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Prepaid-Anbieter Bildmobil befürchtet Monate anhaltende UMTS-Verbindungsstörungen Vodafone dementiert bestätigte Probleme mit mobilem Internet

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Netzbetreiber Vodafone hat derzeit Probleme beim Aufliefern von UMTS-Internetdiensten. Betroffen sind auch die mit der Axel Springer AG angebotenen Prepaid-Pakete von BILDmobil. Verschiedene Hotlines für Kunden und Händler bestätigen das Problem und vermuten eine Überlastung des Netzes; Vodafones Pressestelle bestreitet Störungen indes hartnäckig.

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Exzessiv genutzte UMTS-Sticks überlasten derzeit anscheinend Vodafones Mobilfunknetz.
Exzessiv genutzte UMTS-Sticks überlasten derzeit anscheinend Vodafones Mobilfunknetz.
( Archiv: Vogel Business Media )

Visionäre Worte fand der vorsitzende Vodafone-Geschäftsführer Friedrich P. Joussen in den vergangenen Wochen und prophezeite medienwirksam das baldige Ende von Festnetzanschlüssen. Für Kunden ist das bestenfalls Zukunftsmusik: Derzeit kämpfen Nutzer des mobilen UMTS-Internets mit anhaltenden Störungen.

Reproduzierbar sind beispielsweise regelmäßige Internetausfälle bei BILDmobil. Beim von der Axel Springer AG angebotenen Prepaid-Dienst ist Vodafone als Leistungserbringer und Vertragspartner in der Pflicht.

Verbinden sich Kunden mit dem Service, sehen sie immer häufiger leere Browserfenster oder solche Meldungen: „HTTP-Fehler 504 (Gateway Timeout): Beim Warten auf eine Antwort von einem Upstream-Server ist auf dem Gateway oder Proxy-Server eine Zeitüberschreitung aufgetreten.“ An ein Surfen im Web ist dann nicht mehr zu denken.

Der kostenpflichtigen Hotline von BILDmobil ist das Problem genauso bekannt wie dem kostenlos erreichbaren Händlersupport. Bei einer Beginn vergangener Woche von IP-Insider durchgeführten Anfrage verwies man lediglich vage auf Netzwerkprobleme bei Vodafone. Mittlerweile raten die Supportmitarbeiter dazu, in einem neu geöffneten Browserfenster zu surfen. In unserem Fall schaffte dieser Tipp allerdings keine Abhilfe.

Im Vertrauen berichten die Kundenberater von einer Überlastung des Vodafone-Netzes. Die UMTS-Surfsticks würden von Kunden wohl stärker genutzt, als von den Anbietern ursprünglich vorhergesehen. Besonders zu Stoßzeiten komme es zu extrem langsamen Datenübertragungen und Verbindungsabbrüchen. Hinter vorgehaltener Hand vermutet man zusätzliche Probleme durch einen internen Netzumbau bei Vodafone beziehungsweise die mögliche Aufrüstung auf LTE.

Mit der Suche nach Lösungen habe man bereits begonnen. Bis alle Teilnehmer wieder zuverlässig und mit zufriedenstellenden Geschwindigkeiten ins Internet kommen, werde es aber wohl noch dauern. Als realistisches Zeitfenster hierfür nennt BILDmobil ein bis zwei Monate.

Vodafone bestreitet indes alle Vorwürfe. Auf eine detaillierte Nachfrage zu derzeitigen Störungen und generellem Serviceverständnis antwortete Pressesprecher Dirk Ellenbeck: „die [...] beschriebenen Störungen beim Verbindungsaufbau zum Internet sind nicht bekannt und es gibt hierzu auch keine entsprechenden Reklamationen durch unsere Kunden bei der Hotline.“

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