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ERP-Anbieter konzentriert sich auf Kerngeschäft und IoT Sinch übernimmt SAP Interconnect Group

| Autor / Redakteur: M.A. Dirk Srocke / Elke Witmer-Goßner

Sinch will die Interconnect Services Group von SAP übernehmen. Damit erhalten die Walldorfer 225 Millionen Euro und mehr Freiheit, sich auf das Kerngeschäft mit ERP zu konzentrieren.

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SAP will kein TK-Anbieter werden, sondern sich auf ERP-Kerngeschäft und IoT-Schnittstellen konzentrieren.
SAP will kein TK-Anbieter werden, sondern sich auf ERP-Kerngeschäft und IoT-Schnittstellen konzentrieren.
(Bild: © Tierney - stock.adobe.com)

Laut SAP wächst die eigene Interconnect Services Group profitabel, ist branchenweit führend und erreicht 99 Prozent der Mobilfunkteilnehmer weltweit. Dennoch will der ERP-Spezialist jetzt die komplette Sparte für 225 Millionen Euro in bar an Sinch abgeben – samt geistigem Eigentum, allen Assets und etwa 330 Mitarbeitern.

Der Grund: SAP ist im Rahmen der Sybase-Übernahme an das Geschäft gekommen. Damals sei es dem Anbieter jedoch vordergründig um Datenbanktechnik und Schnittstellen für IoT-Endgeräte gegangen. Weil man sich auf das ERP-Geschäft konzentriere und nicht als TK-Anbieter auftrete, seien die ebenfalls im Paket enthaltenen Interconnect Services nun besser bei Sinch aufgehoben.

Sinch betreibt eine skalierbare Plattform für Messaging, Voice und Video. SAP Digital Interconnect wird hierzu Techniken beisteuern, um die letzte Meile zwischen Unternehmen, Software, Kunden und Angestellten sowie Dingen zu verbinden. Hierzu zählen etwa Lösungen, um Kunden über verschiedene Kanäle anzusprechen, darunter SMS und Push-Mitteilungen, E-Mails sowie verschiedene Messengerdienste, wie WhatsApp, WeChat und Viber. Gemeinsam mit dem Neuerwerb wolle man so pro Jahr 70 Milliarden Engagements ermöglichen.

Zudem will der Anbieter Ressourcen und Präsenz in den USA steigern sowie das Geschäft in Europa, asiatisch-pazifischem Raum und Indien stärken. Die Zentrale der SAP Interconnect Group ist im San Fransisco Bay Area angesiedelt.

Sinch betrachtet sich als weltweit führenden Anbieter für Cloud-Kommunikation und Kunden-Engagement. Das 2008 in Stockholm gegründete Unternehmen beschäftigt mittlerweile über 750 Mitarbeiter. Die jetzige Übernahme ist für das Unternehmen die zweite dieser Größenordnung: Am 26. März hatte Sinch bereits erklärt, 119 Millionen US-Dollar für Wavy auf den Tisch legen zu wollen, einen zur Movile Group gehörenden Anbieter für Business Messaging auf dem lateinamerikanischen Markt.

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