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KPMG-Digitalisierung im Rechnungswesen 2020 Studie zeigt Fortschritte und Zögern

| Autor / Redakteur: M.A. Dirk Srocke / Elke Witmer-Goßner

Die 2020er Ausgabe der KPMG-Studienreihe zur Digitalisierung im Rechnungswesen berichtet zugleich von technologischer Zurückhaltung und sehr konkreten Plänen bei der ERP-Migration.

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KPMG hat Unternehmen auch zu ihren Plänen für SAP S4/HANA befragt.
KPMG hat Unternehmen auch zu ihren Plänen für SAP S4/HANA befragt.
(Bild: © Alterfalter - stock.adobe.com)

KPMG hat die Studie „Digitalisierung im Rechnungswesen 2020“ vorgestellt. Damit widmet sich das Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen dem Thema bereits zum vierten Jahr in Folge – und kann dem entsprechend auch Trends und Tendenzen aufzeigen.

So berichten die Autoren beispielsweise von Fortschritten bei grundlegenden Digitalisierungsaspekten. Demnach gestalte sich die Buchhaltung in 71 Prozent der befragten Unternehmen bereits papierlos oder sei auf dem Weg dahin – eine Steigerung von neun Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr.

Abgeschlagene Technologietrends

Andererseits dokumentiert die Erhebung jedoch auch: Neuartige Technologien werden weiterhin nur zögerlich eingesetzt. Und das betrifft bei Weitem nicht nur die in der Studie abgeschlagen zurückliegende Blockchain, die für die Mehrheit der Unternehmen keine Rolle spielt. In Zahlen ausgedrückt: 55 Prozent planen nicht mit der Technologie, weitere elf Prozent erkennen keinen Mehrwert.

Ebenfalls auf hinteren Plätzen landen die Technologietrends VR zur Visualisierung von Kennzahlen sowie lernende Systeme. Besonders überrascht hat die Autoren der Studien allerdings das geringe Interesse am Einsatz von Plattformen für das Business Process Management (BPM) zur Automatisierung von Finanzprozessen: 18 Prozent nutzen derlei Lösungen oder planen einen Einsatz, 25 Prozent diskutieren noch darüber. Dabei sei „die Standardisierung von Workflows für die Unternehmen Dreh- und Angelpunkt der Digitalisierung“, heißt es im Executive Summary.

Robotic Process Automation (RPA)

Ambivalente Aussagen liefert die Studie auch zum Thema RPA. Mehr als ein Viertel der Unternehmen nutze einen entsprechenden Ansatz. Offenbar mit positiven Ergebnissen, denn 89 Prozent der RPA-Erfahrenen berichten von Zeiteinsparungen. Insgesamt glauben auch 55 Prozent der Befragten, dass sich RPA als dauerhafte Lösung etablieren werde. Allerdings nicht in Deutschland: Hier bewerten die meisten Antwortgeber RPA als Übergangslösung zur Behebung von Schnittstellenproblemen.

54 Prozent wählen SAP S/4HANA

Weitere Ergebnisse liefert die Studie zu den ERP-Plänen der befragten Unternehmen. Demnach haben sieben Prozent bereits auf SAP S4/HANA umgestellt, kurz- oder mittelfristig geplant sei das bei 47 Prozent. 42 Prozent der Organisationen wollen derweil mit bestehenden oder alternative Systemen glücklich werden.

Methodologie

Die aktuelle KPMG-Studie entstand in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Ludwig-Maximilians-Universität München. Online befragt wurden 331 Vertreter von Unternehmen in der DACH-Region; zudem fanden elf persönliche Befragungen (Experteninterviews) statt. 38 Prozent der Antwortgeber kamen aus Deutschland; die häufigste genannte Position hieß „Leiter Rechnungswesen“ (48 Prozent).

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