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In Social Media steckt mehr drin Unternehmen schöpfen Social-Media-Potenzial nicht aus

| Redakteur: Sarah Böttcher

Unternehmen aus der DACH-Region nutzen das geschäftliche Potenzial, dass sich hinter Social Media verbirgt nicht aus. Lithium und die Universität Zürich wollen durch eine Studie, bei der Unternehmen auf ihre Social-Media-Aktivitäten untersucht wurden, auf die Notwendigkeit und auf die Vorteile von Social-Media-Nutzung aufmerksam machen.

Durch eine Steigerung der Social-Media-Aktivitäten würden Unternehmen, laut einer Studie von Lithium Technologies und der Universität Zürich, mehr Profit erwirtschaften und ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern können.
Durch eine Steigerung der Social-Media-Aktivitäten würden Unternehmen, laut einer Studie von Lithium Technologies und der Universität Zürich, mehr Profit erwirtschaften und ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern können.
(© RFsole - Fotolia.com)

Die führenden Unternehmen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz haben die hohe Bedeutung von Social Media erkannt. Trotzdem wird das enorme geschäftliche Potenzial der sozialen Medien nicht völlig ausgenutzt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Zürich, die in enger Zusammenarbeit mit Lithium Technologies und weiteren Partnern erstellt wurde.

Viel Aktivität, wenig Strategie

Die Studie zeigt, dass die Mehrzahl der Unternehmen zwar auf Social-Media-Kanälen aktiv ist, aber über keine Strategie verfügt, die eine nachhaltige und systematische Monetarisierung ermöglicht. Social-Media-Aktivitäten seien nicht in die Kerngeschäftsprozesse der Unternehmen integriert und würden nur „bottom-up“ und von den Erfordernissen einzelner Abteilungen gesteuert werden.

„Die meisten Unternehmen stehen noch ganz am Anfang“, erklärt Bruno Teuber, SVP und General Manager von Lithium in EMEA. „Diese vorsichtige Herangehensweise ist einerseits verständlich. Jedoch birgt sich bei einem so signifikanten Paradigmenwechsel, der zudem mit einem tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel einhergeht, die Gefahr, früher oder später komplett den Anschluss zu verpassen. Ein sofortiges Öffnen und Umdenken sowie eine klare Festlegung der Geschäftsleitung sind zwingend gefordert.“

Vor allem sind die Marketing-Abteilungen der Unternehmen für die Social-Media-Aktivitäten zuständig. Jedoch nutzen meist diese die sozialen Medien nur als klassisches Push-Marketing. Das Potenzial von Pull-Marketing und User Generated Content, dem sogenanntem „Earned Content“, bleibt häufig unbeachtet. So nutzen, laut Lithium auch nur sehr wenige Unternehmen die Möglichkeiten von Peer-to-Peer-basierendem Social Support.

Herausforderungen mit Social Media

„Die Unternehmen stehen vor einer großen Herausforderung“, sagt Prof. René Algesheimer von der Universität Zürich. „Einerseits müssen Unternehmen angesichts der rasanten technologischen Entwicklung auf der operativen Ebene reagieren, ausprobieren und testen. Andererseits entsteht so eine Vielzahl nicht aufeinander abgestimmter Aktivitäten, die eine echte Strategie für den Wandel durch Social, spezifische Zielvorgaben und kontinuierliche Erfolgskontrollen erfordern. Klar ist, dass eine solche Strategie auf jeden Fall das ganze Unternehmen betreffen muss, nicht nur einzelne Abteilungen. Gelingt dies rechtzeitig, entsteht ein enormer Wettbewerbsvorteil.“

Die Studie zeigt, dass nur zehn Prozent der befragten Unternehmen den geschäftlichen Nutzen ihrer Social-Media-Aktivitäten nachweisen können. Als wichtigste Kennzahlen werden Reichweite, Interaktion und Traffic auf der Homepage genannt. Für den nachhaltigen Unternehmensgewinn maßgeblich ausschlaggebende „Key-Performance-Indikatoren“ wie Conversion Rates, Net Promoter Score und Call Deflection dagegen werden entweder nicht oder nicht ausreichend definiert.

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