Data Fabric von NetApp So vermeiden CIOs Cloud-Tiefdruckgebiete

Autor / Redakteur: Peter Wüst* / Elke Witmer-Goßner

Bei der Verarbeitung großer Datenmengen gewinnt Cloud Computing immer mehr an Bedeutung. Die Cloud mit ihren flexibel einsetzbaren IT-Ressourcen bildet die wirtschaftlich sinnvollste Alternative zur dynamischen Erweiterung des eigenen Rechenzentrums.

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Unternehmen müssen ihre Daten ohne Kontrollverlust zwischen Cloud-Ressourcen und Service-Anbietern in beide Richtungen verschieben können.
Unternehmen müssen ihre Daten ohne Kontrollverlust zwischen Cloud-Ressourcen und Service-Anbietern in beide Richtungen verschieben können.
(Bild: Sergey Nivens, Fotolia)

Für Unternehmen ist die Cloud längst zu einer wichtigen Option geworden. In der Studie „Hybrid Cloud in Deutschland 2015/16“ kommt IDC zu dem Ergebnis, dass Cloud Computing als Enabler der digitalen Transformation von den Unternehmen anerkannt wird. Wie weit Cloud-Lösungen bereits in der deutschen Industrie verbreitet sind, zeigt die Studie „Cloud-Monitor 2015“ von KPMG und Bitkom.

Hier vermelden die Analysten, dass bereits 44 Prozent der Unternehmen IT-Leistungen aus der Cloud beziehen. Weitere 24 Prozent planen oder diskutieren noch über den Einsatz. Dabei sind die gemachten Erfahrungen durchweg positiv, wie bis zu 78 Prozent der Befragten aussagen. Zahlreiche IT-Dienstleister mit Rechenzentren in Deutschland bieten ihren Kunden heute bereits cloud-basierende Leistungen. Trotz deutscher Rechenzentren ist die Angst vor Datenverlust und unberechtigtem Datenzugriff nach wie vor groß, wenn es darum geht, organisationsweit IT-Ressourcen aus der Public Cloud bereitzustellen.

Wer einen effizienten IT-Betrieb realisieren muss, kommt kaum um eine Cloud-Nutzung herum. Insbesondere moderne Konzepte für hybride Clouds bieten auf Dauer zahlreiche Vorteile und gelten daher als ein wichtiges Element einer flexiblen und agilen IT-Landschaft. Die hybride Cloud vereint die Sicherheit der Private Cloud mit der Kosteneffizienz und Skalierbarkeit der Public Cloud-Dienste. Das bedeutet, dass sich Ressourcen innerhalb kürzester Zeit bedarfsgerecht aufstocken lassen, wodurch die IT an Geschwindigkeit gewinnt.

Kein Land in Sicht

IT-Verantwortliche stehen daher vor der Aufgabe, die Datensicherheit in einer immer komplexer werdenden IT-Landschaft mit unterschiedlichen Betriebsmodellen zu gewährleisten. Gleichzeitig gilt es, die jeweils geltenden Vorschriften für den Datenschutz umzusetzen. Wie schnell sich diese Anforderungen ändern können, hat die Entwicklung rund um Safe Harbor gezeigt, als plötzlich die gängige Praxis zum Datenaustausch zwischen der EU und den USA nicht mehr gültig war.

Auch im März 2016 ist kein schneller Nachfolger für die gekippte Safe-Harbor-Regelung in Sicht. Die Anfang März von der europäischen Kommission vorgestellten Details zur Alternative „Privacy Shield“ rufen in der Industrie und bei Datenschützern unterschiedliche Reaktionen hervor. Kurzum: Der zeitliche Horizont und der Ausgang für eine einvernehmliche und dauerhafte Regelung sind derzeit noch offen, denn hier geht es um nichts Geringeres, als den Versuch, grundverschiedene Ansätze zum Thema Datenschutz zwischen den USA und Europa zu überbrücken.

Da eine von allen Seiten akzeptierte Regelung noch auf sich warten lässt bzw. erst in 2018 mit der europaweit gültigen Datenschutzgrundverordnung kommt, wird es für CIOs immer wichtiger, über eine hohe Agilität bei der Nutzung von Cloud-Ressourcen zu verfügen. Moderne Infrastrukturen sollten es ermöglichen, Daten schnell über die genutzten Cloud-Plattformen unterschiedlicher Anbieter hinweg verschieben zu können. Wer seine kundenbezogenen Daten beispielsweise unkompliziert auf eine Cloud-Plattform in Deutschland verschieben kann, schafft damit eine wichtige Voraussetzung, um neue Datenschutzanforderungen flexibel erfüllen zu können.

CIOs sollten daher bei der Auswahl von Plattformen für das Datenmanagement von Anfang an darauf achten, dass sie die Kontrolle über ihre Daten behalten. Unternehmen müssen beispielsweise jederzeit wissen, wo der Cloud-Provider die eigenen Daten speichert und wer genau auf die Daten zugreifen darf. Mit dem Data Fabric-Konzept bietet NetApp effiziente Methoden für das Datenmanagement in hybriden Cloud-Umgebungen. Kunden gelingt es damit, ihre Daten bei Bedarf über Cloud-Provider hinweg zu verschieben und gleichzeitig die Datenschutzrichtlinien zu beachten.

Zentraler Bestandteil der Lösung von NetApp ist das Speicherbetriebssystem Clustered Data ONTAP. Hiermit behalten Organisationen auch bei Nutzung von hybriden Cloud-Umgebungen die volle Datenkontrolle. IT-Verantwortliche können so ihre Daten unabhängig von Speicherorten wie dem eigenen Rechenzentrum, bei Service-Providern oder in der Public Cloud jederzeit frei verschieben und transparent verwalten.

Eine deutsche Cloud in der Praxis

Schon heute nutzen Unternehmen die hybride Cloud und können dabei sicher sein, dass ihre Daten nur in Deutschland gespeichert und verarbeitet werden. Beispielsweise betreibt der Darmstädter IT-Anbieter DARZ die europaweit erste hybride Cloud-Lösung für Kunden und IT-Dienstleister. Das Konzept von DARZ ermöglicht es IT-Anbietern sowie Endkunden, flexibel IT-Services zu kombinieren und zwischen mehreren Cloud-Anbietern zu wählen.

Zu den Kunden von DARZ zählt beispielsweise Helpium: Das Unternehmen betreibt eine Internet-Plattform für den IT-Support und vernetzt PC-Anwender mit IT-Spezialisten für eine schnelle Online-Hilfe bei PC-Problemen. Für das dynamisch wachsende Start-up-Unternehmen war die Wahlfreiheit zwischen den Cloud-Anbietern besonders wichtig, um hohe Flexibilität, Skalierbarkeit und schnelle Time-to-Market zu realisieren. Gleichzeitig behält Helpium durch die NetApp-Technologien die vollständige Kontrolle über die Daten und gewährleistet den Kunden auf diese Weise maximale Datensicherheit.

Die Aufgabe für CIOs

Im Jahr 2016 wird es für CIOs darum gehen, wie sie die Sicherheit und Verfügbarkeit der im Unternehmen benötigten operativen Daten gewährleisten und gleichzeitig ausreichend flexibel bleiben, um künftige Entscheidungen zum Datenaustausch mit den USA oder andere Datenschutzverordnungen umzusetzen. Darüber hinaus wird die Cloud noch stärker Einzug in die Unternehmens-IT halten: IT-Verantwortliche benötigen daher ein Betreibermodell, das die IT-Ressourcen aus der Cloud so integriert, dass sich die Datenverfügbarkeit erhöht und der Datenschutz gewährleistet wird. Erste Beispiele von deutschen Service-Providern zeigen, dass solche Lösungen heute bereits technologisch und wirtschaftlich sinnvoll realisierbar sind.

Peter Wüst, NetApp.
Peter Wüst, NetApp.
(Bild: NetApp)

* Der Autor Peter Wüst ist Director Cloud & Alliances EMEA für NetApp.

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