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Experten-Kommentar zum Thema Lizenzmanagement Unkontrollierter Softwareeinsatz vernichtet unnötig Geld

Autor / Redakteur: Axel Oppermann / Elke Witmer-Goßner

Die eigene Software nicht zu kennen, ist reine Verschwendung, sagt Axel Oppermann, Senior Advisor beim Beratungs- und Marktforschungsunternehmen Experton Group. Und noch schlimmer: Ohne vernünftiges Lizenzmanagement werden Modelle wie Software-as-a-Service (SaaS) nie funktioneren. Ein Kommentar.

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SaaS-Modelle werden nur funktionieren, wenn Unternehmen ihre vorhandenen oder benötigten Lizenzen kennen, ist Axel Oppermann, Analyst bei der Experton Group, überzeugt.
SaaS-Modelle werden nur funktionieren, wenn Unternehmen ihre vorhandenen oder benötigten Lizenzen kennen, ist Axel Oppermann, Analyst bei der Experton Group, überzeugt.
( Archiv: Vogel Business Media )

Stellen Sie sich vor, Sie arbeiten in einem produzierenden Betrieb und können die Anzahl der benötigten Werkstücke oder die Stückkosten einer zentralen Baugruppe nicht beziffern. In Folge könnten Preise nicht auf einer relevanten Basis kalkuliert werden, Aufwendungen und Bedarfe wären quasi nicht zu erfassen – unvorstellbar!

Nun stellen Sie sich vor, wie der Einsatz von Software im Unternehmen aussehen würde, wenn es keine validen Rahmenparameter oder Managementansätze gäbe. Es wären teils die Falschen, teilweise zu viele oder zu wenige Lizenzen vorhanden. Auch könnten Mitarbeiter nicht die Software einsetzen, die sie für die Erzielung von Wertschöpfung benötigen.

Bittere Wahrheit

Eigentlich unvorstellbar – aber wahr. Die Experton Group hat im Frühjahr 2011 Entscheider in Unternehmen gefragt, wie es um das Lizenzmanagement gestellt ist. Und die Ergebnisse zeigen ein düsteres Bild auf. So geben 57 Prozent der Befragten in Unternehmen mit 500 bis 999 Mitarbeitern an, dass sie kaum oder keine Kontrolle über das Lizenzmanagement bzw. die eingesetzte Software haben. Bei Unternehmen mit 20 bis 499 sieht die Situation noch misslicher aus: Sieben von zehn Unternehmen geben ihre Ohnmacht beim Management von Lizenzen zu.

Ein erschreckendes Bild und eine deutliche Ausprägung von Verschwendung. Analysen aus dem Jahr 2008 und 2009 bei Unternehmen mit mehr als 500 PC-Arbeitsplätzen haben nämlich ergeben, dass durch diese Form des Missmanagements bezogen auf den einzelnen IT-Arbeitsplatz oder Mitarbeiter je nach Branche und Unternehmensgröße, locker 800 bis 1.000 Euro verschleudert werden. Selbst kleinere Unternehmen könnten leicht 10 bis 20 Prozent bei den Aufwendungen für Software sparen, wenn sie sich strategisch mit dem Thema auseinandersetzen würden.

Strategische Nachteile

Und hier liegt auch das Problem: So geben über 50 Prozent der Entscheider in Unternehmen mit 20 bis 499 Mitarbeitern an, dass sie eigentlich nie die vorhandenen (erworbenen) Lizenzen mit der eingesetzten oder benötigten Software vergleichen. Auch die Erfassung von Software im zentralen Inventar bietet noch mehr als Luft zur Verbesserung. Lediglich knapp 24 Prozent der Befragten in Unternehmen mit 500 bis 999 Mitarbeitern gaben an, dass sie solche Modelle oder Tools nutzen.

Neben den finanziellen Nachteilen ergeben sich auch strategische Hemmnisse. Bereitstellungsmodelle wie Software-as-a-Service (SaaS) werden nur dann funktionieren und für die Unternehmen einen Nutzen bringen, wenn ein Grundverständnis über die vorhandenen und benötigten Lizenzen besteht.

Lesen Sie weiter, wie Unternehmen Schwachstellen identifizieren und Wege aus der Lizenz-Misere finden können.

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