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Star Alliance wählt IP Soft und Wusys für Prestige-Projekt So funktioniert Managed Service heute

| Redakteur: Ulrike Ostler

Die Firmierung unter IPsoft führt leicht in die Irre; denn bei dem Unternehmen von Chetan Dube, der CEO, der die Firma vor 14 Jahren gründete, handelt es sich nicht primär um ein Softwarehaus, sondern um einen Anbieter von Managed Services. Für die „Star Alliance“ hat der Provider anlässlich der Gründung vor 15 Jahren eine aufwändige Online-Werbekampagne aufgesetzt.

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Der "virtuelle Ingenieur" von IPsoft , der auf einem Expertensystem beruht, betreibt zur einem hohen Prozentsatz die IT-Ifrastrukturen der Managed-Services-Kunden automatisiert.
Der "virtuelle Ingenieur" von IPsoft , der auf einem Expertensystem beruht, betreibt zur einem hohen Prozentsatz die IT-Ifrastrukturen der Managed-Services-Kunden automatisiert.
(Bild: IPsoft)

Seit 2010 ist IPsoft in Deutschland aktiv. Zu den Kunden zählt seit Herbst 2011 etwa Wusys, Anbieter von Cloud-Diensten, insbesondere für den Mittelstand. Skeptiker könnten nun einwenden, es handele sich nur noch um einen weiteren amerikanischen Provider, der neben vielen anderen Dienstleistungen anbieten wolle.

Doch das sieht Rudolf Kergaßner, der hiesige Managing Manger von IPsoft ganz anders: „Das Besondere an unserem Dienstleistungsangebot sind die zugrundeliegenden Expertensystem-gesteuerten Automatisierungstechniken.“Denn diese erlaubten, nicht nur einen sehr hohen Automatisierungsgrad, Reduktion der Lösungszeit und Vermeidung von Fehlern in den Routinen, sondern auch ein sehr effizientes Arbeiten.“

Rudolf Kergaßner, Managing Manager von IPsoft in Deutschland, will mit IPsoft auch hierzulande im Infrastruktur-Management durch IT-Automatisierung im Einsatz von Expertensystemen neue Maßstäbe setzen.
Rudolf Kergaßner, Managing Manager von IPsoft in Deutschland, will mit IPsoft auch hierzulande im Infrastruktur-Management durch IT-Automatisierung im Einsatz von Expertensystemen neue Maßstäbe setzen.
(Bild: IPsoft)
Das gilt zunächst einmal für IPsoft selbst, das Anwender seiner eigenen Software ist. Hier liegt der derzeitige Automatisierungsgrad bei 56 Prozent. Das erlaubt dem Unternehmen einen hohen Umsatz pro Mitarbeiter: 1.200 Beschäftigte erwirtschaften mit rund 550 Kunden weltweit derzeit einen Jahresumsatz von rund 700.000 Dollar.

Beeindruckend effektiv und effizient

Nach Vergleichen von Gartner-Analysten wirtschaftet IPsoft somit rund zehnmal effektiver als etwa Offshore-Dienstleister wie Tata oder Wipro. IDC kommt beim Vergleich noch immer auf ein Siebtel.

Das schlägt sich auch in den Endkundenpreisen nieder. Die Kosten liegen im Schnitt um 30 bis 35 Prozent unter denen, die andere globale Dienstleister verlangen.

Insgesamt administriert werden rund 1 Million Systeme (Server und Datenbanken zum Beispiel). Cisco gehört zu den größten Kunden. IPsoft verwaltet bei Cisco rund 100.000 Systeme, auch die Telepräsenz-Systeme. Der Automatisierungsgrad beträgt hier 88 Prozent. „Das ist schon nahe an der Schallmauer von 90 Prozent“, sagt Kergaßner.

Das IPsoft-Portfolio

Der Managing Manager spricht von „Virtual Engineers“, die bei der Automatisierung des Routine-Aufgaben übernehmen: Updates, Security, Datenbank- Netzwerk- und Applikationsbetrieb – das Ganze, Technik, Prozesse und Organisation, basierend auf ITIL v3. Der Effekt sei bemerkenswert. Denn laufen diese Routinen nicht automatisiert ab, kommt es von 100 Fällen zehnmal zu Fehlern.

Die virtuellen Mitarbeiter des Expertenstems indes hülfen, diese Fehler zu vermeiden. Sie machten zudem auf wiederkehrende Fehler aufmerksam, und forderten zur einmaligen und nachhaltigen Beseitigung auf. Solche Fehler können etwa durch falsche Schulung der Mitarbeiter hervorgerufen worden sein.

Die Administratoren, die sich um die Routinen selbst nicht mehr kümmern müssen, können sich an die Aufdeckung von Schwächen in den Prozessen machen. So verbessere sich auf die Produktivität ihrer Arbeit, sagt Kergaßner. Derzeit sei davon auszugehen, dass ein Admin 80 bis 95 Server betreuen können. „Mit unserer Lösung kann ein Mensch mehr als 200 Server betreuen.“ Zum Beispiel ließen sich Software-Updates in wenigen Stunden, jedoch nicht mehr in zwei Tagen und mehr ausführen.

40 Service-Module

Die zugrunde liegende Plattform „IPcenter v3“ besteht aus rund 40 Modulen. Diese bieten ein integriertes ITSM Framwork (ITSM = IT Service Management), ein Qualitäts-Management – alle Prozesse werden nach Six Sigma implementiert – und Ad hoc Reporting-Funktionen.

Darüber hinaus bietet sie die Möglichkeit eines permanenten End-to-End-Monitoting, durch „synthetische Transaktionen“. Diese simulieren quasi die Endanwendersicht auf einen Prozess. Denn selbst wenn alle einzelnen Systeme respektabel funktionieren, können sich die einzelnen Störungen so summieren, dass die Nutzer nicht arbeiten können oder eine Webseite offline ist.

Entscheidet sich ein Endkunde für IPsoft, gibt es zunächst eine Evaluierung der Kundensitualtion. Je nach Komplexität der geplanten Services, kann das vier bis acht Wochen in Anspruch nehmen. Dann treten Kunde und IPsoft in eine Übergangsphase. Diese gibt Kergaßner mit rund drei Monaten an.

Nach drei Monaten sind 30 Prozent automatisiert

Ist diese abgeschlossen, betrage der Automatisierungsgrad durchschnittlich 30 Prozent. Nach einem Jahr Managed Services durch IPsoft, lasse sich dieser Prozentsatz im Schnitt auf 50 Prozent erhöhen.

Dem Unternehmen stehen zwei große „Delivery Center“ zur Verfügung, eins in Manhatten, New York, und eins im indischen Bangalore. Daneben betreibt IPsoft kleine Network Operation Center (NOCs), zum Beispiel beim hiesigen Firmensitz in Frankfurt. Mit den Kunden in Deutschland macht Kergaßner jeweils einen Umsatz von 10.000 Euro bis zu siebenstelligen Euro-Beträgen.

Zunehmens interessant werde hierzuande insbesondere die Branche der Service-Provider, die ihrerseits mit Hilfe von IPsoft Dienste, zum Beispiel aus der Cloud, anbieten. Für diese potenziellen Kunden, bietet der Softwarehersteller seine Plattform auch als Plattform as a Service, in Teilen oder das komplette Paket.

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