Smartphone-Messenger-Apps dominieren noch nicht

SMS behauptet sich gegenüber mobilen Applikationen

| Redakteur: Elke Witmer-Goßner

Das Handy ist noch nicht aus der Mode gekommen. Fast 90 Prozent der über 14-jährigen Deutschen besitzen eines. Und sie nutzen es nicht nur zum Telefonieren, wie der jährlich steigende SMS-Versand beweist.
Das Handy ist noch nicht aus der Mode gekommen. Fast 90 Prozent der über 14-jährigen Deutschen besitzen eines. Und sie nutzen es nicht nur zum Telefonieren, wie der jährlich steigende SMS-Versand beweist. (Bild: VBM-Archiv)

Totgesagte leben länger – das Sprichwort gilt wohl auch für die SMS. Auch wenn die Konkurrenz durch Smartphone-Apps zunimmt: Die Kurznachricht lebt weiter und trotzt dem App-Boom. Mit steigender Tendenz werden in Deutschland über 60 Milliarden SMS pro Jahr verschickt.

Der IT-Branchenverband Bitkom hat genaue Zahlen ermittelt: Demnach wurden 2012 in Deutschland über 59 Milliarden SMS versendet, ein Plus von fast 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In diesem Jahr werden voraussichtlich 63 Milliarden SMS versendet, eine Steigerung um gut 6 Prozent. Im Schnitt verschickt also jeder Deutsche mittlerweile 740 SMS pro Jahr. 1999 waren es erst 44 SMS.

Dass die Handy-Kurzmitteilung weiter populär ist, liegt auch an den vielen neuen Anwendungen für SMS, die in den vergangenen Jahren hinzugekommen sind, so zum Beispiel die Benachrichtigung über Flugverspätungen, den Parkscheinkauf oder die Mobile-TAN fürs Online-Banking. Dabei lässt sich beobachten, dass die neuen Messenger-Dienste für Smartphones die klassische SMS bislang nicht kannibalisieren, sondern nur als neue Nutzungsform hinzugekommen sind. Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder erwartet, dass die klassische SMS und ihre Multimedia-Nachfolger noch einige Zeit nebeneinander existieren werden.

Handy weiter attraktiv

Der Bitkom stellt allerdings auch fest, dass die wirtschaftliche Bedeutung der Kurznachrichten nachlässt. Seit Jahren ist der Anteil des Short Messaging Service (SMS) und des Mobile Multimedia Service (MMS) am Umsatz mit mobilen Datendiensten rückläufig. 2009 lag er noch bei über 50 Prozent, 2012 sank er auf rund 35 Prozent. Das liegt hauptsächlich daran, dass viele Kunden Mobilfunkverträge mit einer SMS-Flatrate nutzen und Kurznachrichten netzintern mittlerweile meist kostenlos verschickt werden können. Fast 70 Prozent aller SMS werden netzintern versendet.

Ab etwa 1994 funktionierte die SMS auf jedem Handy – ohne Internetverbindung und gesonderte Anmeldung. So ermöglichte die SMS, lange bevor die E-Mail mobil wurde, Nachrichten unabhängig von Ort und Zeit zu übermitteln. Günstige Preise und die Einführung der Prepaid-Karten Ende der 90er Jahre führten zu einem Handy- und damit zu einem SMS-Boom. MMS, also Bilder und Filme, können seit einigen Jahren ebenfalls per Handy verschickt und empfangen werden. Als Nachfolger der MMS bieten die Netzbetreiber für Smartphone-Besitzer den Dienst „Joyn“ an. Mit dieser netzübergreifenden App können Kurznachrichten, Dateien, Bilder und Videos getauscht werden. Auch Videotelefonate sind möglich.

In Deutschland gibt es aktuell rund 113 Millionen Mobilfunkverträge, fast 1,4 pro Einwohner. Laut einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Bitkom haben 87 Prozent aller Deutschen ab 14 Jahre mindestens ein Handy. Dabei geht der Trend klar zu Smartphones, auch ältere Menschen steigen derzeit auf die modernen Geräte um. Aktuell besitzen 40 Prozent aller Deutschen ab 14 Jahren ein Smartphone.

Ergänzendes zum Thema
 
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