Bitkom-Studie zum Einsatz von Social Business in der ITK-Branche

Soziale Medien machen Mitarbeiter zu Mitwissenden

| Redakteur: Elke Witmer-Goßner

Die Nutzung sozialer Medien in Unternehmen fördert eine offene Kommunikationskultur, die Wissensschranken niederreißt und zu einem besseren Geschäftserfolg beiträgt.
Die Nutzung sozialer Medien in Unternehmen fördert eine offene Kommunikationskultur, die Wissensschranken niederreißt und zu einem besseren Geschäftserfolg beiträgt. (Bild: violetkaipa, Fotolia)

Der Einsatz von Social Media löst in vielen Hightech-Unternehmen einen Kulturwandel in Richtung einer offeneren Kommunikation aus, indem Mitarbeiter ihr Wissen teilen und mehr Verantwortung übernehmen. Und die Nutzung sozialer Medien wird auch immer wichtiger für den Geschäftserfolg, zeigt die Studie „Einsatz und Potenziale von Social Business“ des Bundesverbands Bitkom.

Demnach nutzen fast sechzig Prozent der IT-Unternehmen Social Media sowohl für die interne als auch für die externe Kommunikation. „Der Einsatz von Social Media fördert eine offene Kommunikationskultur“, sagt Bitkom-Präsident Prof. Dieter Kempf. „Das Teilen von Informationen wird selbstverständlich, Herrschaftswissen wird aufgelöst.“ Die Folge: Teams erzielen bessere Arbeitsergebnisse, Mitarbeiter beteiligen sich stärker an Entscheidungsprozessen und die Innovationskraft der Unternehmen steigt. Die breite Einführung und Nutzung von Social-Business-Lösungen stellt für viele Unternehmen aber eine organisatorische Herausforderung dar, da nicht nur Marketing und PR betroffen sind, sondern nahezu alle Abteilungen. Wollen aber Unternehmen die Potenziale der sozialen Medien ausschöpfen, müssen sie ihre internen Abläufe und ihr Management anpassen.

Nach den Ergebnissen der nichtrepräsentativen Bitkom-Umfrage unter 161 Unternehmen der ITK-Branche setzen 90 Prozent der Social Media Nutzer die Technologie für das Marketing ein und 85 Prozent für Public Relations. 58 Prozent nutzen Social Media im Personalwesen, 36 Prozent im Vertrieb und 25 Prozent im Kundenservice. Bereits 17 Prozent setzen soziale Medien in der Produktentwicklung ein. So können unter dem Stichwort Crowdsourcing Kunden, Partner und andere Interessierte in die Neuentwicklung und Verbesserung von Produkten oder Diensten eingebunden werden. Unternehmen nutzen für diese Zwecke einerseits externe Plattformen, zum Beispiel soziale Netzwerke wie Facebook oder spezialisierte Websites wie Innosabi. Andererseits kommen interne IT-Lösungen zum Einsatz, die als Social Software bezeichnet werden. Sie erlauben es beispielsweise, dass der Kundenservice auf Anfragen bei Facebook reagieren kann. Somit werden externe und interne Social-Media-Anwendungen zunehmend mit der IT-Umgebung und den Geschäftsprozessen in den Organisationen verknüpft.

Reden und Handeln

Laut Studie hat der Einsatz von Social Media positive Auswirkungen auf die interne Kommunikation: 73 Prozent der befragten Unternehmen geben an, dass sich der Austausch von Wissen innerhalb der Organisation verbessert hat; 72 Prozent fördern mit Social Media generell die Kommunikation unter den Mitarbeitern; 54 Prozent haben neue Formen der Zusammenarbeit (Collaboration) eingeführt und 50 Prozent verzeichnen eine bessere Kommunikation innerhalb von Projektteams. Immerhin 37 Prozent der Unternehmen geben an, dass sich mit der Nutzung sozialer Medien Mitarbeiter stärker an Entscheidungen des Managements beteiligen – eine neue Situation des Gebens und Nehmens: Die offene Kommunikationskultur verlangt nach Beteiligung, Integration und Feedback durch die Führungskräfte.

Für die interne Kommunikation kommen verschiedene Social-Software-Lösungen zum Einsatz: Drei Viertel der Unternehmen nutzen Wikis für den Austausch von Wissen und Information. 69 Prozent verfügen über ein Intranet. Die Hälfte der befragten IT-Unternehmen betreibt einen internen Blog und ebenfalls 50 Prozent verfügt über einen Instant Messenger für kurze Konversationen (Chat). Bereits 36 Prozent der ITK-Unternehmen nutzen ein internes soziales Netzwerk und immerhin 30 Prozent der Unternehmen nutzen Social Software Suites. Dabei handelt es sich um Software-Lösungen, die unterschiedliche Social-Media-Kanäle auf einer Oberfläche zusammenführen, was die Pflege der internen wie externen Online-Beziehungen erleichtert.

Laut Umfrage sind 71 Prozent der ITK-Unternehmen davon überzeugt, dass die Nachfrage nach Social-Business-Lösungen steigen wird. 12 Prozent sind sogar der Ansicht, dass sich Social Software zu einem wesentlichen Treiber für die IT-Branche entwickeln wird. Bitkom-Präsident Kempf ist daher überzeugt, dass sich für die IT-Branche damit ein neues Geschäftsfeld eröffnet, da nahezu alle Unternehmen früher oder später Social Business Anwendungen benötigten.

Die Bitkom-Studie steht zum Download zur Verfügung.

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