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Software-Lizenzierungsmodelle auf dem IDC-Prüfstand Unternehmen wünschen sich flexiblere Cloud- bzw. ESD-Modelle

| Redakteur: Elke Witmer-Goßner

Was geschieht, wenn ein Hersteller sein eigenes Software-Lizenzierungsmodell beim Kunden nicht entsprechend durchsetzen bzw. kontrollieren und erfassen kann? Dann hat er „seinen Dreck im Schächtele“ wie der Schwabe sagt und damit viele Chancen vertan, die Software-Kosten in Unternehmen zu senken und Compliance zu gewährleisten.

Cloud Computing bietet Herstellern wie Anwendern neue Möglichkeiten für Software-Lizenzmodelle und deren Preisgestaltung.
Cloud Computing bietet Herstellern wie Anwendern neue Möglichkeiten für Software-Lizenzmodelle und deren Preisgestaltung.
( Archiv: Vogel Business Media )

Vor allem fehlende Automatisierungsmethoden behindern die Nutzungserfassung von Software in Unternehmen. Zu diesem Ergebnis kommt die von Flexera Software in Auftrag gegebene IDC-Untersuchung zu wichtigen Trends bei Software-Preisgestaltung und -Lizenzierung. Die der Studie zu Grunde liegende Umfrage richtete sich an Führungskräfte von Software- und Hightech-Herstellern sowie Unternehmenskunden, die Software und Geräte verwenden und verwalten.

Tappen im Nebel

Der Trend geht hin zu flexibleren Lizenzierungsmodellen und einer nutzungsbasierten Preisgestaltung, zeigt die Studie. Auch das Thema Cloud Computing und damit verbundene neue Modelle der Software-Distribution werden für viele Hersteller immer interessanter.

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Allerdings ist es bisher nur der Wille zur Veränderung. In der Praxis fehlt es – wenn überhaupt vorhanden – oft an den einfachsten Methoden zur Softwarelizenznutzungserfassung. Fast die Hälfte aller Hersteller verzichtete im vergangenen Jahr auf die Erfassung oder wusste nicht, ob das nicht bereits der Fall ist. Dabei stuften rund drei Viertel der Unternehmensanwender die Kontrolle ihrer Software-Lizenznutzung als sehr wichtig ein.

Vertrauen ist gut

Allerdings sind die Methoden, die Software-Lizenznutzung zu erfassen, für die Unternehmen mehr als unbefriedigend. Sie nutzen hauptsächlich Software-Asset-Management-Software und selbst entwickelte Systeme. Von Herstellern angebotene Tools kommen eher weniger zum Einsatz. Einige kontrollieren und organisieren ihre Lizenzen noch manuell.

Für Unternehmen ist besonders die Nutzungserfassung zur Compliance-Überprüfung bei Middleware-, ERP- und CRM-Software am schwierigsten. Als Grund hierfür werden am häufigsten fehlende automatische Erfassungsmechanismen genannt. Auch die Hersteller, die noch keine Automatisierungsmöglichkeit zur Überwachung der Lizenznutzung bieten, sehen den Bedarf für bessere Tools.

Kontrolle ist besser

Zur Lizenznutzungserfassung setzen die Hersteller überwiegend auf Methoden wie die Überprüfungen der Seriennummern, Produktaktivierungen und Dongles. Verstärkt setzen Hersteller auf Compliance-Audit-Teams. Einige haben aber auch noch gar keine Methode zur Durchsetzung implementiert. Immerhin planen knapp die Hälfte der befragten Hersteller für 2011 den Einsatz besserer Technologien.

Die Zahlen zeigen deutlich das Fehlen einer branchenweiten Standardisierung und Automatisierung der Softwarenutzungserfassung und -durchsetzung. Daher ist es auch nicht weiter überraschend, dass die Mehrheit der Hersteller wie auch der Unternehmensanwender Modelle wie die elektronische Bereitstellung von Software (Electronic Software Distribution, ESD) bevorzugen.

Die vollständige Studie stellen wir Ihnen als PDF-Dokument zum Download zur Verfügung.

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