Facebook und Co. im Unternehmenskontext

Social Media für B2B-Unternehmen - Visionen für den digitalen Wandel

| Autor / Redakteur: Simone Gröneweg / Florian Karlstetter

Für die Internetkommunikation mit Kunden gibt es viele Möglichkeiten

Um einen solchen Status zu erreichen, müssen Unternehmen wissen, wohin sie mit ihren Online-Aktivitäten steuern wollen. „Sie sollten nicht nur bei Facebook aktiv sein, sondern auch in Blogs und in Foren aus ihrem Fachgebiet“, sagt Káganer. Die Kommunikation über das Netz mit Kunden und anderen Experten sei wichtig und dafür gebe es mittlerweile viele technische Möglichkeiten. Auf diese Weise könne man auch technische Daten austauschen und Fachfragen diskutieren. So bietet die Maschinenfabrik Reinhausen zum Beispiel Videos auf Youtube zum besseren Verständnis von erklärungsbedürftigen Produkten an. „Es kommen auch gezielte Fragen zu Produkten oder Dienstleistungen über die Social-Media-Kanäle“, berichtet der Social-Media-Beauftragte Julian Mössenger.

„Einzelne Unternehmen sind sehr aktiv, in der Regel treibt der Geschäftsführer diese Entwicklungen voran“, so Teichmann. Die Führungsebene muss allerdings verstehen, welche Folgen der digitale Wandel mit sich bringt. Privates und Berufliches lassen sich in den sozialen Medien schwer trennen. Mitarbeiter nutzen eigene mobile Endgeräte, um Firmenkontakte zu pflegen, sie sind mal beruflich, mal privat im Netz unterwegs und nennen in ihren Profilen oft ihren Arbeitgeber. „Diese neuen Kommunikationsformen führen in den Unternehmen zu einem Kontrollverlust“, sagt Káganer. Nur wenn es Firmen gelingt, rigide Regelungen durchzusetzen, um unkontrollierten Informationsaustausch zu verhindern, besteht die interne Hierarchiestruktur fort.

Genau das wird durch die Digitalisierung erschwert, traditionelle Formen der Kontrolle greifen nicht mehr. Káganer rät: „Führungskräfte sollten die Aktivitäten der Mitarbeiter im Internet nicht unterbinden, sondern ein gezieltes Training dazu anbieten. So werden die Risiken fürs Unternehmen minimiert und sogar ein Zusatznutzen generiert.“ Eine ähnliche Strategie schlägt Teichmann vor: „Die Geschäftsführung kann zum Beispiel für die Mitarbeiter Leitlinien zu diesem Thema herausgeben.“ Dort würden die Angestellten darauf hingewiesen, welche Konsequenzen es habe, wenn man im Netz bestimmte Nachrichten poste. Die Mitarbeiter müssten aber eine eigene Medienkompetenz aufbauen.

Doch nicht nur die Kommunikation nach außen verändert sich. Große Unternehmen, die innerhalb des Konzerns gezielt Social-Media-Plattformen und intelligente Netzwerke installieren, können dadurch agiler werden. „Die besten Talente sind auf diese Weise in der Lage zusammenzuarbeiten, und zwar mit der Geschwindigkeit und Flexibilität kleiner Start-ups“, sagt Káganer. Mittelständlern ermöglichen weltweite Netzwerke, direkt auf Freelancer zuzugreifen und so flexibler zu werden.

Der digitale Wandel kann nur von der Führungsetage aus gesteuert werden

„Wichtig ist, dass die Verantwortlichen die Entwicklung unterstützen und fördern“, betont Káganer. Dabei hilft es, Mitarbeiter einzubinden, die diesen Entwicklungen offen gegenüber stehen. Ein Unternehmen kann auch einen Verantwortlichen für diesen Wandel benennen. Doch dies sollte kein junger Angestellter aus der Generation der Digital Natives sein, der sich zwar mit den Möglichkeiten der neuen Medien hervorragend auskennt, aber keinen Blick für das große Ganze im Unternehmen und der Branche hat. Auch Angestellte aus dem mittleren Management sind wenig geeignet, da sie häufig so auf ihre eigenen Aufgaben fokussiert sind, dass sie kaum erfassen, wie sich ihre Branche in Zukunft verändern wird. Der digitale Wandel kann also nur von der Führungsetage aus gesteuert werden.

Ergänzendes zum Thema
 
Die richtigen Maßnahmen für den digitalen Wandel

* Dieser Artikel erschien zuerst bei unserem Schwesterportal MM Maschinenmarkt. Verantwortliche Redakteurin: Claudia Otto.

** Simone Gröneweg ist freie Journalistin in München.

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