Bereit für die 100-Prozent-Virtualisieung und die ganz private Cloud VMware feiert sich und den größten Produkt-Launch seiner Geschichte

Redakteur: Ulrike Ostler

Laut Gartner wollen bis 2012 76 Prozent aller Unternehmen eine Private-Cloud-Strategie haben. Und dabei will die Nummer 1 im Virtualisierungsmarkt die erste Geige spielen. Alle Neuerungen, von „vCenter“ bis zum „vCloud Director“, von Sicherheit und Entwicklung bis Storage und dem Lizenzmodell dienen diesem Ziel. VMware selbt spricht von „größten Produkt-Launch“ in der eigenen Unternehmensgeschichte.

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Laut Jörg Hesske, in Deutschland verantwortlich für das VMware-Geschäft, feierte das Unternehmen mit den jüngsten Produkt-Releases den größten Launch seit Unternehmensgründung; Bild: VMware
Laut Jörg Hesske, in Deutschland verantwortlich für das VMware-Geschäft, feierte das Unternehmen mit den jüngsten Produkt-Releases den größten Launch seit Unternehmensgründung; Bild: VMware
( Archiv: Vogel Business Media )

„Mit mehr als 200 neuen Features und zahlreichen Funktionserweiterungen feiert wir den größten Produkt-Launch seit Unternehmensgründung“, eröffnet Jörg Hesske, VMware Country Manager Germany, die Hausmesse „VMware-Forum“ in dieser Woche. Rund 750 von rund 25.000 Kunden in Deutschland kann er zu dieser Veranstaltung willkommen heißen.

Mit „vSphere 5“ erzielt VMware einen enormen Performance-Sprung. Nun sei die Software endgültig bereit für die 100prozentige Virtualisierung in den Anwenderunternehmen, so Hesske. Er bezieht sich dabei auf die Virtulisierung der Infrastruktur für geschäftskritische Anwendungen, wie die von SAP.

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Im vergangenen Jahr hatten in Deutschland rund 38 Prozent der x86-Anwender ihre SAP-Anwendungen virtualisiert. Doch die Anzahl der Unternehmen, die in naher und mittelfristiger Zukunft umsteigen wollen, steigt kräftig.

Auf die Plätze, fertig, los!

Der Dreiklang Standardisierung, Virtualisierung, Automatisierung gilt als Vorstufe zur Migration in die Cloud. VMware sieht seinen Markt in der Private Cloud. Die Neuerungen, die VMware auf dem VMware-Forum vorstellte, adressieren die Migration der Kunden in diese Unternehmens-, Community- und Trusted Clouds.

So sollen „vShield 5“, „vCenter Site Recovery Manager 5“ und „vCloud Director 1.5“ bald verfügbar sein. In Verbindung mit vSphere 5 ermöglichten diese Produkte einen Cloud-skalierbaren Betrieb und erhöhten zugleich den Wert, den Kunden aus virtualisierten Ressourcen ziehen.

Paul Maritz, CEO von VMware, formuliert: „Mit VMware vSphere 5 und unserer Cloud Infrastructure Suite hilft VMware seinen Kunden, den Weg zu einer effizienteren und automatisierten Cloud-Infrastruktur zu beschreiten, definiert neu, wie Ressourcen verwaltet und abgesichert werden und stellt ein produktiveres Verhältnis zwischen der IT und den Geschäftszielen her.“

Tools für wichtige Virtualisierungen

Die „Cloud Infrastructure Suite“ sei ein kompletter Cloud-Infrastruktur-Stack, der Organisationen nicht nur bei der Realisierung intelligenter virtueller Infrastrukturen helfe, sondern auch hoch virtualisierte Umgebungen mit allen Fähigkeiten zur Automatisierung des Betriebs, zur automatisierten Bereitstellung sowie zur Absicherung ausstatte – für folgende Szenarien:

  • Zuverlässige Bereitstellung geschäftskritische Anwendungen, selbst für die anspruchsvollsten geschäftskritischen Anwendungen in virtuellen und Cloud-Umgebungen.
  • Schnelle Reaktion auf Business-Anforderungen mit der Agilität der Cloud – von der schnellen und einfachen Bereitstellung neuer Ressourcen bis zum intelligenten Management des operativen Geschäftsbetriebs.
  • Vertrauen und Zuversicht auf dem Weg zum Cloud Computing durch Policy-basierte Sicherheitskonzepte für physikalische und virtuelle Strukturen

Chris Wolf, Vice President Research bei Gartner, beschreibt die Bedeutung, die die Virtualisierung der x86-Welt bereits eingenommen hat: „Eine aktuelle Feldstudie von Gartner zeigt, dass Unternehmen in einem überwältigenden Ausmaß x86-Virtualisierung als essentielle Grundkomponente von Infrastructure-as-a-Service und Private-Cloud-Architekturen begreifen.“

Hinzu komme, dass viele Organisationen virtualisierte x86-Umgebungen als Standardplattform für neue Applikationen betrachteten. Kosteneinsparungen und Agilität zählten zu den am häufigsten genannten Gründen sowohl für Investitionen in die Virtualisierung als auch ins Cloud Computing.

weiter mit: VMware vSphere 5 als Basis für Cloud Computing

VMware vSphere 5 als Basis für Cloud Computing

VMware vSphere bildet die Basis der VMware CloudInfrastructure Suite. Die Software bildet außerdem die Basis für virtuelle Desktop- Umgebungen.

Die Version 5 unterstützt virtuelle Maschinen, die bis zu viermal leistungsfähiger sind als bisherige und die bis zu 1 TerabyteHauptspeicher sowie 32 virtuelle CPUs besitzen. Diese virtuellen Maschinen werden mehr als eine Million I/O-Operationen pro Sekunden ausführen können. Das übertreffe zumeist die Anforderungen selbst der anspruchsvollsten Applikationen wie SAP-Datenbanken bei weitem, so VMware.

Zu den neuen Funktionen, die zudem mehr Intelligenz in die Verwaltung von Rechenzentren bringen, gehört das Policy Management. Es erlaube einer höheren Grad an Automatisierung bei der Verwaltung von Ressourcen nach dem Prinzip von „Set it and forget it“. Die Server-Bereitstellung und Storage-Verwaltung ist mit eingesclossen.

Der Kunde definiert die Policies und setzt die Parameter für den Betrieb, VMware vSphere 5 erledigt im Idealfall den Rest.

Die neuen Funktionen Auto-Deploy, Pool-Driven Storage und Storage DRS können bei Kunden mit 1000 virtuellen Maschinen ein ganzes Jahr Administrationszeit einsparen.

Weitere Infrastructure-Tools

  • vShield 5: In der Funktionsgruppe Data Security fasstVMware die Möglichkeiten zusammen, die es der IT-Administration erlauben, ungeschützte sensible Daten zu identifizieren, Umgebungen unterschiedlicher Sicherheitsstufen voneinander zu isolieren und Sicherheitsrichtlinien zu verschieben, wenn sich Daten und Anwendungen zwischen virtuellen Systemen bewegen oder in die Public Cloud wandern.
  • vCenter Site Recovery Manager 5: Neue Replikationsmöglichkeiten in der Systemwiederherstellung erlauben es, für die gleichen Kosten doppelt so viele Anwendungen zu schützen. Die neue Version unterstützt unterschiedliche Storage-Konfigurationen im Haupt- und Backup-System. Mit den neuen Möglichkeiten für automatische Migrationen bei Systemausfällen und geplante Migrationen können die Administratoren komplexe Migrationsszenarien zur Ausfallvermeidung, für terminierte Wartungsaktivitäten und zur Rechenzentrumskonsolidierung umsetzen.
  • vCloud Director 1.5: Die automatisierte Bereitstellung von Infrastrukturdiensten auf internen und externen Systeme nach dem Selbstbedienungsprinzip führt dazu, dass der vCloud Director die notwendige Zeit zur Bereitstellung neuer Server drastisch senken kann. Die neuen Fähigkeiten zur Anlage von „Linked Clones“ senken die Bereitstellungszeit auf unter fünf Sekunden und sparen 60 Prozent der Storage-Kosten ein.
  • vSphere Storage Appliance: Die Appliance wandelt internen Massenspeicher der Server in gemeinsam genutzte Storage Pools um.

Bei der Software-Appliance handelt es sich um ein gänzlich neues Produkt für kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Es soll ihnen helfen, den finanziellen und technischen Aufwand für die Storage-Verwaltung zu reduzieren.

Laut Gartner werden mehr als 75 Prozent der kleinen und mittelgroßen Unternehmen bis zum Jahr 2012 einen Großteil ihrer Server virtualisiert haben. Disaster Recovery ist hierbei Knackpunkt. Denn bislang mussten Betriebe, die die in vSphere eingebauten Fähigkeiten wie Hochverfügbarkeit und automatisiertem Ressourcen-Management nutzen wollten, auf Shared Storage Hardware zurückgreifen – eine teure und oftmals auch recht komplizierte Notlösung.

Nun läuft die Software als virtuelle Appliance auf VMware vSphere Server-internen Storage wird in einen virtuellen Pool geschützter Shared Storage zusammengefasst, ohne das zusätzliche Hardware-Ausstattung benötigt wird. Da die Storage-Appliance auf verschiedenen Servern parallel arbeitet, wird sichergestellt, dass Daten bei jedweder Arbeitslast, auch bei einem Ausfall eines Servers innerhalb des Clusters, verfügbar sind.

Zudem ist das Produkt durch ein paar Mausklicks einfach zu installieren und zu konfigurieren und es sind keine speziellen Storage-Kenntnisse notwendig.

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Oh Schreck! Neues Lizenzmodell durch Pooling-Konzept

Mit der Einführung von VMware vSphere 5 entwickelt VMware sein Lizenzmodell weiter. Der Hersteller möchte damit „einen Cloud-gerechteren Ansatz“ ermöglichen, indem die Lizenzen sich auf Ressourcenverbrauch und Nutzung bezieht und nicht mehr auf physikalische Komponenten und Kapazitäten.

vSphere 5 wird weiterhin pro Prozessor (CPU) lizenziert, jedoch entfallen die bisherigen Restriktionen hinsichtlich Prozessorkernen und physikalischem Speicher pro Server. Ersetzt werden sie durch ein einziges, virtualisierungsbasiertes Nutzungsrecht von „Pooled Virtual Memory“ oder „vRAM“.

Pooled vRAM ist die Gesamtmenge von Hauptspeicher , der allen virtuellen Maschinen in der Umgebung des Kunden zur Verfügung steht. Jede vSphere 5 CPU Lizenz erlaubt es dem Käufer, eine bestimmte Menge vRAM zu nutzen und frei in der gesamten Umgebung zu verteilen.

Verbrauchsorientierung

So werde ein echtes verbrauchsbasiertes, Cloud-orientiertes Lizenzmodell etabliert, so VMware. Der Kunde unterliege keinen Einschränkungen, wie er den Hauptspeicher zwischen virtuellen Maschinen verteile, egal ob er sich etwa entscheidee, viele kleine oder nur eine große VM aufzusetzen.

VMware vSphere ermöglichte es bisher schon, durch Pooling von Ressourcen wie CPU, Hauptspeicher und Storage seine Hardware-Auslastung zu erhöhen. Mit dem neuen Lizenzmodell überträgt VMware das Pooling-Konzept, eines der Grundprinzipien des Cloud Computing, von der rein technischen auf die Geschäftsebene und gestattet auch das Pooling von Lizenzen.

Da vSphere 5 immer noch CPU-basiert lizenziert bleibe, könnten Kunden dennoch weiterhin ihre etablierten Einkaufs-, Bereitstellungs- und Lizenzmanagement-Prozesse nutzen. Denn die Kunden werden durchaus unterschiedlich betroffen sein und einige mehr zahlen müssen, sagt Eric Siebert, Chef-Admin bei der Boston Market Group Corp.: „Große Unternehmen, die große Host in Betrieb haben, werden viel ausgeben müssen für ihre Lizenz-Upgrade.“

Neue Architekturen sind die Folge

Er überlegt weiterhin, dass sich die VMware-Kunden wohl Gedanken machen müssen, wie sie ihre Umgebungen anders designen. „Rightsizing wird nun wirklich wichtig“, sagt er. „man kann sich die Verschwendung von Memory einfach nicht mehr leiten.“

Bisher bekannt sind folgende Schritte:

  • vSphere 5 Standard Edition: 24 GB pro 995-Dollar-Lizenz
  • vSphere 5 Enterprise Edition: 32 GB pro 2.875-Dollar-Lizenz
  • vSphere 5 Enterprise Plus: 48 GB pro 3.495-Dollar-Lizenz

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