Pandemie sorgt für Investitionssteigerungen Unternehmen nutzen mehr Cloud-Backup- und Recovery-Services

Autor / Redakteur: Florian Malecki* / Elke Witmer-Goßner

Eines ist sicher: COVID-19 hat einiges beschleunigt, wofür Unternehmen ohne Pandemie wesentlich länger gebraucht hätten. Das gilt zum Beispiel für die verstärkte Nutzung der Cloud für Backup und Recovery.

Firma zum Thema

Nahezu jedes zweite Unternehmen weltweit hat seine cloud-basierten Backup- und Recovery-Services aufgrund von COVID-19 ausgebaut.
Nahezu jedes zweite Unternehmen weltweit hat seine cloud-basierten Backup- und Recovery-Services aufgrund von COVID-19 ausgebaut.
(Bild: © mokee81 - stock.adobe.com)

Auch wenn den Menschen die Pandemie und ihre Auswirkungen auf die Nerven gehen und die Situation hohen Schaden für viele Unternehmen verursacht hat, ist COVID-19 gleichzeitig auch ein bedeutender Katalysator. In Bezug auf die Cloud hat das Virus Unternehmen beispielsweise dazu gebracht, ihre anfängliche Zurückhaltung zu überwinden. Gartner etwa hatte die Investitionssteigerung in Cloud-Technologie für 2020 sogar auf 19 Prozent prognostiziert, während die Gesamt-IT-Ausgaben um 8 Prozent niedriger eingeschätzt wurden. Ein eindeutiger Schub für alles, was in der Cloud stattfindet.

Auch die Umfragen und Analysen vom Backup- und Recovery-Spezialisten StorageCraft decken sich mit den Prognosen der Marktforscher. StorageCraft hat Ende 2020 eine Studie über Cloud-Computing-Trends und die Einschätzung von Unternehmen hinsichtlich ihrer Cloud-Nutzung durchgeführt. Die Ergebnisse sind eindeutig: Weltweit haben 47 Prozent aller Befragten (Deutschland 40 Prozent) ihre cloud-basierten Backup- und Recovery-Services aufgrund von COVID-19 ausgebaut. Aus globaler Sicht haben 59 Prozent (Deutschland 58 Prozent) der Unternehmen ihre Investitionen speziell im Bereich des Cloud-Backups erhöht und 39 Prozent (Deutschland ebenfalls 39 Prozent) haben cloud-basierte Datenwiederherstellungspläne implementiert.

Cloud-Trend beständig, aber vorsichtig

Der Trend zur Cloud wird voraussichtlich auch nach dem Abklingen der Pandemie anhalten, da viele Unternehmen während der letzten Monate die Vorteile der Cloud erkannt haben. Beispielsweise werden aller Voraussicht nach die Remote-Arbeit und das Homeoffice eine Konstante für zukünftiges Arbeiten bleiben. Die Praxis hat gezeigt, dass eine flexiblere Arbeitsgestaltung in vielen Bereichen nicht nur theoretisch Sinn ergibt, sondern auch tatsächlich funktioniert. Namhafte Unternehmen wie Facebook und Microsoft haben öffentlich erklärt, dass ihre Mitarbeiter dauerhaft von zu Hause arbeiten können. Viele andere Unternehmen erwägen vergleichbare Schritte. Auch hier ist in vielen Fällen die Cloud der Schlüssel zum Erfolg.

Allerdings geht Cloud im größeren Ausmaß nicht einfachmal so nebenher. IT-Abteilungen benötigen Unterstützung, um die Daten der Remote-Standorte – zu denen jetzt auch das Homeoffice gehört – mit Hilfe der Cloud effektiv zu verwalten und zu schützen. Aus technischer Sicht ist der Einsatz der Cloud für nahezu alle Unternehmen realisierbar, allerdings trifft man immer wieder auf die gleiche Frage: Ist die Cloud sicher? Auch hierzu hat StorageCraft in seiner letzten Studie die Meinung im Markt abgefragt und viele Unternehmen bezweifeln nach wie vor, dass die Cloud sicher ist. Rund 45 Prozent (Deutschland 46 Prozent) der Unternehmen glauben, dass Daten, die in einer öffentlichen Cloud (AWS, Azure, Office365 usw.) gespeichert werden, weniger sicher sind als Daten, die vor Ort im Unternehmen vorgehalten werden.

Diese Einschätzung ist nachvollziehbar. Denn es liegt in der Natur des Menschen, dass er sich lieber selbst um das, was ihm wertvoll ist, kümmert, anstatt es jemand anderem anzuvertrauen. Gleiches gilt natürlich auch für sensible Daten. Die Folge daraus: Obwohl COVID-19 die Einführung der Cloud insgesamt angetrieben hat, gibt es nach wie vor Unternehmen, die zögern und Bedenken hinsichtlich Sicherheit und Kontrolle sowie versteckter indirekter Kosten haben. Daraus ergibt sich die Frage, ob diese Bedenken tatsächlich gerechtfertigt sind und ob die antizipierten Risiken dramatisch genug sind, um den Wechsel in die Cloud zu stoppen oder zumindest stark zu verzögern? Die kurze Antwort heißt „Nein“. Denn die meisten öffentlichen Clouds sind sicherer als jede IT-Infrastruktur, die man im eigenen Rechenzentrum installieren könnte.

Darüber hinaus sehen Unternehmen weitere Hürden, die sie beim Ausbau der Cloud überwinden müssen. Eines der wichtigsten Hindernisse ist laut der StorageCraft-Studie die Einhaltung von Vorschriften und Bestimmungen beim Auslagern von Daten in die Cloud. Immerhin gaben 86 Prozent (Deutschland 87 Prozent) der Umfrageteilnehmer an, dass sie bei der Einführung von Cloud-Backup und -Wiederherstellung in dieser Hinsicht auf Herausforderungen gestoßen sind. Sicherheit, Compliance-Anforderungen und mangelnde Datenkontrolle wurden als wichtigste Bedenken genannt.

Cloud nutzen heißt, Verantwortung übernehmen

Wenn Unternehmen ihre Daten in die Cloud verlagern, sollten sich die Verantwortlichen über eines bewusst sein: die Verantwortung für die Sicherheit der Daten liegt sowohl beim Cloud-Service-Anbieter als auch beim Unternehmen, das die Services in Anspruch nimmt. Cloud Service Provider sichern im Rahmen der Vereinbarung in der Regel die Kerninfrastruktur und die Dienste ab. Wenn es allerdings um die Sicherung von Betriebssystemen, Plattformen und Daten geht, stellt der Cloud-Anbieter zwar eine Reihe von Tools zum Schutz von Daten zur Verfügung. Doch letztlich liegt die Verantwortung für die Sicherheit der Daten beim Unternehmen, also beim Kunden des Cloud-Anbieters.

Die gute Nachricht: Immer mehr Unternehmen erkennen, dass Datenschutz in der Cloud eine gemeinsame Verantwortung ist und sie nicht alles ihrem Anbieter überlassen können. Auf die Frage, in wessen Verantwortung die Wiederherstellung von Daten und Anwendungen in einer Public Cloud (AWS, Azure, Office365 usw.) im Falle eines Angriffs oder Datenverlusts liegt, gaben immerhin 56 Prozent (Deutschland 46 Prozent) der StorageCraft-Umfrageteilnehmer an, dass dies in ihrer Verantwortung liege.

Der MSP als Freund und Helfer

Es ist wenig überraschend, dass das Vertrauen von Unternehmen in die Services von Managed Service Providern (MSPs) auch beim Cloud-Migrationsprozess hoch ist. Denn es waren maßgeblich auch die MSPs, die sich in den teils schwierigen letzten Monaten als wertvolle Partner erwiesen haben. Seit der Pandemie spielen sie eine entscheidende Rolle dabei, Unternehmen und deren externen Mitarbeitern dabei zu helfen, schnell und nahtlos weiterzuarbeiten. In der StorageCraft-Studie gaben mehr als ein Drittel der mittelständischen IT-Teams an, dass sie ihre MSP-Ausgaben für die Datensicherung in der Cloud und das Cloud-Backup von Außenstellen und Zweigstellen erhöhen.

Ohne Cloud wird es langfristig kaum gehen

Je weiter Unternehmen bei der Nutzung der Cloud voranschreiten – unabhängig davon, ob es sich um einen Private-, Public- oder Hybrid-Cloud-Ansatz handelt – werden sie unweigerlich die vielen betrieblichen und finanziellen Vorteile der Verlagerung von Workloads in die Cloud erkennen. Dabei wird es für Unternehmen entscheidend sein, die passende Ausprägung und Cloud-Technologie individuell für ihre Bedürfnisse zu definieren und weiterzuentwickeln.

Florian Malecki, StorageCraft.
Florian Malecki, StorageCraft.
(Bild: StorageCraft)

Ein Aspekt der Cloud allerdings ist für alle Unternehmen gleichermaßen wichtig, egal ob sie sich vorsichtig oder mit vollem Schwung in die Cloud begeben: die passenden Datensicherheitsmaßnahmen und dazugehörigen Prozesse, damit man auch einen Notfall gut und schadlos übersteht.

* Der Autor Florian Malecki ist International Product Marketing Senior Director bei StorageCraft.

(ID:47303408)