Software Defined Networking ist unabdingbar Sichere Kontrolle über die Datenströme in die Cloud und zwischen Clouds

Autor / Redakteur: Daniel Eberhardt / Rainer Graefen

IT-Abteilungen in Unternehmen sind heutzutage oft Service-Broker für die eigenen Fachabteilungen und müssen eine Reihe verschiedener Dienste sowie die dahinterliegenden Betriebsmodelle orchestrieren. In der Folge stoßen traditionelle Netzwerke oft an ihre Grenzen, weil die Anforderungen an die Netzwerkinfrastruktur immer komplexer werden.

Firmen zum Thema

Das „Cloudwashing“, der Versuch einiger Anbieter, ihr Angebot einen Anstrich von Cloud-Computing zu geben, ist eine Übergangserscheinung. Jetzt gibt es genügend reale IT-Services.
Das „Cloudwashing“, der Versuch einiger Anbieter, ihr Angebot einen Anstrich von Cloud-Computing zu geben, ist eine Übergangserscheinung. Jetzt gibt es genügend reale IT-Services.
(Bild: Igor Normann/Fotolia.com)

Im Fokus stehen derzeit Cloud-Angebote, die über Self-Service Portale selbst verwaltet werden können. Das Ziel: Eine einheitliche Plattform, die zentral gesteuert wird und Entwicklern zwar alle Freiheiten bietet, sie andererseits aber davon abhält, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen.

Das ist vor allem aus Compliance-Sicht ein großer Vorteil, denn der Outsourcing Provider ermöglicht den Cloud Service, die Kontrolle über die Infrastruktur bleibt jedoch ohne Einschränkungen in der Hand des Unternehmens.

Ohne Automatisierung geht es nicht

Hybride Cloud Modelle mit ihren vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten brauchen eine moderne Netzwerkinfrastruktur, um die Anforderungen an Sicherheit, Compliance und die Verteilung der Workloads zu erfüllen.

Allerdings gibt es immer noch viele Unternehmen, die, wenn es um ihr Netzwerk in Zeiten der Cloud geht, einen starken Hands-on Ansatz verfolgen und letztlich Schwierigkeiten haben, dem sich rasant ändernden Markt gerecht zu werden. Wegen eines kurzfristigen Bedarfs selbst eine eigene Infrastruktur aufzubauen, ist in aller Regel kontraproduktiv.

Einige Unternehmen nutzen bereits eine Private Cloud oder eine auf sie zugeschnittene Hybrid Cloud. Was sie dann genau analysieren sollten ist, welcher Teil der Workloads noch ausgelagert werden könnte, um dann rund um diese Erkenntnisse ein effizientes Netzwerk aufbauen zu können.

Die Kosten fest im Blick

Wichtig sind dabei natürlich die Kontrolle der Gesamtkosten, Sicherheit und Compliance. Dabei gilt es, sich nach On-Demand-Services umzusehen. Denn Verträge mit langen Laufzeiten verschwinden ohnehin zunehmend von der Bildfläche.

Dass Unternehmen heute bereits komplette Rechenzentren hochfahren können, ohne selbst vor Ort zu sein, ist hinlänglich bekannt. Das Software Defined Datacenter (SDD) ist dank Cloud Providern auf dem Vormarsch und das Buchen zusätzlicher Ressourcen per Kreditkarte beinahe gang und gäbe.

Software Defined Networking (SDN), die Netzwerkinfrastruktur, die dieser neuen IT-Landschaft gerecht werden kann, ist jetzt das neue Zauberwort. Denn was bei vielen Infrastrukturen derzeit noch fehlt, ist die geeignete Verbindung zum Netzwerk. Die IT-Abteilungen zerbrechen sich die Köpfe, wie sie an dieser Schnittstelle die Sicherheit und den Schutz der Daten gewährleisten können.

Software Defined Networking ermöglicht IT-Abteilungen jetzt mehr Kontrolle über das Netzwerk und dessen Verwaltung in Eigenregie und ist die nächste große IT-Revolution nach dem Aufkommen der Virtualisierung. Es ist daher keine Überraschung, dass die großen Anbieter derzeit alle an Richtlinien für die Implementierung und an den geeigneten Prozessen arbeiten.

Hybride Modelle sind die Zukunft

Software Defined Networking passt sehr gut in hybride Infrastruktur Szenarien aus Private und Public Cloud, denn dadurch gelingen stabile und sichere Verbindungen zwischen Cloud Lösungen und den verschiedenen Rechenzentren des Unternehmens. Über den richtigen oder falschen Weg in die Cloud wird es auch weiterhin Diskussionen geben.

Der Autor, Daniel Eberhardt, ist Senior Solutions Consultant bei Centurylink Technology Solutions.
Der Autor, Daniel Eberhardt, ist Senior Solutions Consultant bei Centurylink Technology Solutions.
(Bild: Centurylink)

Da sich der Markt jedoch so rasant verändert, ist es unstrittig, dass Unternehmen nach langfristigen, flexiblen Lösungen suchen müssen, wenn sie Workloads auslagern wollen. Obwohl Outsourcing-Anbieter eine breite Palette an Lösungen bieten, um Kunden zu unterstützen, kommt auch auf die IT-Abteilungen viel Arbeit zu. Unternehmen, die auch weiterhin eine starre Sicht auf ihr Netzwerk haben, bekommen auf lange Sicht Probleme, ihre Business-Ziele zu erreichen.

‚Cloudwashing‘ ist ein Begriff, der schon länger kursiert. Oft mag dies der Grund gewesen sein, weshalb Unternehmen bisher gezögert haben, alles auf eine Karte zu setzen. Wir sehen jetzt aber immer mehr echte On-Demand-Angebote mit kurzen Laufzeiten und besten Skalierungsmöglichkeiten nach oben sowie nach unten. Diese Flexibilität ist es, nach der Unternehmen suchen sollten.

Self-Service und bewegliche Workloads

Moderne Cloud-Anbieter müssen ihren Kunden die Self-Service Funktionen bieten, die sie benötigen, um ihre Unternehmens-IT selbst zu kontrollieren. Dabei steht nicht mehr länger nur das Outsourcing von Anwendungen im Vordergrund, sondern auch das Netzwerk, das Daten und Workloads von einem Punkt zum anderen bringen soll.

Die Zukunft gehört daher Providern, die ihre Outsourcing Angebote mit einem erstklassigen Netzwerk verbinden können. Um langfristig erfolgreich zu sein, müssen Provider deshalb Cloud-Angebote entwickeln, die eine nahtlose Verbindung zu den Rechenzentren ermöglichen, ohne dass der Kunden die Kontrolle über seine IT verliert.

(ID:43014372)