Ganzheitliches SAM

Software Asset Management - Mehr als nur „Zählen, Messen und Wiegen“

| Autor / Redakteur: Eva Balderi * / Florian Karlstetter

Richtig eingesetzt kann SAM den Weg in die Cloud vereinfachen und die IT-Sicherheit verbessern.
Richtig eingesetzt kann SAM den Weg in die Cloud vereinfachen und die IT-Sicherheit verbessern. (Bild: © profit_image - Fotolia.com)

Software Asset Management (SAM) wurde bisher in vielen Unternehmen eher limitiert eingesetzt – nämlich als rein taktisches Instrument, um dem Druck von Audits und Compliance standzuhalten. Dabei geht der Nutzen von SAM bei ganzheitlicher Betrachtung über einzelne Projekte hinaus.

Als strategisches Instrument kann SAM unter anderem den Weg in die Cloud vereinfachen und die IT-Sicherheit verbessern. Der Mehrwert: richtig eingesetzt, trägt SAM zur Wertschöpfung des Unternehmens bei.

Laut einer aktuellen Gartner-Analyse verschiebt sich der Fokus des Lizenz-Managements: Früher standen typischerweise Audit und Compliance an erster Stelle, heute treten die Qualität der IT-Prozesse sowie ein dedizierter Beitrag des Lizenz-Managements zur Wertschöpfung in den Vordergrund. Bislang dominierte in Unternehmen und Behörden mit mehr als 250 PC-Arbeitsplätzen die Intention, in Hersteller-Audits nicht die Kontrolle zu verlieren und Strafzahlungen zu vermeiden. Heute gilt SAM als Chefsache. So zeigen Umfragen bei CIOs und anderen IT-Verantwortlichen, dass für viele SAM zu den Top 5 der aktuellen IT-Trendthemen gehört.

Mit Expertenrat zum neuen SAM-Konzept

Nicht ohne Grund – denn die IT-Branche befindet sich im Wandel. Sie wird immer komplexer und ausdifferenzierter, gleichzeitig werden ihre Elemente stärker miteinander verknüpft. In ihrer Gesamtheit leistet die IT einen wesentlichen Beitrag zur Wertschöpfung des Unternehmens. Zwar bleibt die reine Lizenzbilanzierung wichtig, da sie weiterhin das notwendige Fundament bildet. Auf diesem bauen dann aber ganzheitliche Konzepte auf. Insbesondere mit IT-Trendthemen wie Cloud Readyness und Security sowie der häufig fehleranfälligen Datenbank-Lizenzierung (z.B. SQL) lässt sich im Zusammenspiel mit SAM Mehrwert generieren. SAM wird damit strategischer in der Ausrichtung. Das „Zählen, Messen und Wiegen“ der Softwarelizenzen und -anwender ist nur noch ein Teil des Mosaiks. Das Gesamtkunstwerk erhält die Lizenz zum Mehrwert.

Um dem Wandel überlegt begegnen zu können, empfiehlt sich ein Blick aus der Vogelperspektive auf das Lizenzmanagement des Unternehmens. Ein SAM-Berater unterstützt dabei, die Ausgangssituation zu analysieren und entwirft mit informierten Entscheidern Szenarien, die sich mit den Unternehmenszielen decken. Insbesondere gilt es zu klären, welche Geschäftsmodelle die Firma umsetzen will und wie dafür die IT- und Unternehmensstruktur ausgerichtet werden sollte. Das zukünftige Software Asset Management wird dann mit zielgerichteten Maßnahmen zur Unterstützung dieser Vorhaben eingeplant.

Daten anwendungsübergreifend nutzen

An erster Stelle des Maßnamenkatalogs stehen klassische technische und kaufmännische Analysen. Sie liefern die erforderliche Datenbasis für die folgenden Schritte. An dieser Stelle sollten IT-Verantwortliche eine umfassende Datenerhebung anleiten, die für spätere Feinarbeiten wertvolle Informationen inventarisiert. Dazu zählen alle Installationen und Zugriffe der Infrastruktur sowie detaillierte Vertrags- und Lizenzdaten.

Im nächsten Schritt stellen SAM-Experten kaufmännische und technische Daten gegenüber und fertigen eine Lizenzbilanz an. Anders ausgedrückt: sie prüfen die eingesetzte Software auf Konsistenz und vergleichen diese mit den gültigen Lizenzmetriken der Hersteller. Erst dann sind die Daten soweit aufbereitet und plausibilisiert, dass sie mit den Trendthemen der IT zu einem Mehrwert für das Unternehmen führen können – auch, wenn es für diesen nächsten Schritt eines zweiten Blicks bedarf.

Alles sonnig in der Wolke

Die Nachfrage nach nutzungsfreundlichen Diensten und Anwendungen steigt stetig. Denn neue Technologien und Trends wie Big Data Analytics überfordern viele Anwender. Häufig bieten Cloud-Angebote hier eine benutzerfreundliche und sichere Lösung an. Die Herausforderung besteht darin, dass Unternehmen wachsam sein müssen und ein Zuviel an Anwendungen eingrenzen. Durch eine eigenständige Testinstallation von Microsoft Azure, den Einsatz von Dropbox als Speicherplatz oder die Nutzung geschäftlicher E-Mails auf privaten Endgeräten über Office 365 beispielsweise, kann recht schnell IT-Wildwuchs entstehen.

Um den Bedarf der Anwender adäquat zu decken, benötigen Unternehmen also ein stringentes Nutzungskonzept. Eine Analyse der durch das SAM-Projekt ohnehin vorliegenden Daten hilft zu verstehen, warum bestimmte Aktivitäten entstehen. Anschließend lassen sich bedarfsgerechte Reaktionen, beispielsweise die Konsolidierung von Systemen oder die Definition von Standardlösungen, formulieren und durchführen.

SAM geht noch weiter und bekämpft – sofern richtig eingesetzt wird – Schatten-IT. Netzsegmente und Client-Server-Strukturen, die neben dem offiziellen Prozess aufgesetzt wurden, stellen möglicherweise ein Sicherheitsrisiko dar. SAM-Experten können verschiedene Datenquellen abgleichen, um Verstöße gegen Standards und Sicherheitsrichtlinien zu finden.

In einem ganzheitlichen Ansatz werden der Anwendungsfall der Mitarbeiter und bestehende Sicherheitsrichtlinien berücksichtigt sowie ein Security-Konzept erstellt. So können die erhobenen SAM-Daten genutzt werden, um ein bedarfsgerechtes Cloud-Konzept zu erarbeiten.

SQL-Lizenzierung bieten Potenzial für Mehrwert

Doch nicht nur Cloud-basierte Umgebungen, auch Datenbanken bergen Risiken und Potenziale für die Wertschöpfung eines Unternehmens. IT-Entscheidungen gewinnen auch hier von der Weiterverwendung bereits erhobener Daten. Im Falle eines SQL-Konsolidierungsprojekts zum Beispiel, führen Dimensionierung und die Wahl des sinnvollsten Lizenzvertrags häufig zu zeitintensiven Abwägungen. Hier helfen alle vorhandenen lizenzrechtlichen Betrachtungen gemeinsam mit dem angestrebten Anwendungsfall, um zu dem sinnvollsten Konsolidierungsansatz zu gelangen. Detaillierte Analysen und Performance-Messungen geben Aufschluss über Auslastung und Kapazitätsgrenzen. Auf dieser Basis können Szenarien erarbeitet werden, die technischen, ökonomischen und lizenzrechtlichen Anforderungen genügen.

Eva Balderi, Bereichsleitung Software Asset Management bei Fritz & Macziol.
Eva Balderi, Bereichsleitung Software Asset Management bei Fritz & Macziol. (Bild: Fritz & Macziol)

Die Lizenz zum Mehrwert

„Gewusst wie“, könnte man zusammenfassend sagen, wenn es um die geschickte Verarbeitung von bereits erhobenen Daten für einen umfassenden SAM-Ansatz geht. Allem voran jedoch benötigen Unternehmen ein ganzheitliches Konzept, innerhalb dessen sich SAM aus seiner passiven Rolle heraus emanzipieren kann, um dem Unternehmen als strategisches Instrument zur Verfügung zu stehen.

* Eva Balderi, Bereichsleitung Software Asset Management bei Fritz & Macziol

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