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Hochverfügbarkeit in der Enterprise-Cloud herstellen und verwalten

Sichern des SAP Betriebs in der privaten Cloud, Teil 2

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Automatismen setzen gute Planung voraus

Auch das Schaffen von freien Ressourcen durch Herunterfahren von unwichtigen Maschinen ist im Automatismus integriert. Mit diesen Mechanismen steht dem sicheren und gesicherten Betrieb der eigenen SAP Landschaft in der eigenen Cloud nichts mehr im Wege.

Wie sich aus der Beschreibung der Features und des Nutzens entnehmen lässt, bietet der Betrieb einer virtualisierten SAP Umgebung deutliche Vorteile im Vergleich zu einer dedizierte SAP Server Landschaft. Um die Vorteile der Virtualisierung jedoch effektiv auszunutzen, ist eine verlässliche Planung erforderlich.

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Sind mit dem Virtualisierungs-Check die Mindestanforderungen an die Ressourcen bestimmt, ist bereits der erste Schritt dafür getan. Im Anschluss daran sollte in einem Grobkonzept die spätere Struktur beschrieben werden.

Die Entscheidungskette

Hier fallen unter anderem Entscheidungen zu der Art der Hochverfügbarkeitslösung, die wiederrum Auswirkungen auf die Anzahl der Server haben. So kann bereits mit zwei Servern eine lokale, hochverfügbare Umgebung aufgebaut werden. Kommt das Tool Site Recovery Manager zum Einsatz, werden zwei getrennte Rechenzentren aufgebaut.

Sollen beide produktiv betrieben werden, so werden in der Regel pro Seite zwei bis drei Server benötigt, auf welche die Last verteilt wird. Damit muss beim Ausfall eines Servers nur ein Teil der Maschinen übernommen werden. Andererseits sind Entscheidungen zu treffen, welche Maschinen eventuell bei einem Totalausfall eines RZ angehalten werden können.

Diese Detailfragen sind in einem anschließenden Feinkonzept zu klären. Darin wird zusätzlich noch die Netzwerk- und Storage-Anbindung festgelegt. Zu beachten ist ins besonders der Storage-Bereich, da SAP aus dem RAM und aus dem Storage lebt. Werden zu wenig Spindeln verwendet oder das falsche Übertragungsprotokoll für die Last gewählt, so wirkt sich dies auf alle Maschinen aus.

weiter mit: Achtung beim LUN-Design!

Daher ist das LUN Design immens wichtig. Das Feinkonzept sollte dabei so gehalten sein, dass es als Checkliste für die Implementierung verwendet werden kann, das heißt: Es kann Rücksicht auf die Redundanzen genommen werden – auch bei der Anzahl, Typen und Zuweisungen der Netzwerkadapter. Für die Erstellung des Feinkonzepts empfiehlt es sich mit einem Partner zusammenzuarbeiten, der über weitreichende Erfahrung in der SAP Virtualisierung verfügt.

Um auf zukünftige Lastveränderungen flexibel reagieren zu können, lässt sich ein Template-Mechanismus einsetzen. Hierbei wird eine typische SAP Maschine definiert und bei Bedarf so oft wie erforderlich kopiert.

Damit profitiert man immens von der cloud-basierten Infrastruktur. Auch neue SAP Systeme lassen sich so einfach ausrollen und mit geringem Aufwand individualisieren.

Sollten die Ressourcen in der Infrastruktur nicht ausreichen, dann lassen sich einfach neue Server in die Umgebung einbinden. Es ist sogar möglich, Fehler im LUN Design zur Laufzeit der SAP Systeme zu beheben. Damit sind die Anwendungen von der Hardwareschicht komplett entkoppelt.

Der Autor:

Sven Gmelin: „Zusätzliche Anforderungen und eine knappe Personaldecke machen eine Effizienzsteigerung in der IT zwingend notwendig. Dies kann durch den Aufbau einer “Private Cloud“ erreicht werden.“; Bild: AddOn (Archiv: Vogel Business Media)

Sven Gmelin ist Leiter Segment Virtualisierung/Storage bei der AddOn Systemhaus GmbH.

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