Nutanix Cloud Usage Report 2020 Überraschung: VMs weitaus beliebter als Container

Autor / Redakteur: Dr. Dietmar Müller / Elke Witmer-Goßner

Nutanix will es genau wissen: Alle paar Monate teilt das Unternehmen seine Erkenntnisse aus eingehenden Untersuchungen des weltweiten Cloud-Marktes mit der Öffentlichkeit. Und tatsächlich liefert die dritte Ausgabe des Nutanix Cloud Usage Report – der sich ausschließlich auf AWS und Azure konzentriert – einige wirklich interessante Erkenntnisse.

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Die Diffusion der Container-Technologie in die Cloud-Architekturen läuft offenbar nicht so schwungvoll wie kürzlich noch von Analysten prognostiziert.
Die Diffusion der Container-Technologie in die Cloud-Architekturen läuft offenbar nicht so schwungvoll wie kürzlich noch von Analysten prognostiziert.
(Bild: gemeinfrei © ID12019 / Pixabay )

So läuft die Diffusion der Container-Technologie in die Cloud-Architekturen der Unternehmen offenbar gar nicht so schwungvoll wie kürzlich noch von Analysten prognostiziert. Das ist aber beileibe noch nicht alles.

Analog zu vielen anderen Marktbeobachtern stellen die Studien-Autoren zunächst fest, dass 2020 ein Jahr wie kein anderes zuvor war – und dass „die Cloud“ als Technologie durch die Covid-Krise definitiv stärker geworden ist. Wie genau sich das Wachstum im vergangenen Jahr insbesondere auf die Cloud-Ausgaben ausgewirkt hat, zeigen die vier Schlüsseltrends im Cloud Computing laut der nicht repräsentativen Studie:

  • Azure wächst beständig schneller als AWS, wobei der Mittelstandes seinen Marktanteil am deutlichsten erhöht.
  • Relational Databases as-a-service (RDBaaS) weisen eine rasante Wachstumskurve auf und werden zu einem der meistgenutzten Services in AWS und Azure.
  • Die meisten Kunden nutzen mehr als 15 Cloud-Services, was auf eine hohe Reife der eingesetzten Lösungen hindeutet.
  • Das Segment Technologie, Medien und Telekommunikation (TMT) nutzte unter dem Einfluss von Corona mehr Cloud Computing als jede andere Branche .

Aus der Fülle an Materialien greifen wir darüber hinaus einige Aussagen des Reports auf:

Cloud-Reife hat zugenommen
Laut der Untersuchung hat die Cloud-Reife bei Azure-Anwendern am stärksten zugenommen. Generell finden sich im Enterprise-Segment die ausgereiftesten Lösungen, was nicht verwundert, schließlich ist dort zum einen das meiste Geld vorhanden, zum anderen adaptieren große Firmen neue Technologien schneller als kleine. Betrachtet man die unterschiedlichen Branchen so stellt man fest, dass die Financial Services die höchste Cloud-Reife aufweisen, der Gesundheitssektor am anderen Ende der Skala befindet sich dagegen in einer frühen Adoptionsphase mit geringer Reife. In anderen Worten: Banken setzen schon lange auf die Cloud, das Gesundheitswesen sträubte sich vor allem aus datenschutzrechtlichen Gründen lange dagegen. Corona könnte dies ändern.

Azure wächst weiter deutlich schneller als AWS
AWS ist weltweit der Cloud-Platzhirsch, aber Azure gewinnt Marktanteile und wächst im dritten Jahr in Folge deutlich schneller als AWS. Tatsächlich ist praktisch in allen Branchensegmenten die Azure-Wachstumsrate doppelt so hoch wie die AWS-Wachstumsrate. Azure verzeichnet zudem im Vergleich zu AWS auffällig massives Wachstum im Mittelstand (der ist definiert durch Unternehmen mit einem Umsatz von 50 Millionen bis zu einer Milliarde US-Dollar).

Für Computing-Power wird am meisten ausgegeben
Was beziehen die Anwender vorzugsweise aus der Cloud? Nun, Infrastructure-as-a-Service (IaaS – bestehend aus Compute, Network & Storage) macht mit über 70 Prozent Anteil nach wie vor die größte Kategorie der Cloud-Ausgaben aus. Für Datenbanken geben Unternehmen übrigens am zweitmeisten aus. Und wenn wir schon vom Geld reden: Rightsizing ist immer noch eine Herausforderung, Anwender überdimensionieren regelmäßig ihre VMs und Datenspeicher und zahlen daher zu viel. Die Studienautoren sehen hier brachliegende Einsparungspotenziale.

VMs sind die am meisten genutzten Services
Überraschende Erkenntnis: Die allerorten gehypten Technologien Container & Serverless weisen nur ein geringes Wachstum auf. Insbesondere Azure-Anwender halten sich mit (noch?) gehörigem Abstand von der Container-Technologie fern.

Objektspeicher hat in Sachen Storage die Nase vorne
Die Cloud dient zunehmend als Aufbewahrungsort für Daten. AWS S3 war 2020 mit Abstand der führende Speicherservice mit anhaltend steiler Wachstumskurve. Die Amazon Elastic Files Services (EFS) finden gerade eine starke Akzeptanz im Enterprise- und Commercial-Segmenten. Und: Die Datenübertragungskosten sind ein sensibler Kostenpunkt für die AWS-Nutzung, oft ist von mangelnder Transparenz und überraschend hohen Rechnungen zu hören.

Relational DbaaS wächst schnell
Wie gesagt sind Datenbanken die am zweitstärksten nachgefragte Funktion in der Cloud. Unter allen Datenbanken werden die relationalen in Form von MS-SQL, MySQL, Postgres und Aurora am meisten verwendet, Cache und Datawarehouses sind die nächstgrößten Ausgaben sowohl in AWS als auch Azure. Das bedeutet nicht, dass nicht-relationale Datenbanken auf dem Abstellgleis gelandet wären, nein, auch NoSQL wächst stetig.

Die Verbindung mit der Cloud
Die Cloud ist das eine, der Zu- und Ausgang das andere. Unternehmen lassen sich sichere, private Verbindungen in die und aus der Cloud sehr viel kosten. Das lässt sich nicht zuletzt an steigenden Umsätzen von AWS in Sachen Content Delivery Network (CDN) und Domain Name Cloud Services ablesen. Die Studie stellt fest, dass Azure im Vergleich die geringeren CDN- und DNS-Umsätze aufweist.

Über die Studie

Der Nutanix Cloud Usage Report basiert auf der Analyse der Ausgaben von Cloud-Kunden in den Jahren 2019 und 2020. Die in diesem Bericht vorgestellten Daten sind nur repräsentativ für Kunden, die Xi Beam, einen Multi-Cloud-Kosten-Governance-Dienst von Nutanix, zur Verwaltung ihrer Cloud-Infrastruktur verwendet haben. Die Daten in diesem Bericht sind nicht repräsentativ für die Cloud-Nutzung von Nicht-Beam-Kunden.

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Dr. Dietmar Müller

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Journalist