Risiken beim Weg in die Cloud minimieren Tipps für die erfolgreiche Migration von Datenbanken

Autor / Redakteur: Sascha Giese* / Elke Witmer-Goßner

Immer mehr Unternehmen entscheiden sich für die Cloud und gegen On-Premises-Modelle für ihre Systeme. Sie wollen von schnelleren, skalierbareren und kostengünstigeren Umgebungen profitieren und möglichst bald ihre Datenbanken zur Cloud migrieren.

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Datenbanken in den Cloud-Betrieb zu überführen, ist keine triviale Aufgabe, sondern bedarf einer sorgfältigen Vorbereitung und Planung.
Datenbanken in den Cloud-Betrieb zu überführen, ist keine triviale Aufgabe, sondern bedarf einer sorgfältigen Vorbereitung und Planung.
(Bild: © khanchit - stock.adobe.com)

Die Migration bringt neben zahlreichen Vorteilen allerdings auch Hindernisse und Risiken mit sich, wenn nicht auf eine sorgfältige Planung geachtet wird. Wenn eine Datenbank zur Cloud migriert wird, kann deutlich mehr schiefgehen als bei der Migration innerhalb eines Rechenzentrums oder zwischen On-Premises-Rechenzentren, und dieses Risiko ist bei unzureichender Vorbereitung schnell größer als alle Vorteile.

Wie können Unternehmen also eine reibungslose Datenbankmigration sicherstellen? In diesem Artikel betrachten wir einige zentrale Herausforderungen bei der Migration von Datenbanken zur Cloud und zeigen auf, wie IT-Experten sie überwinden können, um das volle Potenzial der Cloud zu nutzen.

Typische Herausforderungen bei der Cloud-Migration

Bei der Migration einer Datenbank zur Cloud gibt es einige typische Hindernisse, auf die IT-Experten vorbereitet sein sollten. Die gute Nachricht: Mit ausreichender Planung können sie gut gemeistert werden, und die Vorteile der Cloud-Migration machen selbst viele Stunden der Vorbereitung schnell wieder wett. Zu den häufigsten Hindernissen bei der Cloud-Migration gehören die Folgenden:

  • Die Datenbankmigration zur Cloud kostet Zeit und Geld – oft mehr als eine lokale Migration.
  • Bei der Cloud-Migration können keine Annahmen zu Datenbankanwendungen getroffen werden, besonders im Hinblick auf Netzwerke mit geringer Latenz.
  • Bei einer schlecht geplanten Migration besteht das reale Risiko, dass sie keine Vorteile bringt. Ein unzureichend vorbereiteter Prozess kann schnell misslingen und sein Potenzial verfehlen.
  • Vor der Cloud-Migration müssen Qualifikationslücken geschlossen werden: Viele Unternehmen müssen neue Fertigkeiten im Bereich Cloud-Technologien, Sicherheit und Unternehmensarchitektur entwickeln, damit die Vorteile der Migration realisiert werden können.

Der Schlüssel zum Erfolg: Ein durchdachter Migrationsplan

Unternehmen sollten ausführliche Recherchen anstellen und sich bei der Vorbereitung Zeit lassen. Die folgenden Best Practice-Tipps für die Datenbankmigration zur Cloud helfen IT-Experten, den Prozess reibungslos zu gestalten:

Ziele festlegen. Jedes Unternehmen ist unterschiedlich und möchte mit der Cloud-Migration andere Ergebnisse erzielen. Daher empfehlen wir, eine Liste mit übergeordneten Geschäftszielen zu erstellen, anhand derer wichtige Grundregeln festgelegt werden. Auf dieser Basis können IT-Experten die geeigneten Technologien und Teammitglieder für die Aufgabe auswählen.

Prioritäten setzen. Sobald die Ziele feststehen, sollte eine kurze Übersicht mit der Priorisierung der Ziele erstellt werden, einschließlich einer Bewertung der Kosten und des Nutzens für jedes Ziel. Das erste Zwischenziel kann beispielsweise darin bestehen, die Anforderungen an die Performance und Geschäftskontinuität der migrierten Datenbank festzulegen. Schließlich kann man entscheiden, ob das Unternehmen den Prozess fortsetzen sollte.

Die Migration überprüfen. Sobald die Entscheidung für die Migration gefallen ist, sollt der Plan auf mögliche Risikofaktoren oder Schwachstellen geprüft werden. Dazu benötigt man einen vollständigen Überblick über die On-Premises-Datenbankumgebung, Datenwörterbücher und Daten-Assets. Performance-Benchmarks sollten erfasst werden, damit man einen quantitativen Nachweis darüber hat, wie eine gute Performance nach der Migration aussieht. Danach sollte eine Cloud-„Zielzone“ festgelegt werden, damit die Funktionalität des aktuellen Datenbankbestands korrekt reproduziert oder sogar übertroffen werden kann. So können eventuelle Probleme erkannt und behoben werden, bevor die Migration durchgeführt wird.

Die Migration durchführen und überwachen. Mit den in den vorangegangenen Schritten gelegten Grundlagen ist es unwahrscheinlich, dass bei der eigentlichen Migration böse Überraschungen auftreten. Sowohl für Komplettmigrationen als auch für schrittweise Migrationen sind zahlreiche Tools zum Übertragen von Daten und Datenbanken verfügbar. Den Ausführungsprozess sollte man genau im Auge behalten und sicherstellen, dass alles wie erwartet funktioniert. Nach Abschluss der Migration ist es wichtig, die Datenbankleistung genau zu überwachen und sicherzustellen, dass die Kundenerwartungen erfüllt oder – besser noch – übertroffen werden.

In die Produktion gehen. In dieser letzten Phase vor der Veröffentlichung sollten die Fachexperten des Unternehmens detaillierte Verifikationen der Datenbank und der Anwendung durchgeführt haben. Auch hier ist es angesichts der vorherigen Vorbereitungen unwahrscheinlich, dass Probleme auftreten. Dennoch sollte geprüft werden, ob noch letzte Änderungen erforderlich sind, um anschließend das bisherige System außer Betrieb zu nehmen.

„Chef-Geek“ Sascha Giese von SolarWinds.
„Chef-Geek“ Sascha Giese von SolarWinds.
(Bild: SolarWinds)

Mit diesen Schritten können IT-Experten und Unternehmen die Datenbankmigration zur Cloud trotz aller Herausforderungen reibungslos gestalten und von den erhofften Vorteilen profitieren.

* Der Autor Sascha Giese ist Head Geek bei SolarWinds.

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