Anbieter von Software-defined Networking im Überblick (Teil 2)

Strategien zur Verzahnung von Software und Netzwerk

| Autor / Redakteur: Michael Matzer / Florian Karlstetter

Diese Leitsätze will Juniper nach den Worten von Bob Muglia in vier Stufen umsetzen.

Stufe 1: Zentralisierung des Netzwerkmanagements sowie der Funktionen zur Konfigurierung und Analyse, um mit einem Single-Master alle Netzwerkgeräte zu konfigurieren. Neben dem Vorteil geringerer Betriebskosten sollen Anwender wertvolle Erkenntnisse aus ihren Netzwerken gewinnen können. Laut Muglia sei diese Stufe dank der Anwendungen in Junos Space bereits heute realisierbar.

Junos Space umfasst Anwendungen für die Automation der Netzwerkinfrastruktur. Derzeit gehören dazu: Ethernet Design, Security Design, Service Now, Service Insight, Network Activate, QoS Design und Transport Activate. Junos umfasst ein Betriebssystem, einen Client und eine Network Application Platform.

Stufe 2: Einrichtung von Service Virtual Machines (VMs). Hierbei werden Netzwerk- und Security-Services von der vorhandenen Hardware abgekoppelt. Netzwerk und Security-Services lassen sich so unabhängig voneinander erweitern, indem standardkonforme X86-Hardware eingesetzt wird. Diese neue Generation programmierbarer Netzwerke will Juniper mit der JunosV App Engine im ersten Quartal 2013 einführen.

Stufe 3: Einführung einer zentralen Steuerung, mit der mehrere Netzwerk- und Security-Services über unterschiedliche Geräte in Reihe geschaltet werden können. Dies wird als „SDN Service Chaining“ bezeichnet; hierbei werden mit Hilfe von Software neue Services virtuell in den bestehenden Datenfluss innerhalb eines Netzwerks integriert. Bisher wird die Funktion von Service Chaining nur im Ansatz umgesetzt, indem separate Netzwerk- und Security-Hardware verwendet wird.

Dank SDN Service Chaining sollen IT-Verantwortliche dynamisch auf die Anforderungen eines Unternehmens reagieren können. Adimins sollen damit Zeit, Kosten und Risiken, die mit der Konzeption, Tests und Bereitstellung neuer Netzwerk- und Sicherheitsservices verbunden sind, erheblich reduzieren. Diese SDN Service Chaining Funktionen sollen laut Muglia ab 2014 verfügbar sein. Die technologische Grundlage dafür seien die SDN-Steuerungstechnologie des kürzlich übernommenen Unternehmens Contrail Systems sowie die weiterentwickelte JunosV App Engine (s.o.) bilden.

Stufe 4: Optimierter Einsatz von Netzwerk- und Security-Hardware, um Höchstleistung zu liefern.

Die ersten drei SDN-Stufen bieten neue Netzwerk- und Security-Funktionalitäten. Eine Optimierung der Netzwerk- und Security-Hardware ermöglicht nach Juniper-Angaben eine Leistungssteigerung um den Faktor 10 oder mehr für kritische Netzwerkaufgaben im Vergleich zu einer reinen Softwarelösung. Mit Hilfe der Kombination aus optimierter Hardware und SDN Service Chaining sollen Anwender das bestmögliche Netzwerk aufbauen können. Junipers Switches und Router der MX- und SRX-Reihe würden weiterentwickelt und die künftige Software-basierte Service Chaining Architektur unterstützen.

Ziel dieser vier Stufen sei nach den Worten von Mike Bushong das virtuelle Rechenzentrum (Virtual Datacenter, VDC). "Es wird mit anderen Rechenzentren ein hybrides Netzwerk von VDCs bilden, und indem man sie miteinander verknüpft, werden die VDC-Nutzer, beispielsweise die Juniper-Kunden, in der Lage sein, weltweit deterministische Dienste mit einem stabilen Qualitätsniveau und zu attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnissen anzubieten."

"Netzwerk-Service-Anbieter haben nun zum einen die Möglichkeit, Innovationen schneller zu liefern, gleichzeitig können Kunden diese zeitnah integrieren", sagte Pradeep Sindhu, Co-Founder und CTO bei Juniper kürzlich auf einer Partnerkonferenz. "Juniper hat den ersten Grundstein gelegt, die Steuerung und Transportfunktionen für Netzwerkhardware zu separieren.“

Neues Lizenzmodell

Juniper Networks präsentierte auf der Partnerkonferenz "Juniper Software Advantage", ein neues Modell zur Softwarelizensierung und -wartung, mit dem Kunden den Wert der Software über einen längeren Zeitraum hinweg nutzen können. Basierend auf dem Lizensierungssystem für Unternehmenssoftware soll Juniper Software Advantage den Transfer von Softwarelizenzen zwischen Juniper-Produkten und standardkonformen x86-Servern erlauben. Die Investitionen von Kunden würden so dauerhaft geschützt.

Weitere Vorteile des Programms: Kunden können ihre Zukäufe, bezogen auf die tatsächliche Nutzung anpassen und somit flexibel agieren und Kosten einsparen. Juniper plant, das neue Modell zur Softwarelizensierung noch 2013 einzuführen.

"Der Ansatz von Juniper", urteilt der IDC-Analyst Vernon Turner, "ist einer der umfassendsten, den wir von einem Netzwerkanbieter gesehen haben, sowohl vom technologischen Standpunkt aus als auch mit Blick auf das Geschäftsmodell.“ Damit sind die Chancen Junipers, Cisco Marktanteile abzujagen, zweifellos deutlich gestiegen.

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