Big Data auf Platz vier Top-Ten-Ranking der IT-Herausforderungen im Mittelstand

Autor / Redakteur: Sarah Maier / Florian Karlstetter

Der Weg zu Industrie 4.0 ist steinig. Bei einer Umfrage nannten die IT-Entscheider der deutschen Fertigungsindustrie das Thema Sicherheit als größte Hürde. Ein anderes Problem ist die Datenflut, die es zu bewältigen gilt. IT-Dienstleister Freudenberg IT weiß hier Rat.

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Das rasante Datenwachstum wird in der Produktion zum Problem
Das rasante Datenwachstum wird in der Produktion zum Problem
(Bild: pro motion pic - Fotolia.com)

Das Marktforschungsinstitut Pierre Audoin Consultants (PAC) hat im Auftrag von Freudenberg IT einen „IT Innovation Readiness Index“ erstellt. Insgesamt 140 IT-Entscheider und Produktionsleiter aus ganz Deutschland nahmen an der Studie teil. Die Unternehmen setzen sich dabei aus unterschiedlichen Branchen zusammen: Maschinen- und Anlagenbau (38 Prozent), Automotive (28 Prozent) und sonstiger Fertigung (33 Prozent) mit einer jeweiligen Unternehmensgröße von 250 bis 499 Mitarbeitern (48 Prozent) sowie 500 bis 4.499 Mitarbeitern (52 Prozent).

Die wachsende Datenflug stellt etwas mehr als die Hälfte der deutschen Unternehmen vor eine große Herausforderung.
Die wachsende Datenflug stellt etwas mehr als die Hälfte der deutschen Unternehmen vor eine große Herausforderung.
(Bild: Freudenberg IT)
Die Analysten fragten unter anderm, ob Big Data eine Hürde für die deutsche Fertigung sei. Darauf antworteten 55 Prozent aller Befragten, davon zwei Drittel der Produktionsleiter, im industriellen Mittelstand, dass sie in der permanent steigenden Informationsflut eine „sehr große IT-Herausforderung“ sehen. „Das rasante Datenwachstum wird insbesondere in der Produktion zunehmend als drängendes Problem erkannt“, betont Analyst Karsten Leclerque, Studienverantwortlicher bei PAC.

Laut der Studie sind es vor allem die Bereiche Lager- und Transportlogistik, fertigungsnahe Prüfdaten und Qualitätskennzahlen, Service und Support sowie Personaldisposition, in denen große Datenmengen anfallen. Entsprechend gelte es diese mit geeigneten IT-Lösungen zu managen und auszuwerten. „Insbesondere die Erfassung und Weiterverarbeitung von Daten aus der Fertigung wird für das Thema Industrie 4.0 von zentraler Bedeutung sein“, ergänzt PAC-Analystin Stefanie Naujoks. „So stellt bereits heute für fast zwei Drittel der befragten Produktionsleiter die steigende Datenflut eine sehr große Herausforderung dar.“

Industrie 4.0

Zusätzliche Brisanz erhalte der Big-Data-Trend insbesondere vor dem Hintergrund von Industrie 4.0, glaubt auch Horst Reichardt, CEO bei Freudenberg IT. „Je mehr Messfühler und Stellglieder von Anlagen und Maschinen in das Internet der Dinge integriert werden, desto größer wird die Menge an Beziehungs- und Bewegungsdaten. Klassische BI-Tools sind damit hoffnungslos überfordert. Beherrschbar wird der anrollende Daten-Tsunami in der Produktion allein durch innovative In-Memory-Technologien wie SAP Hana, die Milliarden Datensätze in wenigen Sekunden auswerten können. Big Data ist folglich eine unausweichliche Station auf dem Weg ins Industrie-4.0-Zeitalter“, führt Reichardt aus.

Greifbaren Nutzen brächten seiner Meinung nach In-Memory-Lösungen bereits heute. Als Beispiel nennt er Materialplanungsläufe, die bislang mehrere Stunden dauerten, somit in einem Bruchteil der Zeit erledigt seien. Zudem sei die Analyse der Bedarfs- und Bestandssituation in Echtzeit verfügbar.

Die zehn größten Herausforderungen

Angeführt wird das Top-Ten-Ranking der größten IT-Herausforderungen im produzierenden Gewerbe vom Thema Sicherheit und Compliance. 67 Prozent werteten diesen Bereich als „sehr große“ Herausforderung. In der Automobilbranche waren sogar drei Viertel der Befragten dieser Ansicht.

Auf Platz zwei und drei folgen Flexibilität und Reaktionsgeschwindigkeit (65 Prozent) beziehungsweise Service-Qualität, Performance und Verfügbarkeit (64 Prozent). Position vier hält die steigende Datenflut mit 55 Prozent. Die Komplexität der IT-Architektur (54 Prozent), zunehmende Ansprüche von Business-Anwendern (50 Prozent) sowie das IT-Budget und IT-Ressourcen (43 Prozent) landen auf Platz fünf, sechs und sieben. Die Plätze acht, neun und zehn im Ranking entfielen auf die Harmonisierung internationaler Einheiten (40 Prozent), Kostentransparenz (39 Prozent) und schließlich den IT-Fachkräftemangel (32 Prozent).

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