den Cloud-Markt nachhaltig zu verändern. Darauf müssen sich nicht nur Provider, sondern auch die Unternehmen selber vorbereiten.

Hybride Cloud-Lösungen integrieren die Ressourcen zweier klassischer Cloud-Modelle, der Public und der Private Cloud. Da es trotz des etablierten Einsatzes immer noch unterschiedliche Definitionen seitens der Anbieter gibt, seien beide Modelle hier noch einmal kurz beschrieben:

Das BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) definiert die Private Cloud als Infrastruktur, die ausschließlich für eine Organisation oder ein Unternehmen betrieben wird. Entweder organisiert und betreibt das Unternehmen selbst diese Ressourcen oder beauftragt damit einen Dritten. Die Private-Cloud-Infrastruktur kann dabei sowohl im eigenen wie auch in einem fremden Rechenzentrum stehen. Für Unternehmen ist die Private Cloud oft die attraktivste Lösung, da hier die Daten vollständig innerhalb der eigenen Organisation verbleiben und so keine datenschutzrechtlichen Komplikationen entstehen.

In einer Public Cloud stellt ein Anbieter Services zur Verfügung, die von der Allgemeinheit nutzbar sind. In der Regel hochstandardisiert, bieten diese Services für den User kaum Möglichkeiten der individuellen Anpassung. Trotz maximaler Flexibilität und Skalierbarkeit sind die Schwachpunkte der Public Cloud vor allem Problemstellungen zum Datenschutz.

Hybride Clouds nutzen mehrere Cloud-Infrastrukturen, die für sich selbst eigenständig sind, gemeinsam über standardisierte Schnittstellen. Sie vereinen Ansätze, die einerseits die Integrationsmöglichkeiten von Cloud Services in die unternehmensinterne IT sowie andererseits die Verbindung von Public Cloud und Private Cloud zusammenfassen. Hinter der Nutzung von Hybrid Clouds steht oft eine Failover-Strategie der Unternehmen oder ein kurzfristiger Bedarf von weiteren Kapazitäten aus der Public Cloud heraus, um Belastungsspitzen abzufangen. Im Wesentlichen ist die Hybrid-Cloud-Lösung ein effektives Mittel, um die eigenen Möglichkeiten und Kapazitäten auszuweiten.

Die Prognosen sind sich weitestgehend einig: Cloud Computing ist innerhalb von Unternehmen auf Erfolgskurs, auch wenn CIOs Sicherheit und Compliance in vielen Fällen noch als Show Stopper sehen. Nicht zuletzt aufgrund dieser Bedenken stehen Private Clouds bei Unternehmen hoch im Kurs. Das wird sich künftig allerdings rapide ändern: Der Research-Spezialist Gartner prognostiziert zum Beispiel, dass innerhalb von drei Jahren mindestens 50 Prozent der Unternehmen Hybrid-Cloud-Modelle im regulären Betrieb einsetzen.

Verschiedene Cloud-Strukturen parallel im Einsatz

Unternehmen profitieren vom Einsatz hybrider Modelle vor allem dann, wenn sie auf diese Weise einen tatsächlichen Dynamik- und Elastizitätsgewinn ihrer IT erzielen – denn gerade dies macht den Einsatz hybrider Lösungen so interessant. Allerdings müssen dafür drei wesentliche Voraussetzungen gegeben sein:

Zum einen muss das Unternehmen ein schlüssiges Konzept zur Datenklassifizierung verfolgen. Gerade der deutsche Gesetzgeber stellt klare Anforderungen, die den Umgang mit personenbezogenen Daten betreffen. Doch auch das Unternehmen selbst sollte sich genau bewusst sein, welche Daten mit welcher Sicherheitsstufe an welchem Ort liegen. Vereinfacht bedeutet das, sensible Daten immer auf den eigenen Ressourcen belassen, weniger unternehmenskritische Daten in die Public Cloud geben.

Zum anderen sollten Unternehmen im Blick haben, dass viele Cloud-Angebote von Providern wichtige Merkmale wie das Ressource Pooling oder on-demand Self Services nicht erfüllen. Das gilt besonders für die Infrastrukturebene um Rechenleistung, Datenspeicher und Netze. Hier erklären Anbieter einen Managed Service schnell mal zum Cloud Service, obwohl beispielsweise die automatische Provisionierung der Ressourcen ohne Interaktion des betreffenden Providers noch gar nicht möglich ist, ganz zu schweigen von deren unmittelbaren Bereitstellung.

Effiziente Cloud-Management-Strategie unbedingt notwendig

Eine intelligente Management-Strategie für die hybride Cloud ist das dritte Kriterium, das für den wirklich effizienten Einsatz von hybriden Clouds erfüllt sein muss. Hierbei geht es nicht nur darum, die Komplexität, beispielsweise eine IaaS-Umgebung, beherrschbar zu machen, sie optimal auszulasten und zu steuern. Ohne die entsprechenden Verwaltungswerkzeuge einer Multi Cloud Management Software gelingt dies kaum. Vielmehr muss sie einerseits die Komplexität der Datenmigration von der privaten zur externen Cloud managen, zugleich die Interoperabilität der Ressourcen sicherstellen und nicht zuletzt die Sicherheits- und Compliance-Anforderungen des Unternehmens durch entsprechende Policies transparent und effizient unterstützen.

Cloud-Management-Lösungen übernehmen eine zentrale Schnittstellenfunktion zwischen Hardware-, Middleware- und Software-Komponenten. Die ideale Cloud-Management-Lösung gewährleistet eine automatisierte Provisionierung, Self Service on-demand und die Möglichkeit zur Anpassung an verschiedene SLA-Klassen.

Funktionen wie die Unterstützung einer Multi-Tenancy-Architektur sowie standortübergreifenden Infrastrukturmanagements und der offene Einsatz multipler Hypervisor-Technologien (VMWare, Citrix, Microsoft Windows Server Hyper V, Openstack, etc.) heben das Cloud Management auf eine neue Stufe, die Cloud Orchestrierung. Erst sie ermöglichen die flexible und sichere Ergänzung interner Ressourcen durch Angebote externer Provider. Logischerweise darf es in diesem Kontext keine Hypervisor- oder Plattformabhängigkeiten geben, da sonst die Vorteile der agilen Integration dieser Ressourcen verloren gehen.

Neue Cloud-Marktplätze erleichtern Bezug von Cloud-Services

Der nächste Schritt zur echten „Ressourcen-Freiheit“ ist der Ansatz, überflüssige Ressourcen des eigenen Unternehmens über eine Providerunabhängige Handelsplattform – beispielsweise die Deutsche Börse Cloud Exchange – zu beziehen oder sogar zu vermarkten.

Dieses vergleichsweise neue Modell ermöglicht die völlige Elastizität der Cloud-Infrastruktur eines Unternehmens. Cloud Brokerage versetzt CIOs nicht nur in die Lage, vergleichbare Cloud Services zu beziehen. Sie können den Anbieter durch etablierte Marktstandards jederzeit einfach wechseln. Diese Offenheit und Herstellerunabhängigkeit zu gewährleisten, ist eines der wesentlichen Merkmale einer wirklich effizienten Cloud Orchestration Software. Doch auch hier sollten die IT-Verantwortlichen genau hinschauen, denn längst nicht jedes Orchestrations-Angebot ist in der Lage, den Zugang zu freien Marktplätzen zu garantieren. Ein Beispiel für das Zusammenspiel zwischen einem standardisierten freien Cloud Marktplatz und einer Orchestrations-Plattform ist die Zimory ECO. Im Gegensatz zu Lösungen anderer Cloud Provider sowie Herstellern von Orchestrierungssoftware hat Zimory den benötigten Zugang zum freien Cloud-Ressourcen-Markt bereits in seine Software integriert.

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Über Zimory

2007 gegründet, bietet Zimory Carrier Grade Cloud-Infrastruktur-Management- Software, mit der Dienstanbieter, Unternehmen und Cloud-Broker in vollem Umfang das Potential des Cloud Computing nutzen können. Die Zimory Cloud Suite vereinfacht, automatisiert und beschleunigt die Erstellung, Einführung und Verwaltung aller Arten von Cloud-Umgebungen - ob Public, Private, Virtual Private oder Hybrid. Die Software ist auch eine wichtige Voraussetzung für Cloud-Marktplätze, für Enterprise Services, Anwendungen und Infrastruktur. Zimory hat seinen Hauptsitz in Berlin, Entwicklungszentren in Erfurt, Deutschland, und Minsk, Weißrussland, sowie eine Tochtergesellschaft mit Sitz in New York City.

Zimory im Internet

Ein weiterer Punkt, um Offenheit, Vielfalt und Unabhängigkeit für den Nutzer einer Orchestrierungs-Software zu gewährleisten, ist das Öko-System der Software. In Modellen verschiedener Hersteller wie beispielsweise Zimory, servicemesh oder Citrix spielt dieses Ökosystem, über das sich Partner mit Erweiterungen und Mehrwerten und Services andocken können, eine wichtige Rolle. Dieses Ökosystem ist mit den App Stores, die viele Unternehmen inzwischen in der eigenen Organisation bereitstellen, zu vergleichen – allerdings gemünzt auf ergänzende Cloud Services wie Billing, Identitiy Management, Monitoring oder Policy Management. Diese Apps versetzen den Nutzer der Orchestrierungsplattform in die Lage, Cloud Services ganz nach eigenem Bedarf aus verschiedensten Komponenten zu modellieren.

Zunehmende Standardisierung schafft Herstellerunabhängigkeit

Die Provider-Unabhängigkeit beim Beziehen von Cloud-Ressourcen kommt natürlich nicht ohne Standards aus. Ohne Standards ist die Kompatibilität und Übertragbarkeit virtueller Maschinen und Datenformate in keiner Weise gegeben. Gleiches gilt für das Management der Cloud-Ressourcen genauso wie für Datensicherheit und Datenschutz oder für einheitliche SLAs. In diesem Kontext spielen vor allem zwei Standards eine wesentliche Rolle, Openstack und CIMI. Hersteller, die auf offene Strukturen und offene APIs setzen, wie Zimory, bauen ihre Lösungen auf beiden Standards auf.

Zu den weltweiten Organisationen und Institutionen, die sich um die Cloud-Standardisierung bemühen, gehört auch die Distributed Management Taskforce (DMTF), der inzwischen 200 Unternehmen angehören. Sie hat die international erste standardisierte Management-Schnittstelle für virtuelle Maschinen verabschiedet, das Cloud Infrastructure Management Interface (CIMI). Diese Spezifikation beschreibt Modell und Protokoll, die Management und Interaktion zwischen den Clouds sowie zwischen dem Provider und dem Nutzer regeln. CIMI bezieht sich in erster Linie auf IaaS, ist aber auch für PaaS oder SaaS nutzbar.

OpenStack beschreibt ein Cloud-Software-Projekt, das eine freie Architektur für Cloud Computing unter der Apache Lizenz bereitstellt. Diverse Firmen unterstützen das Projekt wesentlich, beispielsweise Citrix, Dell, HP, Redhat und IBM.

Der Autor: Josef Glöckl-Frohnholzer ist Managing Director bei Zimory.
Der Autor: Josef Glöckl-Frohnholzer ist Managing Director bei Zimory.
(Bild: Sascha Kohlmann / Zimory)
Open-Source-Lösungen mit CIMI und OpenStack haben nicht nur hinsichtlich der Standardisierung wesentliche Vorteile. Aus Security-Sicht ermöglichen sie im Gegensatz zu vielen proprietären Modellen ein vollständiges Audit der jeweiligen Sicherheitslösung. Open Source Standards gewährleisten darüber hinaus die Abstraktion unterschiedlicher APIs, sodass für ein Unternehmen notwendige Spezial-Funktionalitäten darüber abzubilden sind. Denn eines muss jedem IT-Verantwortlichen in Bezug auf Cloud-Orchestrierung klar sein: Der Nutzen einer Orchestrierungs-Software liegt nicht darin, jedes noch so kleine Detail abzubilden, sondern heterogene Systeme und Landschaften zu harmonisieren und steuerbar zu machen.

Wenn die Analysten Recht behalten, werden Multi-Cloud-Management-Systeme hybriden Cloud Modellen aus privaten und öffentlichen Ressourcen zum Durchbruch verhelfen. Offene Strukturen, Mehrwerte durch Partner-Ökosysteme und der Zugang zu unabhängigen Cloud-Marktplätzen sind die Voraussetzungen dafür.

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