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Migration wird bevorzugt an externe IT-Dienstleister vergeben Unternehmenskunden nutzen teils Betriebssysteme aus der Steinzeit

Redakteur: Sarah Gandorfer

Eine auf der CeBIT durchgeführte Befragung bringt zu Tage, dass Firmen alte Betriebssysteme nutzen, da ihnen die Migrations-Tools fehlen. Zum Teil wird noch mit Microsoft Windows 98 gearbeitet.

Firma zum Thema

Es ist kaum zu glauben aber wahr: Beim Thema Betriebssystem hinken viele Firmen hinterher. Im Rahmen der CeBIT 2011 befragte die Software-Initiative Deutschland (SID) 200 Unternehmen welche Software auf ihren PCs läuft. Fast zehn Prozent gaben an, Windows 98 oder Windows 2000 zu nutzen. Rund 55 Prozent arbeiten mit Windows XP. Die erstgenannten Windows-Versionen werden bereits gar nicht mehr von Microsoft supportet und XP nur noch bis zum Jahr 2014. Erst 18 Prozent der Befragten haben auf Windows 7 umgestellt.

Warum sich so viele Unternehmen mit der Migration zurückhalten liegt an folgenden Gründen:

  • 64 Prozent mangelt es an den nötigen Einsatzwerkzeugen für die Migration.
  • 36 Prozent der Befragten IT-Spezialisten sind unsicher über die Nutzbarkeit des jüngsten Microsoft-Betriebssystems.

Erschreckende Realität

„Das ist ein erschreckendes Ergebnis. Knapp 40 Prozent der Unternehmen planen laut Studie die Migration auf Windows 7 – aber noch scheint bei niemandem die nötige Software-Management-Lösung vorzuliegen“, kommentiert Ragip Aydin, Vorsitzender des Arbeitskreises „Windows 7-Migration“ des SID.

Laut SID dränge die Zeit, denn ein Migrations-Projekt könne mehrere Monate dauern – bei großen Unternehmen mit sehr vielen Clients könne es auch bis zu einem Jahr in Anspruch nehmen. Eine umfangreiche Analyse der Anwendungslandschaft zähle zu den wichtigsten Schritten bei dieser Aktion. Auch seien Tests des neuen Betriebssystems mit den verwendeten und bereinigten Anwendungen notwendig.

64 Prozent der im Rahmen der SID-Studie befragten Firmen erleben häufig, was eine veraltete IT-Infrastruktur bedeutet: Störungen. „Mangelhafte Pflege bedeutet wenig Effizienz und geringe Ausfallsicherheit. Zudem werden Migrationsprojekte noch erschwert“, beschreibt Aydin die Risiken.

Sicherheit im Fokus

Einigkeit herrscht bei der Wirkung einer aktuellen IT auf Servern und Clients: 55 Prozent der Unternehmen glauben, die Produktivitätssteigerung könne bis zu 20 Prozent betragen; fast zehn Prozent rechnen sogar mit mehr als 30 Prozent. Sicherheit ist dabei ein Thema, welches die Unternehmen ernst nehmen. Für alle Befragten ist die IT-Security wichtig oder sogar sehr wichtig.

„Die Sicherheit einer Infrastruktur hängt maßgeblich an der Aktualität der Anwendungen, des Betriebssystems und der Schutzeinrichtungen“, erläutert Aydin. „Ein homogener Entwicklungsstand ist wichtig, um zuverlässig geschützt zu sein.“ Das Know-how zu solchen Projekten vermuten jedoch nicht einmal 40 Prozent der Unternehmen in den eigenen Reihen. Die Ausführung einer Migration würden daher knapp 50 Prozent in die Hände eines externen Dienstleisters legen.

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