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AMD liefert APU als Schrittmacher der Surround Computing Era Versteckte und vorausschauende Rechner

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Peter Schmitz

Allgegenwärtig und dennoch kaum sichtbar – dieses Bild zeichnet AMD von den Computern der Zukunft. Die Steamroller-Architektur soll die "Surround Computing Era" einläuten.

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Als Backbone sorgt die Cloud für konsistente Benutzererfahrungen an verschiedenen Endgeräten.
Als Backbone sorgt die Cloud für konsistente Benutzererfahrungen an verschiedenen Endgeräten.

Klassische Computer mit Tastaturen und Mäusen haben ausgedient, glaubt Mark Papermaster, CTO des Chipherstellers AMD. Stattdessen werden die Rechner künftig zunehmend unsichtbar agieren, gesprochene Worte und Mimik von Menschen verstehen und selbstständig die Informationen liefern, die für den jeweiligen Anwender in dessen Kontext relevant sind.

Wie diese Vision des Surround Computing künftig aussehen könnte, soll ein Gedankenexperiment versinnbildlichen. Die zentrale Rolle spielen darin ein hungriger Angestellter während seiner Mittagspause und ein nicht näher spezifiziertes, mobiles Endgerät. Das System weiß nicht nur über die Vorlieben seines Besitzers Bescheid, sondern per GPS, Kartenmaterial und Datenbankanbindung auch über den aktuellen Aufenthaltsort und die Sonderangebote von Imbissen in der Umgebung. Per Sprachkommunikation fragt das System den Mittagswunsch des Angestellten ab und wickelt im Anschluss selbstständig Bestellung und Zahlung per Netzwerk ab. Beim Erreichen des Imbisses steht das bestellte Mittagsmahl dann schon zur Mitnahme bereit.

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Sprung wie von Pong zu realistischer 3D-Grafik

AMD erwartet von der "Surround Computing Era" vergleichbare Fortschritte, wie diese in den vergangenen Dekaden bei der Computergrafik stattgefunden haben: So habe die beeindruckende Grafik aktueller Spiele nur noch wenig mit der Darstellung des Klassikers Pong gemein. Nachdem die Interactive Computing Revolution in den vergangenen zehn Jahren zu ansehnlichen 3D-Grafiken und allgemein verfügbaren Rechnern gesorgt habe, werden Rechner im Zeitalter des Surround Computing nun immer mehr zum festen Bestandteil des Alltags: Überall verfügbar und in die Umgebung integriert.

In einer Keynote auf dem Hot Chips Symposium in Cupertino charakterisierte Papermaster das Surround Computing als plattformübergreifendes Modell, das raumfüllende Systeme ebenso beinhalte wie in Brillen eingebaute Rechner. Zudem werden die Systeme Bedürfnisse erkennen und mit wirklichkeitsnahen Ausgaben darauf reagieren – Vorreiter dieser Entwicklung sind die in Apples iPhone verbaute Sprachsteuerung Siri, Google Voice oder Microsofts Gestensteuerung per Kinect.

Clouds als Backbone des Surround Computing

Für die anstehenden, tiefgreifenden Veränderungen müssen Clients smarter interagieren als bisher, glaubt Papermaster und verweist beispielsweise auf die hohe Rechenleistung, die für "natürliche" Nutzerinterfaces nötig sind. Da smarte Clouds als Backbone des Surround Computing gelten, müssten auch Rechenzentren optimiert werden. Als Anforderungen nennt der AMD-CTO hohe Skalierbarkeit, Reaktionen in Echtzeit, dicht gepackte Server, sichere und konsistente End-to-End-Architekturen sowie beschleunigte Analyticslösungen.

Diese Anforderungen will AMD mit einer "Heterogeneous System Architecture" (HSA) bewältigen. Mit der Architektur sollen Grafikprozessoren (GPU) und CPUs gleichwertig agieren. Zudem sollen Hochsprachen – von C/C++ über Python bis zu JavaScript und HTML5 – direkt auf Hardwarefunktionen zugreifen können.

APU als Enabler der Heterogeneous System Architecture

Mit HSA spannt Papermaster dann schließlich auch den Bogen zu AMDs eigenen Accelerated Processing Units (APU), die Funktionen von CPU und GPU vereinen. Nach Lesart des Herstellers sind APUs ein Enabler für Parallelisierung sowie HSA – und somit die Plattform der Wahl für das Surround Computing.

Mit dem angekündigten "Steamroller"-Kern will AMD bereits in Kürze für effizientere Server und Clients sorgen.

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