Whitepaper des Bitkom Setzen ERP-Systeme von morgen auf die Blockchain?

Autor / Redakteur: Martin Hensel / Peter Schmitz

Der Digitalverband Bitkom hat im Rahmen seines Whitepapers „ERP Trend-Check 2021“ untersucht, wie Enterprise-Resource-Planning-Systeme (ERP) der Zukunft aussehen könnten. Zu den Trendthemen zählt auch die Blockchain.

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Noch sind Blockchains in ERP-Systemen eher selten zu finden.
Noch sind Blockchains in ERP-Systemen eher selten zu finden.
(Bild: Gerd Altmann / Pixabay )

Das Thema ERP nimmt bei der Digitalisierung eine wichtige Position ein. In vielen Unternehmen sind derartige Systeme eine Art Datendrehscheibe und verbinden unterschiedlichste Anwendungen miteinander. Im Whitepaper „ERP Trend-Check 2021“ beleuchtet Bitkom verschiedene Technologie-Trends in diesem Bereich, deren Auswirkungen und den möglichen Nutzen – darunter auch die Blockchain.

„Unternehmen, die Zukunftstechnologien nutzen oder Anwendungen, die auf ihnen basieren, können sich damit einen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Dabei gilt es abzuwägen, welchen Reifegrad eine Technologie im ERP-Bereich schon erreicht hat und wie hoch des betriebswirtschaftliche Nutzenpotenzial eingeschätzt wird“, so Bitkom-Experte Patrick Hansen.

Einsatzmöglichkeiten für Blockchain

Die Blockchain ist laut Bitkom eher selten in ERP-Systemen anzutreffen, obwohl sie sich grundsätzlich beispielsweise zur Sicherstellung von Korrektheit und Konsistenz von Daten eignet. Aktuell sind laut dem Whitepaper nur wenige Anknüpfungspunkte zwischen der Blockchain und ERP-Systemen vorhanden. Sie beschränken sich meist auf die Zahlungsabwicklung mittels Kryptowährungen oder die Teilnahme an bestehenden Blockchains, wie zum Beispiel zur Nachverfolgung von Lieferketten.

Ein Einsatz der Blockchain ist laut Bitkom überall dort denkbar, wo Daten dauerhaft und rechtssicher archiviert werden müssen. Auch in der Supply Chain bietet sich die Blockchain als sicherer, unternehmensübergreifender Datenspeicher an. Beispielszenarien sind etwa die Überwachung von Kühlketten in Logistikprozessen oder die Sendungsverfolgung über unterschiedliche Transportführer hinweg. Künftig könnte die Blockchain auch in IoT- oder M2M-Kommunikation genutzt werden, um zum Beispiel den Kauf von Rohstoffen oder den Verkauf fertiger Produkte abzuwickeln. Bis dahin ist der Weg aber noch lang: Derzeit investieren viele Unternehmen in der Produktion vorrangig in „einfache“ Digitalisierungsprojekte. Es ist laut dem Whitepaper aber absehbar, dass Blockchain in den nächsten Jahren im ERP-Umfeld eine Rolle spielen wird.

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