abas-Anwenderstudie

Steigende Akzeptanz von ERP aus der Cloud

| Redakteur: Florian Karlstetter

Viele Mittelständler können sich mittlerweile einen hybriden ERP-Betrieb vorstellen, also lokal betriebenes ERP um Cloud-Dienste erweitert.
Viele Mittelständler können sich mittlerweile einen hybriden ERP-Betrieb vorstellen, also lokal betriebenes ERP um Cloud-Dienste erweitert. (Bild: abas Software)

Die Akzeptanz von Cloud-Angeboten im ERP-Bereich ist im Laufe des letzten Jahres deutlich gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt eine von abas veröffentlichte und jährlich durchgeführte Anwenderstudie.

Die Akzeptanz von Cloud-Angeboten im ERP-Bereich ist im Laufe des letzten Jahres deutlich gestiegen, das zeigt eine von abas durchgeführte Anwenderstudie, deren Ergebnisse nun vorgestellt wurden. Während 2015 noch 64 Prozent der Befragten Cloud-Angebote im Bereich ERP kategorisch ausschlossen, sind es Anfang 2017 nur noch 28 Prozent. Im Jahr 2015 konnten sich erst 8 Prozent einzelne Funktionsbereiche als Cloud-Service vorstellen, nun sind es bereits 32 Prozent.

In der neuen Studie bewerten 31 Prozent die Integration von Cloud-Lösungen in der Vertriebssteuerung und dem Kundenmanagement als sinnvoll, allerdings präferieren 37 Prozent die Datenverarbeitung innerhalb der EU. Als wichtigste Auswirkung des digitalen Wandels sehen 47 Prozent der Mittelständler die Veränderung der Geschäftsmodelle.

Der Vergleich mit der abas-Anwenderstudie aus 2015 zeigt, dass die Akzeptanz von ERP aus der Cloud signifikant gestiegen ist: So schließen in 2017 lediglich 28 Prozent der abas-Anwender Cloud-Lösungen kategorisch aus, während 2015 noch 64 Prozent die Cloud-Integration ablehnten. Ein Schwerpunkt der abas-Umfrage liegt demnach auf dem Einsatz von Cloud-Lösungen und deren Wirksamkeit in verschiedenen Funktionsbereichen: Dabei bewerten 53 Prozent der Teilnehmer Cloud-Lösungen in der Vertriebssteuerung und dem Kundenmanagement als kurzfristig sehr beziehungsweise möglicherweise interessant.

Steigende Cloud-Tendenz auch beim Dokumentenmanagement und Business Intelligence

44 Prozent Prozent der Befragten erachten Cloud-Anwendungen im Dokumentenmanagement als sinnvoll, während 37 Prozent Business Intelligence als wichtige Cloud-Lösung favorisieren. Die Bereiche Finanzbuchhaltung, Lohn und Gehalt hingegen sind nach Einschätzung der mittelständischen Unternehmen für die Cloud gänzlich ungeeignet, so bewerten 85 Prozent die Buchhaltung beziehungsweise 90 Prozent der Teilnehmer die Vergütung als uninteressante Funktionsbereiche für Cloud-Lösungen.

Damit einher gehen die Angaben der Befragten zu den grundlegenden Voraussetzungen für den Einsatz einer Cloud. So nennen die befragten Mittelständler ein Rechenzentrum beziehungsweise die Datenverarbeitung innerhalb der EU als zweitwichtigste Voraussetzung. Dazu passt, dass die befragten Firmen lediglich eine Voraussetzung für den Cloudbetrieb noch höher einschätzen: die Möglichkeit, ERP in einer privaten Cloud zu betreiben, d. h. auf eigenen, dezidierten Servern.

Zudem fragte abas nach dem Nutzen eines hybriden ERP-Betriebes, in dem das lokale ERP-System um einzelne Cloud-Lösungen erweitert wird: Auch an dieser Stelle zeigt sich, dass die abas-Anwender solche Zusatzfunktionalitäten nur unter bestimmten Bedingungen befürworten: So sprechen sich 38 Prozent der Befragten für einen hybriden ERP-Betrieb aus, sofern Preis und Mietmodell stimmen. 37 Prozent legen den Fokus auf den Datenschutz und können sich ein Hybrid-System nur dann vorstellen, wenn die unternehmensinternen Daten in einem Rechenzentrum innerhalb der EU gehostet sind. Für 32 Prozent der abas-User muss bei einem hybriden Betrieb die funktionelle Kompatibilität gewährleistet sein.

Der digitale Wandel und seine Auswirkungen

47 Prozent der befragten Personen geben bei der Frage nach den wichtigsten Auswirkungen des digitalen Wandels die Veränderung oder Erodierung der Geschäftsmodelle an. 40 Prozent bewerten den anderen Personalbedarf sowie die neuen Schlüsselkompetenzen als folgenschwerste Entwicklungen von Industrie 4.0 und IoT, während 37 Prozent der Anwender den integrierten Einsatz neuer Technologien wie Apps, Sensorik oder Big Data benennen.

Die Umfrage geht zudem auf die Bewältigung der digitalen Transformation und die gewünschte Unterstützung durch abas ein, wonach sich zwei Drittel (67 Prozent) der mittelständischen Unternehmen für spezielle Fortbildungen sowie eine effiziente Mitarbeiterqualifizierung aussprechen. Knapp 41 Prozent wünschen sich Beratungsleistungen, wie man das eigene Geschäftsmodell zukunftssicher gestalten kann.

abas fragte die Kunden außerdem nach ihrer Zufriedenheit mit der ERP-Software. Dabei attestieren die Anwender dem Karlsruher Softwarehersteller gute Noten, so sind 76 Prozent insbesondere mit der Flexibilität und 63 Prozent mit der Anwenderfreundlichkeit des ERP-Systems zufrieden.

Die Studie

An der von abas jährlich durchgeführten Anwenderstudie beteiligten sich 665 Kunden. Dabei handelt es sich mehrheitlich um Industrieunternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz mit 50 bis 2.000 Mitarbeitern.

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